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«Etwas vom Traurigsten, das ich je gesehen habe»: Über 300 Wale verenden in Neuseeland

10.02.17, 07:08 10.02.17, 16:08


An der Küste Neuseelands sind mehrere hundert Grindwale gestrandet. Die Tiere wurden am Freitag in Farewell Spit entdeckt, einem einsamen Strand auf der Südinsel des Pazifikstaates.

Nach Angaben der Naturschutzbehörde DOC wurden insgesamt 416 Wale gezählt, von denen etwa 300 bereits verendet sind. Helfer versuchten, die Tiere wieder in tieferes Wasser zu ziehen – meist jedoch ohne Erfolg.

Nach Angaben der neuseeländischen Naturschutzbehörde gab es seit mehr als drei Jahrzehnten kein solches Walsterben mehr. Warum die Wale an Land schwammen, konnte zunächst nicht geklärt werden. Die Walschutzorganisation Project Jonah äusserte die Vermutung, dass es eine Kombination aus ungewöhnlich hohen Temperaturen und Erkrankungen sein könnte. Möglicherweise war auch das Echolot-System der Tiere durch Unterwasserlärm gestört.

Angesichts einer so grossen Zahl verendeter Tiere sei davon auszugehen, dass die noch lebenden in einem schlechten Zustand seien, sagte der Ministeriumsvertreter Andrew Lamason dem staatlichen Radiosender Radio New Zealand. «Wir bereiten uns deshalb auf eine ziemlich traumatische kommende Phase vor.»

Wieder an den Strand geschwommen

Am späten Nachmittag (Ortszeit) sei zwar die Mehrheit der über hundert noch lebenden Wale wieder zurück ins Wasser gebracht worden, doch sie seien wieder an den Strand zurückgeschwommen, sagte Lamason. Am Samstag sollte ein weiterer Versuch gestartet werden.

Die etwa 500 freiwilligen Helfer streichelten die noch lebenden Wale, deckten sie zu und kippten Meerwasser über sie. Auf diese Weise wurde versucht, sie kühl zu halten und ihnen genügend Feuchtigkeit zu verschaffen. Einer der Helfer sagte dem Online-Nachrichtenportal Stuff.co.nz: «Das ist etwas vom Traurigsten, das ich jemals gesehen habe. So viele einfühlsame Wesen, die jetzt einfach wie Müll auf dem Strand liegen.»

Laut einem Ministeriumssprecher trieben zeitweise so viele Kadaver im Wasser, dass für die noch lebenden Tiere kaum noch Platz war: «Die toten, die herumtreiben, versperren ihnen den Weg ins offene Meer.»

Bis zu drei Tonnen schwer

Grindwale – auch Pilotwale genannt – werden bis zu acht Meter lang. Männliche Tiere können ein Gewicht von bis zu drei Tonnen erreichen. Die Säuger bevorzugen gemässigte und kalte Gewässer. Auf der Südhalbkugel sind sie in allen Ozeanen zu finden, auf der Nordhalbkugel nur im Atlantik.

Im Februar 2015 waren am Strand von Farewell Spit bereits schon einmal 200 Grindwale gestrandet. Damals konnten 60 Tiere wieder ins Meer zurückgebracht werden. Auf den neuseeländischen Chatham Islands waren 1918 sogar tausend Wale gestrandet, in Auckland 1985 etwa 450 Tiere.

(sda/dpa/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Homes8 10.02.2017 16:49
    Highlight Für mich sieht das nach Massensuizid aus. Vor allem wenn man liest das "gerettete" Wale wieder zurück ans Ufer schwimmen
    5 8 Melden
  • demokrit 10.02.2017 14:55
    Highlight Eigentlich könnte man doch Meerwasser in einen Tanklastwagen füllen, um für eine konstante Wasserkühlung für die gestrandeten Säuger zu sorgen. Das wäre viel effektiver als diese Eimermethode. Da es in Neuseeland regelmässig zu (meist zum Glück kleineren) Strandungen kommt, frage ich mich, warum man keine solchen Tanklaster und entsprechendes Schlauchwerk für solche Fälle hat.
    8 5 Melden

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