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Kampf gegen «IS»: Deutschland richtet «Tornado»-Basis in der Türkei ein

Deutschland stellt sich auf eine längere Beteiligung von «Tornado»-Jets am Luftkrieg gegen den sogenannten «IS» ein. Die Bundeswehr plant deshalb den Bau einer eigenen Basis für die Kampfjets in der Türkei.

Matthias Gebauer



epa05092830 A handout made available by the German Armed Forces (Bundeswehr) dated 08 January 2016 shows a Recce Tornado of the German Armed Forces taking off for its first operational flight at an air base in Incirlik, Turkey.  EPA/Falk Baerwald / BUNDESWEHR / HANDOUT FOR USE ONLY IN CONNECTION WITH CURRENT REPORTING HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Ein Bundeswehr-Tornado im Januar auf dem Stützpunkt in Incirlik.
Bild: EPA/BUNDESWEHR / DPA

Ein Artikel von

Spiegel Online

Die Bundesregierung rechnet mit einem sehr langen deutschen Einsatz beim Krieg gegen den sogenannten «Islamischen Staat» («IS»). Deshalb plant die Bundeswehr nach Informationen von Spiegel Online einen festen Standort auf der türkischen Luftwaffen-Basis Incirlik.

Laut internen Planungspapieren sollen in Incirlik für gut 71 Millionen Franken ein eigener Flugbereich, Unterkünfte nur für deutsche Soldaten und ein voll ausgerüsteter Gefechtsstand gebaut werden. Zudem verhandelt die Bundeswehr mit Ankara über ein langfristiges Stationierungsabkommen für deutsche Soldaten.

epa05092903 A handout made available by the German Armed Forces (Bundeswehr) dated 08 January 2016 shows technicians preparing a Recce Tornado of the German Armed Forces  for its first operational flight as part of operation 'Counter DAESH' at an air base in Incirlik, Turkey.  EPA/Falk Baerwald / BUNDESWEHR / HANDOUT FOR USE ONLY IN CONNECTION WITH CURRENT REPORTING HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Die Deutschen unterstützen den Kampf gegen den «IS» mit dem Aufklärungsflugzeug.
Bild: EPA/BUNDESWEHR / DPA

In Incirlik, einer der grössten türkischen Militärbasen im Süden des Landes, sind seit mehreren Monaten deutsche «Tornado»-Jets stationiert. Mit ihren hochauflösenden «Recce»-Kameras helfen sie durch Überflüge des Krisengebiets in Syrien und dem Irak bei der Aufklärung für die internationale Anti-«IS»-Koalition, die jeden Tag Luftangriffe auf Stellungen der Terrormiliz fliegt. Derzeit sind rund 200 deutsche Soldaten in der Türkei stationiert. Die «Tornados» fliegen fast jeden Tag Aufklärungsmissionen über Syrien.

In den kommenden sechs Monaten soll für rund elf Millionen Franken eine eigene Flugbetriebsfläche für die «Tornados» und die Airbus-Tankflugzeuge angelegt werden, weil die Jets bisher keinen eigenen Standort haben. Zusätzlich plant das Ministerium für 16.5 Millionen Franken feste Unterkünfte für 400 Soldaten. Grösster Posten ist der Bau eines voll ausgerüsteten Gefechtsstands für 37 Millionen Franken. Von dort können die «Tornados» und die Tankflugzeuge gesteuert werden.

A technician works on a German Tornado jet at the air base in Incirlik, Turkey, January 21, 2016. REUTERS/Tobias Schwarz/Pool

Bild: POOL/REUTERS

Die Bundeswehr will ausserdem noch eine Betreuungseinrichtung mit einem Café und Freizeitaktivitäten für die in der Türkei stationierten Soldaten errichten. In den Planungspapieren ist dieser Neubau mit fünf Millionen Franken veranschlagt. Die meisten Projekte sollen im Sommer 2017 fertig werden.

epa05088223 Two German Air Force (Luftwaffe) 'Tornado' reconnaissance jets take off for the NATO air bace in Incirlik, Turkey, as part of their mission against the militant group of the so-called 'Islamic State' (IS), at the airbase in Jagel, Germany, 05 January 2016. The two aircraft are part of a total of four 'Tornado' reconnaissance jets which Germany is to deploy to help fight IS militia in Syria. Two other 'Tornado' jets started from the Buechel, Germany, air base the same day.  EPA/CARSTEN REHDER

Zwei Tornados nach dem Start in Incirlik. Bild: EPA/DPA

Bisher hatte sich die Bundeswehr in Incirlik nur provisorisch eingerichtet, als NATO-Partner war die Türkei für die Versorgung der Gäste zuständig. In den Vorlagen des Ministeriums allerdings ist jetzt von einem dauerhaften Einsatz der Bundeswehr die Rede, deswegen seien die Investitionen dringend nötig.

Da die Türkei nur vorher überprüfte türkische Firmen auf der riesigen Luftwaffen-Basis zulässt, muss die Bundeswehr von diesen in den nächsten Wochen Angebote einholen. Trotzdem könnten die Bauarbeiten bald beginnen. Das Budget für die eigenen Stand- und Betriebsflächen für die Kampfjets ist bereits vom Finanzressort genehmigt. Ausserdem verhandelt die Bundeswehr über einen Vertrag für die Stationierung.

Die Planungen erinnern an eine andere Mission der Bundeswehr, die sich zum Endlos-Einsatz entwickelte: Die deutschen Truppe errichtete zu Beginn der Mission in Afghanistan 2002 eine Art vorgeschobene Luftwaffenbasis in Termez im Nachbarland Usbekistan. Von dort aus wurden Soldaten und Material ins Krisengebiet am Hindukusch geflogen. Inzwischen wurde die Basis aufgegeben.

Aus den Reihen der Opposition werden mehr Informationen über die Planungen gefordert. «Dafür, dass der Anti-‹IS›-Einsatz der Bundeswehr so plötzlich kam, scheint sich Ministerin von der Leyen ziemlich lange in Incirlik einrichten zu wollen», sagte der grüne Haushaltspolitiker Tobias Lindner. Er forderte umgehend Auskunft, welche Baumassnahmen im Einzelnen geplant sind.

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