International

Bekannte und weniger bekannte Gesichter. Diese elf Franzosen wollen die Nachfolge des Sozialisten François Hollande antreten.  Bild: EPA

Es gibt nicht nur Le Pen und Macron: Diese 11 Franzosen wollen «Président» werden

Am Sonntag ist es so weit. Frankreich wählt in einem ersten Wahlgang die zwei Anwärter auf den Élysée. Und immer flackern die gleichen vier, fünf Gesichter über den Bildschirm. Dabei gibt es ganze elf Franzosen, die anstreben, Frankreich zu regieren. 

22.04.17, 10:01 24.04.17, 16:30

Fillon, Macron, Le Pen und wohl Mélenchon und Hamon – das sind die Namen, die in den internationalen Medien in Bezug auf die Französische Präsidentschaftswahl stets auftauchen. Doch es gibt sechs weitere Franzosen, die die für die Kandidatur nötigen 500 Unterstützer-Unterschriften gewählter Amtsträger vorlegen konnten. Ihnen geben Umfragen aber keine grosse Chancen aufs höchste Amt der République

Die «kleinen» Kandidaten 

(Alphabetisch geordnet)

Nathalie Arthaud – die Kommunistin

Die 47-jährige Nathalie Arthaud, Kommunistin und Dozentin für Wirtschaft und Management, vertritt die trotzkistische Linkspartei Lutte Ouvrière (Arbeiterkampf).

Bild: EPA AFP POOL

Arthauds Hauptziel ist die «Machtübernahme durch die Arbeiterklasse» und das Ende des Kapitalismus. Arthaud will es Unternehmen ausserdem verbieten, ihren Angestellten zu kündigen: «Il faut Interdire les licenciements» (Entlassungen gehören verboten), das sei die Lösung im Kampf gegen die hohe Arbeitslosenquote, meint Arthaud. Zudem setzt sie sich für eine transparente Unternehmensführung ein. So sollen Angestellte beispielsweise Einsicht in die Buchhaltung ihres Arbeitgebers erhalten. Umfragen sehen sie bei 0,5 Prozent.

«Wir von Lutte Ouvrière wollen kein System regieren, das auf Ausbeutung und Unterdrückung beruht.»

Nathalie Arthaud auf ihrer Webseite 

François Asselineau –Verschwörungstheoretiker und Monsieur Frexit

Asselineau, 59, hat eine langjährige Karriere als hoher Beamter hinter sich. 2007 gründete er die EU-kritische Union Populaire Républicaine (Republikanische Volksunion), die er präsidiert.

Bild: EPA

Er fordert nicht nur den Austritt aus dem Euro und der EU, den Frexit, sondern auch, dass sich Frankreich aus der Nato zurückzieht. Asselineau beeindruckte mit seinem Wissen zu EU-Abkommen während der Debatten jeweils Publikum und Gspändli. Tatsächlich kennt er die Abkommen, die er so verabscheut, perfekt auswendig. Asselineau fordert ausserdem das sofortige Ende des Ausnahmezustands. Er wird von der Seite Conspiracy Watch überwacht, weil er sich mehrfach als Anhänger von Verschwörungstheorien zeigte. So glaubt er beispielsweise, dass hinter dem Erfolg vom Front National die CIA steckt. 

Asselineau ist ein Internet-Phänomen. Seine Anhänger sind sehr aktiv und wissen, wie sie ihren Kandidaten in den Sozialen Medien fördern können. Umfragen sehen ihn bei 1 Prozent. Er scheint diesen Erhebungen aber nicht zu trauen:

«Ich denke, dass ich beim  ersten Wahlgang alle überraschen werde.»

Asselineau zu lavoixdunord.fr

Jacques Cheminade – der Exzentriker

Mit seinen 75 Jahren ist Cheminade der älteste der Kandidaten. Es ist auch bereits das dritte Mal, dass er sich für seine Partei Solidarité et progrès (Solidarität und Fortschritt) für das Amt im Élysée bewirbt.

Bild: AP AFP POOL

Cheminade war bis zu seiner Pensionierung ein hochrangiger Beamter im Wirtschaftsministerium. In seinem Programm spielt der Kampf gegen die seiner Meinung nach herrschenden «Finanz-Oligarchie» eine grosse Rolle. So fordert er unter anderem eine «echte Trennung zwischen Geschäfts- und Investmentbanken.» Zudem will auch er aus der EU austreten. Er träumt von einem «Europa der Nationen und Projekte». Cheminade ist der einzige Kandidat, dessen Projekt ein Raumfahrtprogramm umfasst: Er fordert die Besiedlung von Mars und Mond. Wie Asselineau gilt auch Cheminade als Verschwörungstheoretiker. So sagte er beispielsweise, dass es gewisse Verbindungen zwischen der Bush-Administration und den Terroranschlägen vom 11. September 2001 geben könnte. Seine Umfragewerte liegen bei unter 0,5 Prozent.

«Entriegeln wir Frankreich, befreien wir uns von der finanziellen Besatzung.»

Cheminade in seinem Programm. 

Nicolas Dupont-Aignan – der grosse Kandidat der Kleinen

Für die gaullistische Partei Debout la France (Steh auf, Frankreich) tritt ihr Parteivorsitzender Nicolas Dupont-Aignan, 55, an.

Bild: AP

Dupont-Aignan ist ein ehemaliger Beamter im Erziehungswesen und vertritt ähnliche Positionen wie der Front National. Er gilt als grosser Kandidat der Kleinen, weil er beim ersten Wahlgang gemäss Umfragen auf knapp vier Prozent der Wähler kommen könnte. Dupont-Aignan vertritt einen ökonomischen Patriotismus und plädiert für strikte Einwanderungskontrollen. Zudem will er ein Gesetz einführen, das besagt, dass Kandidaten nicht vorbestraft sein dürfen. Dupont-Aignan sorgte im März für Schlagzeilen, als er während eines Live-Interviews das Studio des TV-Senders TF1 verliess. Damit protestierte er gegen die Entscheidung des Senders, nur die fünf in den Umfragen bestplatzierten Kandidaten zu ihrer TV-Debatte einzuladen.

«In unserem Land herrscht keine Demokratie mehr.»

Dupont-Aignan auf Twitter

Jean Lassalle – der Originelle

Der 61-jährige Lassalle kommt aus einer Familie von Schäfern und engagiert sich besonders für die ländliche Bevölkerung Frankreichs. Er gehört keiner Partei an, politisiert aber in der Mitte des politischen Spektrums.

Bild: EPA AFP POOL

Lassalle fordert mehr Macht für die Gemeinden, will erneuerbare Energien fördern und setzt sich ein für ein «starkes Europa». Jean Lassalle bemüht sich jeweils, politische Diskussionen unterhaltsamer zu gestalten –  oder er tut dies, wie Kritiker sagen, unabsichtlich. Als Nicolas Sarkozy 2003, damals Innenminister, im Unterhaus eine Rede hielt, unterbrach ihn Lassalle kurzerhand und hielt ein Ständchen. Diese Performance legte er ein, um gegen die Schliessung einer Polizeistation zu protestieren. Lassalle sorgt auch mit einer gewissen Verwirrtheit und unverständlichen Formulierungen, die er in TV-Shows an den Tag legt, bei seinen Kritikern immer wieder für Lacher. Seine Anhänger jedoch schätzen die «Menschlichkeit», die Lassalle ausstrahlt. Laut Umfragen wird er auf 1 Prozent der Stimmen kommen. 

«Trump und Poutine? Ich hatte schon mit Bären und Wölfen zu tun.»

Lassalle zum Fernsehsender BFMTV. 

Philippe Poutou – der Mechaniker

Die Partei Nouveau Parti Anticapitaliste (Neue Antikapitalistische Partei) hat Philippe Poutou als Kandidat aufgestellt, der seit 1999 als Mechaniker bei Ford arbeitet.

Bild: EPA AFP POOL

Der 50-Jährige fordert die Beseitigung von Frankreichs Präsidialsystem. Und wie Nathalie Arthaud plädiert auch er für ein Verbot von Entlassungen. Zu seinen umstrittensten Forderungen – besonders nach dem jüngsten Anschlag auf Polizisten – gehört die Entwaffnung der Polizei. Poutou setzt sich zudem für den Ausstieg aus der Atomkraft und eine 32-Stunden-Woche ein. In diversen TV-Auftritten zeigte sich der Arbeiter jeweils schlagfertig und voller Tatendrang – und im legeren T-Shirt. Umfragen sehen ihn trotzdem nur bei 1,5 Prozent. 

«Wenn ‹wir› von der Polizei vorgeladen werden, können wir uns nicht mit Verweis auf eine Arbeiter-Immunität davor drücken.»

Poutou zu Le Pen in einer Präsidentschafts-Debatte. (Le Pen ignorierte eine richterliche Vorladung. Als Europaabgeordnete wird sie von ihrer parlamentarischen Immunität geschützt.)

Die «Grossen»

François Fillon – der Skandalkandidat

Für les Républicains (die Republikaner) tritt der ehemalige Premierminister François Fillon, 63, an. Der konservative Fillon war lange als Favorit gehandelt worden.

Bild: AP

Fillon will Frankreichs Wirtschaft umkrempeln. Er setzt auf liberale Wirtschaftsreformen, will die 35-Stunden-Woche abschaffen, 500'000 Stellen im öffentlichen Dienst streichen und die Staatsausgaben um 100 Milliarden Euro senken. Diese Sparmassnahmen kommen nicht bei allen gut an, besonders seit Fillon wegen dem «Penelope-Gate» und teuren Luxus-Anzügen unter Beschuss steht. Gegen ihn wird nun unter anderem wegen Veruntreuung von Staatsgeldern ermittelt. In den letzen Umfragen ist Fillon auf 19,8 Prozent abgerutscht.

«Nur wenn ein Ermittlungsverfahren gegen mich eröffnet wird, werde ich meine Kandidatur zurückziehen.»

François Fillon im Januar 2017, bevor ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eröffnet wurde

Benoît Hamon –  der Pechvogel

Für den Parti Socialiste, die Partei des amtierenden Staatspräsidenten François Hollande, tritt der frühere Minister für Bildung, Hochschulen und Forschung, Benoît Hamon, 49, an.

Bild: EPA AFP POOL

Hamon wurde in der Vorwahl der Sozialisten, die Ende Januar 2017 stattfand, überraschend bestimmt. Zu seinen Grundforderungen gehört ein bedingungsloses Grundeinkommen. Ausserdem will Hamon den Mindestlohn und die Sozialleistungen anheben, neue Unternehmenssteuern einführen und den Umweltschutz stärken. Ihm kam der Erfolg Mélenchos in den letzten Wochen teuer zu stehen. Heute sehen ihn Umfragen mit Schätzungen von 7,5 Prozent ohne Chancen auf die Stichwahl.

«Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen, vor allem für die Jungen, wird es mehr freie Arbeitsplätze geben.»

Benoît Hamon zu franceinfo

Marine Le Pen – die Rechtsextreme

Für den Front National bewirbt sich wie bereits 2012 die Parteivorsitzende und ehemalige Anwältin Marine Le Pen, 48.

Bild: AP

Marine machte den FN salonfähig, schmiss im gleichen Atemzug den Gründer der Partei, ihren Vater Jean-Marie, 88, aus der Partei. Le Pen will die Franzosen in einem Referendum über einen EU-Austritt abstimmen lassen und die Einwanderung drastisch beschränken. Zudem sieht sie vor, einen weitgehenden Wirtschaftsprotektionismus durchzusetzen. Wie Fillon ist auch Le Pen kein unbeschriebenes Blatt. Die Justiz ermittelt derzeit wegen einer Scheinbeschäftigungsaffäre im EU-Parlament gegen sie. Der Vorladung der Polizei ist Le Pen nicht nachgekommen. Sie behauptet, das Betrugsverfahren werde gegen sie instrumentalisiert. Gemäss den aktuellen Umfragen (22,2 Prozent der Stimmen) ist davon auszugehen, dass sie die Stichwahl erreichen wird. Dort würde sie ihrem Kontrahenten aber unterliegen.

«Unter mir hätte es keine Anschläge gegeben.»

Marine Le Pen auf Twitter.

Emmanuel Macron – «le chouchou»

Emmanuel Macron, der frühere Wirtschaftsminister unter François Hollande und ehemalige Investmentbanker bei Rothschild & Cie., tritt für seine eigens gegründete Bewegung En marche! (Vorwärts!) an.

Bild: AP AFP POOL

Macron gilt als Wirtschaftsliberaler, Pro-Europäer und ist überraschend zum Favoriten geworden. Er will unter anderem den Arbeitsmarkt, die Arbeitslosenversicherung und das Rentensystem überarbeiten. Weiter verspricht er mehr Freiheit für Unternehmen, gleichzeitig aber auch mehr Schutz für Arbeitnehmer. Kritiker sagen, Macron sei «mit allem und jedem» einverstanden, nehme keine klaren Positionen ein, und sei eine Art neuer François Hollande. Auch wegen seiner vorgängigen Karriere als Banker wird er oft angegriffen. Bei der Bevölkerung aber kann sich Macron über breite Unterstützung freuen. Er gilt mit Umfragewerten von 23,3 Prozent derzeit als Favorit

Macron ist ein in der Klatschpresse beliebtes Sujet, da er mit seiner ehemaligen Lehrerin verheiratet ist. Brigitte Macron ist über 20 Jahre älter als ihr chéri und war zum Zeitpunkt ihres Kennenlernens mit einem Mann verheiratet, mit dem sie drei Kinder hat. 

«Ich bin weder links noch rechts.»

Macron in mehreren Interviews

Hier noch ein Foto von Macron und Brigitte. Für die, dies interessiert. 

Bild: AP

Jean-Luc Mélenchon – Frankreichs «Bernie Sanders»

Für die Partei La France insoumise (Unbeugsames Frankreich) wird ihr Parteivorsitzender Jean-Luc Mélenchon antreten. Der einstige Sozialist sieht sich als den wahren Vertreter der französischen Linken und liess sich stark von der Kampagne Bernie Sanders inspirieren.

Bild: EPA AFP POOL

Der 65-Jährige schlägt unter anderem ein 100 Milliarden Euro schweres Investitionsprogramm vor und will die EU-Verträge neu verhandeln. Sollte das nicht klappen, will er aus der EU austreten. Weiter fordert er eine neue Verfassung für eine Sechste Republik, die die von ihm so bezeichnete «Präsidial-Monarchie» ersetzen und ein gestärktes Parlament hervorbringen soll. Ausserdem möchte er den Nato-Austritt Frankreichs und die Schaffung eines Initiativ-Rechts für die Bürger. Mélenchon ist sehr aktiv auf Youtube, sein Channel zählt 306’000 Abonnenten. Er griff im Wahlkampf tief in die Technik-Trickkiste und trat zweimal per Hologramm in verschiedenen Städten auf. In Umfragen liegt er bei 19,7 Prozent.

«Egal, was das Problem ist, die Lösung ist das Volk.»

Mélenchon in einer Rede bei der Place de la République

Endgültig entschieden wird die Präsidentschaftswahl am 7. Mai in einer Stichwahl, bei der die beiden Bestplatzierten der ersten Runde gegeneinander antreten.

Das könnte dich auch interessieren:

Uber vertuscht massiven Hackerangriff – 57 Millionen Kundendaten weg

Hast du auch dieses Teil an deiner Heizung? So funktioniert es richtig

Video zeigt dramatische Flucht von nordkoreanischem Soldaten

Die 10 witzigsten Rezensionen bei Amazon – zum Beispiel für diese Huhn-Warnweste

Das sind die beliebtesten (und fairsten) Smartphones der Schweiz

Wo ist Walter? (Natur-Edition) Diese 14 Tierarten haben Forscher erst vor kurzem entdeckt

12 geniale Erfindungen, die deinen Koch-Alltag einfacher machen

Weil es schon wieder früh dunkel wird: 13 Glühbirnen-Witze zum Abschalten

Nach dem «Haka» der «All Blacks» bleiben die Waliser einfach stehen 

Til Schweiger hat sich mit diesem Facebook-Post mal wieder in Schwierigkeiten gebracht ...

Alle Artikel anzeigen
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
39
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
39Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Cheesemaster Flex 23.04.2017 13:46
    Highlight Zum Fall Hamon/Melenchon für die die es mitverfolgt haben:

    Und wieder einmal hat es die Linke erfogreich geschafft, sich zu spalten!

    In der Psychologie nennt man sowas Selbstsabotage

    Nun denn, ich wär für Hamon, der glaubt noch an die ursprüngliche Idee Europas. Er will reparieren, nicht abschaffen. Die EU wäre ja wirklich eine riesen Chance, wenn man die Wölfe im Schafspelz endlich verhindern könnte.
    13 4 Melden
  • Sapere Aude 23.04.2017 13:13
    Highlight Elf Kandidierende und niemand mag wirklich zu überzeugen. Veranschaulicht das Grundproblem moderner Politik, die sich auf nicht erfüllbare Versprechen konzentriert, statt vorhandene Probleme anzusprechen. Von vernünftigen und pragmatischen Lösungen wollen wir erst gar nicht sprechen.
    8 7 Melden
    • FrancoL 23.04.2017 16:19
      Highlight Wieso? mochten die Anwärter in der Vergangenheit mehr zu überzeugen und haben sie dann auch wirklich überzeugt? Das Desaster das heute Frankreich zu meistern hat ist nicht mit diesen 11 Kandidaten entstanden, das ist eine lange Entwicklung die immer abwärts geführt hat, das Resultat ist die heutige Situation.
      3 2 Melden
    • Sapere Aude 23.04.2017 19:30
      Highlight Nein die Anwärter in der Vergangenheit waren nicht besser, was ja genau das Problem ist. Darum verlieren die Menschen auch das Vertrauen in die Politik.
      1 1 Melden
    • FrancoL 23.04.2017 20:51
      Highlight @Sapere Aude; Da sind wir genau gleicher Meinung mit Ausnahme dass ich nicht ganz verstehen kann wieso offensichtlich dann nur der Letzte der Teufel ist!
      Das zeugt nicht gerade von grosser Durchsicht wenn Menschen kaum über die 5 Jahre hinaussehen können oder deren Gedächtnis nach 5 Jahren schon im Sparmodus läuft.
      1 0 Melden
    • Sapere Aude 23.04.2017 21:30
      Highlight Für mich sind nicht nur die Letzteren des Teufels. Der Wurm liegt im System an sich, welches darauf angewiesen ist, dass es genügen "nützliche Idioten" gibt, die das System stützen. In meinen Augen stellt der Parlamentarismus und Parteipolitik an sich eine Gefahr für die Demokratie dar. Progressive und vernünftige Politik ist kaum noch möglich, es geht rein um die Durchsetzung von Interessen.
      1 1 Melden
  • koks 23.04.2017 12:27
    Highlight @satyros, danke. auf den punkt gebracht.
    man führe sich das mal vor augen: nachdem die sozialisten an der macht waren (hollande), nichts auf die reihe gekriegt haben, empfehlen sie jetzt den neoliberalismus als neues programm. da ist 'sozialist' oder 'links' im namen nur noch eine höhnische veräppelung der bürger. eine bankrotterklärung der zeitgenössischen linken politik.

    ps. aber nicht überraschend. man lese mal von daniel binswanger 'die rechte linke', ausgezeichnete analyse einer elitär gewordenen linken.
    https://www.dasmagazin.ch/2016/12/16/die-rechte-linke/
    7 0 Melden
  • Lügensperber 23.04.2017 10:01
    Highlight Vielleicht mal reinhören. Schon wissen wir noch ein wenig mehr über unsere Nachbarn.

    https://www.srf.ch/sendungen/tagesgespraech/guillaume-paoli-zu-den-frankreichwahlen
    3 1 Melden
  • bilbo 23.04.2017 09:28
    Highlight Danke für die Übersicht. Ein Detail stört mich aber: auf Deutsch heisst es immer noch Putin, und nicht Poutine.
    1 1 Melden
  • Spooky 23.04.2017 01:56
    Highlight Marine Le Pen wird gewinnen.
    12 28 Melden
    • philosophund 23.04.2017 07:46
      Highlight Feuchter Traum gell?
      26 9 Melden
    • FrancoL 23.04.2017 16:20
      Highlight Kaum!
      1 3 Melden
  • SteWe 22.04.2017 18:56
    Highlight Ich glaube die Frauen wollen eher "Présidente" werden. Kleines Detail aber wird langsam Zeit für Gendergerechte Sprache im Journalismus.
    23 15 Melden
    • Karl33 23.04.2017 11:10
      Highlight Genau. Das sind und waren die letzten 20 Jahre die wichtigsten Anliegen der Linken. Gendergerechte Sprache, politische Korrektheit in Sprache und Benehmen. Dafür hat man dann die Sorgen der Bürger verpennt, die suchen sich jetzt andere Alternativen (die es zum Glück gibt).
      5 10 Melden
    • SteWe 23.04.2017 16:07
      Highlight Es braucht weder Politik, Grundsatzdiskussionen noch Debatten darüber. Nur ein kleines 'e' am Schluss und gut ist. Goht ganz schnäll ;)
      5 1 Melden
    • FrancoL 23.04.2017 16:21
      Highlight Uns was hat Karl33 verpennt dass er immer und immer wieder die gleiche Musik spielt?
      3 1 Melden
  • EmMa42 22.04.2017 13:07
    Highlight


    Ein lustiges und gutes Video von John Oliver über die Wahlen in Frankreich! Es geht zwar zwanzig Minuten, ist aber sehr empfehlenswert.
    28 4 Melden
  • Jaing 22.04.2017 12:55
    Highlight Gute Aufstellung, danke
    9 4 Melden
  • koks 22.04.2017 12:32
    Highlight Heute morgen habe ich Statements von Schweizer SP-PolitikerInnen gelesen, die den neoliberalen Investmentbanker bevorzugen würden ('kleinstes Übel'). Und da wundert sich die etablierten Links-Mitte-Parteien, dass ihnen die Büezer als Wähler davonlaufen.
    29 31 Melden
    • FrancoL 22.04.2017 13:38
      Highlight Ja und was sollte den die SP stützen? Einen Kandidaten der dann gegen Le Pen den kürzeren zieht? Im Zweifelsfall würden die Bürgerlichen und die Wirtschaft die Kröte Le Pen schlucken nur um Links zu verhindern. Der Büezer hat sich eh schon zu einem Teil der Le Pen angeschlossen, wenn die Mitte aus Angst vor Links dies auch tut dann sind wir gleich weit wie in Deutschland vor 80 Jahren. Man könnte durchaus etwas aus der Geschichte lernen!
      37 20 Melden
    • Griffin 22.04.2017 14:42
      Highlight Wenn jemand lieber Faschisten(FN) als Sozialdemokraten (Teil des Status quo) mag, dann ist er Faschist, egal wie er sich sonst noch bezeichnet. Solche Leute, Positionen, Organisationen müssen bekämpft werden, verbal, und wenn tatsächlich 1930er Verhältnisse herschen auch physisch. In diesem Kapitel darf sich die Geschichte einach nie wiederholen.
      34 30 Melden
    • gelb 22.04.2017 14:44
      Highlight Falsch Franco. Ob dies wirklich so zutreffen würde ist ungewiss. Dagegen ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher das, wenn Macron gewinnt, in fünf Jahren dann Le Pen zum Zug kommt. Weitere fünf Jahre mit einer neoliberalen weiter-so-Politik wäre fatal für das Land. Dann könnte es definitiv zum Super-Gau kommen. Linke sollten sich behüten weiterhin Politiker à la Clinton, Blair, Schröder, Hollande, Valls usw zu unterstützen. Denn sie sind der Grund für das erstarken der extremen Rechte.
      26 18 Melden
    • Rendel 22.04.2017 15:49
      Highlight Clinton ist keine Linke, in D regiert nicht Schröder, sondern Merkel oder waren sie im Winterschlaf? Du machst es dir viel zu einfach, gelb.
      Welchen Kandidaten hätten denn FDP und SVP und CVP gern? Klär mich auf gelb. Hätten sie Le Pen denn gern sofort? Sie hat gute Chancen zu gewinnen und die Gründe dafür sind ziemlich komplex und nicht so einseitig, wie du sie gern hättest.
      14 17 Melden
    • FrancoL 22.04.2017 15:50
      Highlight @Gelb; Interessant; Du beginnst Deinen Post mit FALSCH und dann folgen Mutmassungen. Wenn wir unter dem Wort "Falsch" das gleiche verstehen, dann ist es etwas sonderbar wenn DU mit Mutmassungen das "falsch" zu stützen versuchst. 5 Jahre sind eine lange Zeit und da kann vieles, sehr vieles passieren darum finde ich Deine Herleitung wieso man NICHT Macron wählen sollte sehr weit hergeholt. Und nein es sind nicht die Linken die zum erstarken der extremen Rechten geführt haben, es ist die Perspektivlosigkeit und die hat die Wirtschaft zu verantworten. Zur Zeit haben die Linken wenig Einfluss.
      14 17 Melden
    • satyros 22.04.2017 21:37
      Highlight "Zur Zeit haben die Linken wenig Einfluss." In Frankreich regiert der PS. Es ist die miserable Bilanz Hollandes, die den FN erstarken liess. Jetzt einen Neoliberalen zu wählen, nur um vielleicht Le Pen zu verhindern, wäre eine Bankrotterklärung der französischen Linken. Die an den FN verlorenen Wähler holt man nicht mit einer "weiter so" Politik zurück. Es braucht ein linkes Politikangebot, dass die von Dir erwähnte Perspektivlosigkeit überwinden kann.
      16 5 Melden
    • FrancoL 22.04.2017 22:43
      Highlight Die Wahl ist morgen und da lassen sich keine Perspektiven auf die Schnelle ansetzen. Es braucht einen Neuanfang und der ist eingacher zu leisten wenn ein Neoliberaler am Werk ist und nicht die Le Pen, die in ihrem Programm nebst viel Unbauchbarem aber auch soziale Komponenten portiert die von der Linken dann nicht aufgenommen werden können. Unter den Strich profiliert sich eine starke Linke nicht als Anti Le Pen sondern als Alternative zum Neoliberalismus.
      2 8 Melden
  • Hussain Bolt 22.04.2017 12:24
    Highlight Das so viele Kandidaten sehr EU Kritisch sind könnte auch darauf hindeuten das die Franzosen einen Frexit begrüssen könnten. Meiner Ansicht nach tut Frankreich gut daran Macron zu verhindern denn er wird genauso weitermachen mit der Beteilligung an Terrorbringenden Interventionen sowie die Neoliberalen Arbeiterfeindlichen Gesetze einführen. Macron würde den Terror im Land auch nicht bekämpfen als NATO Befürworter. Fillon oder Le Pen wären meine Wahl. Melenchon fällt für mich raus weil er die Einwanderung nicht beschränken will.
    18 51 Melden
    • FrancoL 22.04.2017 13:42
      Highlight Doch doch die beiden würden Frankreich sicherlich weiter bringen, abwärts ist ja auch weiter.
      Der Terror ist schon in Frankreich, in Vergangenheit hat man verpasst eine geeignete Integration zu suchen und zu finden, da ändert die Le Pen gerade mal nichts und Fillon, naja was soll er bewirken, hat ja nicht einmal seine Familie im Griff.
      Eigentlich solle jemand der Terror im Nickname hat wissen wie es um den Terror steht.
      22 16 Melden
  • Paraflüger 22.04.2017 11:42
    Highlight Ich begreife nicht, wie ein Kündigungsverbot die prekäre Jobsituation in Frankreich verbessern soll. Ein grosses Problem ist jetzt bereits, dass die jungen Leute keine Arbeitsstelle erhalten, sondern höchstens ein Praktikum, welches sehr schlecht bezahlt ist. Die Arbeitgeber hüten sich aber davor, Leute einzustellen. Denn bereits heute ist es in Frankreich schwer, jemandem zu kündigen.
    35 5 Melden
  • a-n-n-a 22.04.2017 11:16
    Highlight Allez Mèlenchon! ✊
    28 26 Melden
    • Rendel 22.04.2017 14:50
      Highlight Mélechon hat keine Chance Präsident zu werden. Ihn zu wählen würde heissen Le Pen zu wählen, käme es zu einer Stichwahl zwischen den beiden.
      10 8 Melden
    • Griffin 22.04.2017 17:20
      Highlight Voll, Sanders in den Vorwahlen zu wählen führte ja auch dazu, dass er dann gegen Trump verliert...

      Wann lernen Mitte und Sozialliberale endlich, dass ihre Zeit langsam vorbei ist? Verlieren oder, vielleicht noch ein letzter knapper Sieg gegen rechtsreaktionäre, faschistoide Kräfte sollte ihnen doch mal die Augen öffnen, dass ihre Verwaltungspolitik sich stark ändern muss, dass mehr vom selben einfach nicht mehr reicht, falls sie diese Reaktionären und in Teilen faschistoiden Elemente verhindern wollen.
      14 9 Melden
    • Rendel 22.04.2017 19:27
      Highlight Mélochon ist kein Sanders.
      5 5 Melden
  • FrancoL 22.04.2017 10:20
    Highlight Ich weiss es ist nicht sinnvoll Aussagen zu werten aber die Aussage von Leben ist doch ein Zeichen von Grössenwahn:

    «Unter mir hätte es keine Anschläge gegeben.»

    Meine Güte kann man wirklich so einen Quatsch rauslassen? Ich kann nur hoffen es war ein Uebersetzungsfehler!

    Wer darauf reinfällt hat sie nicht alle!
    52 12 Melden
    • FrancoL 22.04.2017 10:51
      Highlight solle natürlich nicht Leben sondern LE PEN Hessen, sry.
      14 11 Melden
    • pamayer 22.04.2017 13:49
      Highlight War trotz verschreiber (Autokorrektur) sehr klar.

      Unter ihr hätte es keine Anschläge gegeben. Logisch.
      Aber vielleicht neben ihr, vor ihr oder über ihr.

      Aber unter ihr nicht.

      Verschtohsch, Monn!😎
      16 6 Melden
    • Stachanowist 22.04.2017 13:52
      Highlight Dann korrigiert man den einen Autokorrektur-Fehler und macht gleich den nächsten ;)
      14 2 Melden
    • FrancoL 22.04.2017 14:11
      Highlight Ja kann vorkommen ;-))
      10 6 Melden
    • pamayer 22.04.2017 15:25
      Highlight
      7 1 Melden

Zum Tod von Charles Manson: Wie man einen Teufel macht

Ein Mann, viel Mythos: Charles Manson galt in den USA als das personifizierte Böse. Nun ist er im Alter von 83 Jahren gestorben. Wie wurde der Kleinkriminelle zum Antichrist?

Mit der Popkultur ist das so eine Sache, eine lustige und eine alberne. Lustig, weil Pop alles grell und einfach macht. Albern, weil Pop stets die Oberfläche dem Inhalt vorzieht und so seine Ikonen bis zur Sinnlosigkeit aufbläst.

Che Guevara ist so eine. Auf T-Shirts, Kaffeebechern, Buttons steht sein Konterfei für die meisten Menschen für «irgendwas mit Rebellion». Warum er gekämpft hat? Und wofür? Egal.

So ist es auch mit Charles Manson. Auf den bekannteren Fotos trägt …

Artikel lesen