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Notstand auf Vanuatu: Der Wirbelsturm «Pam» bläst ganze Gemeinden weg

Nach der gewaltigen Verwüstung durch Zyklon «Pam» sind die ersten Flugzeuge mit Hilfsgütern in den Pazifikstaat Vanuatu unterwegs. In der Hauptstadt Port Vila wurden nach Angaben der Hilfsorganisation Oxfam bis zu 90 Prozent der Häuser beschädigt. Der Notstand wurde ausgerufen.

Das genaue Ausmass der Katastrophe war aber noch völlig unklar, weil es selbst fast 48 Stunden nach der Katastrophe keinen Kontakt zu den rund 80 Inseln Vanuatus gab. Nur in der Hauptstadt funktionierte der Mobilfunk. Die australische Luftwaffe wollte sich mit Aufklärungsflügen einen Überblick verschaffen. Neuseeland schickte ein Hercules-Transportflugzeug mit zehn Tonnen Hilfsgütern, darunter Nahrungsmittel und Erste-Hilfe-Pakete.

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Sturm der höchsten Kategorie

«Pam» ist einer der gefährlichsten je registrierten Zyklone, mit Böen von mehr als 300 Kilometern in der Stunde. Er hatte Vanuatu in der Nacht zu Samstag mit voller Wucht getroffen. Laut australischem Wetterdienst änderte «Pam» in letzter Minute die Richtung und zog näher an Port Vila vorbei als vorhergesagt.

In this image provided by UNICEF Pacific people walk along the shore where debris is scattered in Port Vila, Vanuatu, Saturday, March 14, 2015, in the aftermath of Cyclone Pam. Winds from the extremely powerful cyclone that blew through the Pacific's Vanuatu archipelago are beginning to subside, revealing widespread destruction. (AP Photo/UNICEF Pacific, Humans of Vanuatu) EDITORIAL USE ONLY, NO SALES

Die Sturmböen erreichten Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 330 km/h. Bild: AP/UNICEF Pacific Humans of Vanuatu

«Dies dürfte eine der schlimmsten Katastrophen sein, die wir je im Pazifik gesehen haben», sagte der Vanuatu-Direktor der Hilfsorganisation Oxfam, Colin Collet van Rooyen, in Port Vila. «Vanuatu hat ein Desaster dieses Ausmasses in seiner jüngeren Geschichte noch nicht erlebt», sagte Sune Gudnitz, Chef des Pazifikbüros der UNO-Nothilfekoordination (OCHA).

Ausmass kaum fassbar

«Sämtliche Vegetation in und um Port Vila liegt flach, Telefon- und Strommasten liegen auf der Strasse», berichtete Christopher Bartlett, Leiter des Büros der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Port Vila, der Deutschen Presse-Agentur. «Man konnte in den ersten 36 Stunden kaum aus dem Haus, weil Stromkabel abgerissen über den Strassen hingen.» «Viele Menschen haben heute begonnen, ihre Dächer zu reparieren und nasse Matratzen und Kleidung in der Sonne zu trocknen», sagte er. «Die Leute können das Ausmass kaum fassen.»

Sechs Tote bestätigt

Vanuatus Behörde für Katastrophenschutz bestätigte zunächst sechs Todesopfer. Hilfsorganisationen gingen von einer höheren Opferzahl aus. Vanuatus Hauptinsel ist in drei Flugstunden sowohl von Brisbane in Australien als auch von Auckland in Neuseeland zu erreichen. 

epa04662949 Vanuatu President Baldwin Lonsdale holds a strawberry at the Tohoku food booth in the reception hosted by Japanese government during the third UN World Conference on Disaster Risk Reduction in Sendai, Japan, 14 March 2015. The president of Vanuatu appealed for international assistance on March 14 after his island nation was hit by a terrifying tropical cyclone in what may be one of the region's worst weather disasters.  EPA/TOSHIFUMI KITAMURA / POOL

Vanuatus Präsident Baldwin Lonsdale. Bild: EPA/AFP

Um Fassung ringend bat Vanuatus Präsident Baldwin Lonsdale um Hilfe: «Unsere Hoffnung auf eine blühende Zukunft ist zerstört», sagte er vor Delegierten einer UNO-Konferenz zur Katastrophenvorsorge in Japan. «Ich appelliere im Namen meiner Regierung und des Volkes an Sie, uns eine Hand zu reichen, um mit diesem Unglück fertig zu werden.» UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte, es seien «grossflächige Zerstörungen» zu befürchten. Den betroffenen Menschen sprach er sein Mitgefühl aus. 

Neuseeland erwartet Sturmflut 

Der Zyklon richtete auch in Nachbarstaaten Vanuatus wie den Salomonen-Inseln und in Neukaledonien Schäden an. Am Sonntag zog «Pam» weiter Richtung Süden. Neuseeland bereitete sich auf Sturmfluten im Norden des Landes vor. 

Während der wärmeren Monate kommt es im Pazifik immer wieder zu Wirbelstürmen. Vor einem Jahr hatte der Zyklon «Lusi» auf Vanuatu schwere Schäden angerichtet, elf Menschen kamen ums Leben. Der bislang stärkste Sturm in der Region war dem Wetterdienst in Fidschi zufolge «Zoe» im Jahr 2002. (kad/sda/dpa/afp)



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    Alle Leser-Kommentare
  • Why-not? 15.03.2015 12:13
    Highlight Highlight Leider werden in Zukunft immer heftigere Wirbelstürme auftreten. Grund ist die Erwärmung der Meere durch den Klimawandel. Dadurch verdunstet das Meer grössere Mengen an Wasser und verändern sich Wind- und Jetstreammuster. Weil viel mehr Energie in den Meeren angehäuft ist, nimmt die Gewalt und die Häufigkeit von Orkanen und Stürmen zu.
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