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Corpus Christi in Texas: Vorboten des Sturms «Harvey». Bild: AP/Austin American-Statesman

Nach Sturm «Harvey» droht die Flut

25.08.17, 22:59 26.08.17, 22:51

Hurrikan «Harvey» hat in der Nacht zum Samstag mit heftigen Winden und peitschenden Regenfällen die Küste des US-Staats Texas erreicht. Das Auge des Sturms sei auf das Festland getroffen, teilte das Nationale Hurrikanzentrum (NHC) mit. Es gibt Berichte von Schäden, Rettungskräfte können wegen der Wetterbedingungen jedoch nicht ausrücken.

Seit Samstagfrüh hat sich der Hurrikan nach Angaben des NHC jedoch abgeschwächt. Bis Samstagvormittag wurde er auf Kategorie 1 herabgestuft, aber der Nationale Wetterdienst der USA warnte weiter vor verheerenden Springfluten, Regenfällen und Überschwemmungen, die im Südwesten des Bundesstaates noch bis in die Mitte der nächsten Woche andauern können.

An einigen Orten in Texas wurde das Stromnetz beschädigt. Rund 213'000 Menschen seien derzeit ohne Strom, berichtete der Netzbetreiber Ercot am Samstagmorgen (Ortszeit) auf seiner Webseite. Der Nationale Wetterdienst der USA warnte weiter vor verheerenden Springfluten, Regenfällen und Überschwemmungen, die im Südwesten des Bundesstaates noch bis in die Mitte der nächsten Woche andauern können.

Wohl schwerster Sturm seit «Katrina»

In den US-Bundesstaaten Texas und Louisiana sind bereits am Freitag hunderttausende Menschen vor dem gefährlichen Hurrikan «Harvey» in Sicherheit gebracht worden. US-Präsident Donald Trump rief für Texas den Katastrophenzustand aus. Er habe auf Wunsch des Gouverneurs des Bundesstaates, Greg Abbott, gehandelt, twitterte Trump am Freitag. Somit könnten jegliche Staatshilfen in Anspruch genommen werden. Trumps Sprecherin kündigte zudem an, der Präsident werde Anfang kommender Woche nach Texas reisen.

Im Auge von« Harvey». Bild: EPA/NOAA

Der Hurrikan könnte damit zum schwersten Sturm in den USA werden, seit vor zwölf Jahren «Katrina» die Stadt New Orleans und die umliegende Gegend verwüstet und mehr als 1800 Tote gefordert hatte. Betroffen ist ein von insgesamt 16 Millionen Menschen bewohntes Gebiet zwischen der Stadt Brownsville und Houston mit einem Küstenstreifen von etwa 560 Kilometern Länge.

Rund 50 Prozent der Bewohner hätten sich vor dem Sturm trotz anderslautender Empfehlungen entschlossen, in der Gefahrenzone zu bleiben. Es würden Todesopfer befürchtet. Es sei damit zu rechnen, dass einige Gebiete «für Wochen oder Monate unbewohnbar» sein würden, zitierte CNN Meteorologen. Auch der oberste US-Katastrophenschützer rief die Texaner am Samstag auf, Hurrikan «Harvey» weiter äusserst ernst zu nehmen. Der Sturm entwickle sich zu einem «tödlichen Inland-Ereignis», twitterte Brock Lang, Chef der US-Behörde für Katastrophenhilfe (FEMA), am Morgen.

Auch Ölplattformen geräumt

In Texas liefen die ersten Evakuierungen an. Mehrere Ölplattformen im Golf von Mexiko wurden geräumt. Mehrere Gemeinden des Bundesstaates riefen die Anwohner auf, ihre Häuser zu verlassen. «An alle, die sich noch nicht in Sicherheit gebracht haben: Tut dies rasch», hiess es auf der Website der texanischen Stadt Portland.

Gouverneur Abbott erklärte 30 Landkreise zum möglichen Katastrophengebiet. In Houston, der grössten Stadt auf der voraussichtlichen Route des Wirbelsturms, wurden die Schulen bis einschliesslich Montag vorsorglich geschlossen.

Es könnte einer der gefährlichsten Stürme seit «Katrina» werden, so Experten. Bild: AP/Austin American-Statesman

Örtliche Fernsehsender zeigten Menschen bei Hamsterkäufen in Supermärkten, Stop-and-go-Verkehr auf Autobahnen und lange Schlangen an Tankstellen. Der beste Rat, den er geben könne, laute: «Raus hier – und zwar jetzt!», sagte der Bürgermeister von Rockport, Patrick Rios.

Von den 9500 Einwohnern von Rockport hatten schätzungsweise 60 Prozent den Ort verlassen. Die Verbliebenen forderte der Bürgermeister schroff auf, sich ihre Sozialversicherungsnummer auf den Arm zu schreiben, damit sie als Tote identifiziert werden könnten.

Verbarrikadieren, Sandsäcke: Texaner sehen sich vor. Bild: AP/AP

In Corpus Christi, einer weiteren texanischen Küstenstadt, wurde der Flughafen evakuiert. Einem Bericht des Fernsehsenders CNN zufolge wurden zehn Neugeborene aus Furcht vor längeren Stromausfällen im Krankenhaus in eine Einrichtung weiter landwärts gebracht.

Mobile Häuser besonders in Gefahr

Viele Einwohner der Stadt stapelten Sandsäcke aufeinander, um gegen «Harvey» gewappnet zu sein. In der Hafenstadt mit ihren gut 300'000 Einwohnern ist nach Angaben von Reportern vor Ort und der Zeitung «Caller Times» das öffentliche Leben weitgehend heruntergefahren. Das NHC warnte vor der «vollständigen Zerstörung mobiler Häuser» und kündigte an, dass einige Gebiete «für Wochen oder Monate unbewohnbar» sein könnten. 

Für die Einwohner von sieben Bezirken an der Küste wurde eine Evakuierung angeordnet, sie müssen sich dem aber nicht beugen. Viele Menschen flüchteten sich von der Küste in Richtung der Städte San Antonio oder Austin im Landesinneren, die aber ebenfalls von den Ausläufern «Harveys» erreicht werden könnten.

Für das benachbarte Louisiana wird ebenfalls heftiger Regen durch «Harvey» erwartet. Sorgen gibt es vor allem in New Orleans, dem Zentrum der «Katrina»-Katastrophe vor zwölf Jahren. Der Bürgermeister der Grossstadt, Mitch Landrieu, erklärte, Rettungsfahrzeuge und Boote stünden bereit. Evakuierungen waren in New Orleans zunächst nicht vorgesehen. (kün/sda/afp)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 26.08.2017 17:54
    Highlight Ob Harvey oder Trump, beides sind Katastrophen. Und ja das Klima ändert sich seit je her ständig und wir tragen etwas dazu bei. Das kann man festhalten. Doch während einige Katastrophen der normale Lauf der Dinge sind (sich nicht verhindern lassen), sind andere vom Mensch direkt verursacht (wären zu verhindern gewesen).
    10 3 Melden
  • Gelöschter Benutzer 26.08.2017 14:32
    Highlight Man hat Trump informiert, dass "Katrina" in den USA angekommen sei. Darauf Trump: "Hat sie heute Abend schon was vor"?
    15 18 Melden
  • Sanchez 26.08.2017 10:27
    Highlight Möge sich der hurricane bitte bitte noch abschwächen.. 😏🙏🏻
    37 16 Melden
    • Sanchez 26.08.2017 11:28
      Highlight Darf ich fragen, was es hier zu blitzen gibt??
      34 16 Melden
    • Rendel 26.08.2017 12:22
      Highlight Ich denke weil Du betest. Manche hier drehen sich so stark um sich selber, dass alles geblitzt wird, was nicht ihrer Art zu leben entspricht.
      44 13 Melden
  • banda69 26.08.2017 10:17
    Highlight Jetzt darf sich Trump beweisen.
    Bin gespannt.
    13 16 Melden
    • lilas 26.08.2017 10:28
      Highlight Am besten er reist direkt ins Auge des Harveys...
      40 15 Melden
    • E. Edward Grey 26.08.2017 11:17
      Highlight @lilas, sie wünschen ihm also Windstille und Sonnenschein?
      30 4 Melden
    • karl_e 26.08.2017 11:30
      Highlight im Auge ist's windstill. Fast.
      20 3 Melden
    • lilas 29.08.2017 00:32
      Highlight Egal, Hauptsache er bleibt dort
      2 0 Melden
  • Jein 26.08.2017 08:34
    Highlight Trump möchte natürlich die Fehler von G. W. Bush im Umgang mit Katrina vermeiden, auch profitiert er von der von Obama ausgebauteten FEMA.

    Trotzdem ist es sehr problematisch dass Trump und seine Anhanger nicht an den Klimawandel glauben. Die Auswirkungen werden in den republikanischen Südstaaten am stärksten sein, trotzdem tut Trump alles gegen Forschung auf diesem Gebiet: Zensur, Kürzungen und vor wenigen Tagen hat er die Regierungs-Kommission zum Thema aufgehoben.
    53 23 Melden
    • m. benedetti 26.08.2017 09:53
      Highlight Was für ein Fake Kommentar. Studieren sie die Geschichte der Hurrikane. Da gibt es keinen Trend der auf den Klimawandel schliessen liesse.
      20 74 Melden
    • Iko5566 26.08.2017 10:40
      30 8 Melden
    • Wölfli beim Lamm 26.08.2017 10:46
      Highlight @benedetti. Klaro. Und das Schmelzen des Permaeises in den Bergen hat auch nichts zu tun mit der Klimaerwärmung. Sagt doch jeder, nich. Passt scho, wollen uns doch die Party nicht versauen lassen von griesgrämigen Warnern, alles grün-linke, was schon wieder?
      46 11 Melden
    • Firefly 26.08.2017 12:01
      Highlight @m. benedetti Es gibt keine Fake Kommentare. Komentare sind immer Meinungen. Es gibt auch keine Fake Meinungen, denn eine Meinung hat keinen Wahrheitsanspruch und ein Kommentar auch nicht.

      Es gibt nur Nachplapperis die ohne zu denken Meinungen von anderen übernehmen und sie dann sogar noch ad absurdum verwenden.
      32 5 Melden
    • Jein 26.08.2017 13:57
      Highlight George Soros bezahlt mich für meine Kommentare, klar ich bin fake und ein globalistischer Jude. Mich auf solch billige Art und Weise abtun zu wollen zeugt wohl davon dass du keine wesentlichen Argumente gegen den wissenschaftlichen Konsensus über den Klimawandel aufbringen kannst.
      15 3 Melden
  • E. Edward Grey 26.08.2017 08:33
    Highlight Ich frag mich immer was die Leute ausgerechnet in solchen Situationen speziell mit Hamstern anfangen. Das führt doch nur zur Engpässen.

    http://www.der-postillon.com/2016/08/hamsterkaeufe.html
    30 6 Melden
    • Töfflifahrer 26.08.2017 08:41
      Highlight Nüchtern betrachtet stimmt das. Nur wer in einem solchen Moment handeln muss, der versucht sich mit allem einzudecken um ein paar Wochen durchstehen zu können. Das würde sich bei uns Notvorrat nennen. Das haben bei uns zwar nicht mehr viele aber in anderen Staaten haben die das mit Sicherheit nicht. So kommt es wie es kommen muss, das Angebot ist für eine solche, kurzfristige und seltene Nachfrage nicht ausgelegt.
      12 15 Melden
    • Luzi Fair 26.08.2017 11:04
      Highlight @Töfflifahrer
      wie willst du ein paar Wochen mit Hamstern durchstehen???
      Bzw. was willst du damit machen???
      8 8 Melden
    • Töfflifahrer 28.08.2017 11:34
      Highlight Was ich sage ist nur, dass in solchen Situationen das rationale Denken aufhört und @Luzi, na Essen, Trinken, Batterien für Taschenlampen bereit haben, einfach so komisches Zeigs eben!
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