International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Friederike» wütet in Europa + Acht Tote + Holländer werden von Wind mitgerissen



Der heftige Sturm «Friederike» hat in den Niederlanden, Deutschland, Belgien und Italien für Chaos gesorgt. Am Donnerstagnachmittag kam der Bahn-Fernverkehr in Deutschland landesweit zum Erliegen. Auch in den Niederlanden brach der Bahnverkehr zeitweilig zusammen.

Züge würden aus Sicherheitsgründen nicht mehr losfahren, sagte ein Bahnsprecher gegenüber Nachrichtenagenturen in Berlin. Züge, die noch unterwegs seien, sollten aber soweit möglich bis zum Zielbahnhof fahren. Der Stopp werde voraussichtlich den gesamten restlichen Tag andauern, meldete die Nachrichtenagentur AFP.

Es handle sich um eine Sicherheitsmassnahme, weil etwa umgestürzte Bäume oder andere Gegenstände auf den Gleisen liegen könnten. Auch in den Niederlanden war der Zugverkehr zuvor zeitweilig eingestellt worden.

Auf den Bahnverkehr in der Schweiz hatte die Einstellung des Fernverkehrs in Deutschland keine Auswirkungen, wie ein SBB-Sprecher bekanntgab. Einzig Zugfahrende, die nach Deutschland fahren wollten oder von Deutschland herkommend in die Schweiz reisten, waren betroffen.

«Friederike» war am Donnerstag von Westen kommend über Deutschland gefegt. Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) erreichten Böen Geschwindigkeiten von mehr als 130 Kilometer pro Stunde, auf dem Brocken im Harz sogar mehr als 200 km/h. Das Unwetter habe jetzt Orkanstärke erreicht, sagte ein DWD-Sprecher am Nachmittag.

Die Deutsche Bahn riet allen Reisenden, sich online über den aktuellen Stand zu informieren. In Regionen, in denen Orkanböen drohen, empfehlen die Meteorologen, Aufenthalte im Freien zu vermeiden. Sie warnen vor entwurzelten Bäumen, herabstürzenden Dachziegeln und Schäden an Gerüsten und Hochspannungsleitungen.

Pöstler kämpft gegen den Wind in Düsseldorf – und verliert klar.

Zahlreiche Flüge gestrichen

In Deutschland strichen mehrere Flughäfen aus Sicherheitsgründen Flüge. An den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn lief der Flugbetrieb nach Betreiberangaben mit Einschränkungen. 26 Starts und Landungen wurden in der Landeshauptstadt annulliert, davon vor allem Flüge von und nach Amsterdam.

Der Amsterdamer Flughafen Schiphol strich alle Flüge. In Köln/Bonn ging für eineinhalb Stunden nichts mehr. Ab 13.00 Uhr wurde der Flugbetrieb teilweise wieder aufgenommen. Am grössten deutschen Flughafen in Frankfurt lief der Betrieb dagegen störungsfrei, wie ein Sprecher der Betreiberin Fraport erklärte.

In Belgien stellte der Hafen von Gent am Morgen wegen heftiger Winde den Betrieb ein. Betroffen waren etwa zehn Schiffe. Die Zugbrücke von Zelzate am Kanal von Gent zur Küste blieb laut Belga ebenfalls geschlossen, so dass Hochseeschiffe nicht passieren konnten.

In Norditalien waren unter anderem im Aostatal zahlreiche Skipisten wegen des starken Windes geschlossen. In Sizilien, bei Neapel und auf Sardinien war der Fährverkehr stark eingeschränkt. Zahlreiche Bäume knickten um und fielen auf Autos.

Mindestens acht Tote

Der Sturm «Friederike» hat in den Niederlanden, Deutschland, Belgien und Italien mindestens acht Menschenleben gekostet. In den Niederlanden wurde ein 62-jähriger Mann von einem abgebrochen Ast erschlagen. In Enschede nahe der deutschen Grenze starb ein Autofahrer, nachdem ein Baum auf das Auto gefallen war.

In Deutschland starb ein Mann auf einem Dauercampingplatz durch einen entwurzelten Baum. Ein 68-jähriger Lastwagenfahrer kam bei einem sturmbedingten Verkehrsunfall ums Leben. In Thüringen wurde ein Feuerwehrmann von einem Baum erschlagen und ein weiterer schwer verletzt. Im sauerländischen Sundern starb ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr bei einem Sturmeinsatz.

In Belgien forderte der Sturm ebenfalls ein Todesopfer. Eine Autofahrerin wurde von einem umfallenden Baum erschlagen. Auch in Italien tötete der heftige Sturm einen Menschen. Ein Mann sei am Mittwoch mit seinem Bruder in der südlichen Stadt Crotone auf ein Dach geklettert, um es auf Sturmschäden zu prüfen, berichteten italienische Nachrichtenagenturen. Der Wind habe ihn umgeworfen, so dass er in den Tod stürzte. 

Der Kölner Dom ist grossenteils aus Trachyt vom Drachenfels am Rhein. Das Gestein wurde im Mittelalter über den Fluss nach Köln transportiert und dort verbaut. Kleinere Steinschläge am Dom durch Verwitterung oder Kriegsschäden sind nicht ungewöhnlich. Bei Sturm erhöht sich das Risiko deutlich, weshalb die Domplatte dann vorsichtshalber abgesperrt wird.

Alarmstufe Rot in Holland

Wegen des schweren Sturms rief der niederländische Wetterdienst KNMI am Donnerstag derweil Alarmstufe Rot für grosse Teile des Landes aus. Wenn man folgende Videos sieht, ist auch klar, weshalb:

Erwartet wurden Orkanböen mit einer Stärke von bis zu 140 Kilometern pro Stunde.

Der Sturm führte bereits am frühen Morgen zu starken Behinderungen im Verkehr. Mehrere Lastwagen waren durch die heftigen Böen umgekippt und blockierten Autobahnen.

Am Amsterdamer Flughafen Schiphol waren 250 Flüge gestrichen worden; Passagiere wurden vor Verspätungen gewarnt. Wegen starker Seitenwinde konnten nicht alle Start- und Landebahnen genutzt werden.

(cma/nfr/sda/dpa)

Das war der Landeanflug in den Windböen von «Burglind»

Play Icon

Video: srf

Wintersturm Burglind fegt über die Schweiz

Das könnte dich auch interessieren:

Wir wollen viel zu viel: Sexbots, die was fühlen und geklonte Mammuts

Link to Article

Diese Schweizer TV-Box macht dem Streit um Replay-TV ein Ende

Link to Article

Sozialdetektive-Befürworter leaken Betrüger-Videos – laut Datenschützer ist das verboten

Link to Article

5 Hashtags, die viral gingen und tatsächlich etwas verändert haben

Link to Article

Lieber Arno, ich glaube leider, es ist wirklich an der Zeit zu gehen

Link to Article

27 Witze, die jeden Nerd zum Schmunzeln bringen

Link to Article

Vormarsch der Demokraten: Es gab doch eine «Blaue Welle» bei den Midterms

Link to Article

Mayotte – Europas zerrissenes Paradies am Ende der Welt

Link to Article

Ein junger Jude verliebt sich in eine Schickse – Orthodoxe fühlen sich im falschen Film

Link to Article

Hallo, Impfgegner – diese 7 Antworten zur Grippeimpfung sind speziell für euch

Link to Article

Die 11 schönsten Höhlen der Welt, in denen du dich vor der Fasnacht verstecken kannst

Link to Article

Die tiefe Spaltung der USA ist alarmierend – und ein Zeichen der Zeit

Link to Article

Wichtig: Eine Rangliste der 18 besten Drunk Foods aus aller Welt 🍺🍕🍻🍔🍺

Link to Article

Wie zwei Nerds die Welt eroberten – und ihre Ideale verrieten

Link to Article

Diese 10 Dinge kommen Ausländern als Erstes in den Sinn, wenn sie an die Schweiz denken

präsentiert vonBrand Logo
Link to Article

Eklat beim F1-Grand-Prix von Brasilien: Verstappen pöbelt Ocon nach dem Rennen an

Link to Article

Es ist Tag der schlechten Wortspiele oder wie wir vom Sport sagen: Heimspiel!

Link to Article
Alle Artikel anzeigen
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

7
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Leon1 18.01.2018 16:52
    Highlight Highlight 6 Tote?

    Wichtiger Text dazu von Kachelmann, zwar für Burglind und Deutschland geschrieben, aber immer noch genauso relevant!

    http://www.twitlonger.com/show/n_1sqcqha
    16 8 Melden
  • GrennendesBüssi 18.01.2018 15:35
    Highlight Highlight Und trotzdem müssen alle noch zur Arbeit.
    36 7 Melden
    • Silent_Revolution 18.01.2018 16:54
      Highlight Highlight Herrscht denn schon wieder Arbeitszwang? Die Gehorsamen machen das freiwillig, für Kohle und gesellschaftliches Ansehen. Da trotzt man doch gerne den Naturgewalten.

      Auch bei einem Weltuntergangsszenario wird die Post weiterhin ausgetragen. Schliesslich müssen die Zahlungsbefehle raus, komme was da wolle.
      26 22 Melden
    • Helona 18.01.2018 22:36
      Highlight Highlight Nein, die Päckchen von Zalando! Kaufen hät die Wirtschaft in Schwung!
      0 2 Melden
  • Loco Floco 18.01.2018 14:04
    Highlight Highlight Da bekommt ja der Begriff "fliegende Holländer" eine völlig neue Bedeutung.
    Hoffe natürlich das niemand verletzt wird.
    201 8 Melden
  • Resistance 18.01.2018 13:40
    Highlight Highlight Sorry! 9 GAG war schneller! ;-)
    6 27 Melden
  • Hans Maulwurf 18.01.2018 13:39
    Highlight Highlight Holi Fack!
    30 6 Melden

So wütete «Fabienne»: 110-km/h-Böen + Gondel losgerissen + Frau in Deutschland erschlagen 

Pünktlich zum astronomischen Herbstanfang ist Sturmtief «Fabienne» am Sonntagabend mit Böen von bis zu Tempo 113 durchs Flachland gefegt. Es wurden Bäume ausgerissen und der Flugverkehr durcheinander gewirbelt.

Die Winde erreichten örtlich Böen von über 100 Kilometern pro Stunde, wie der Wetterdienst Meteonews mitteilte. Auf dem St. Chrischona bei Basel wurde eine Windböe von Tempo 113 gemessen. In den Bergen erreichte der Sturm Orkanstärke. Auf dem Säntis SG und dem Chasseral BE blies es …

Artikel lesen
Link to Article