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Polizei über Julian Assange: «Wenn er rauskommt, nehmen wir ihn fest»

Wikileaks-Gründer Julian Assange erwägt, am Freitag die ecuadorianische Botschaft in London zu verlassen – nach fast vier Jahren. Die britische Polizei steht schon bereit.



epa05142260 (FILE) A file photograph dated 19 August 2012 of Wikileaks founder Julian Assange delivering a statement on the balcony inside the Ecuador Embassy, London as police officers stand guard below. WikiLeaks founder Julian Assange on 04 February 2016 said he would hand himself in to British police on 05 February in the event of an unfavourable decision from a UN investigation. A UN working group is set to publish a determination on whether Assange, who has been holed up in the Ecuadorian embassy in London since 2012 to avoid extradition to Sweden, is in effect illegally detained there. Swedish authorities have requested his extradition in connection with several sexual assault charges. Assange has said he fears further extradition from Sweden on to the United States, where he faces other charges.  EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA *** Local Caption *** 50902698

Streng bewacht: Julian Assange
Bild: FACUNDO ARRIZABALAGA/EPA/KEYSTONE

Ein Artikel von

Spiegel Online

Seit Jahren harrt Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London aus, jetzt spielt der Wikileaks-Gründer mit dem Gedanken, sich zu stellen. Genau darauf wartet offenbar die britische Polizei: «Wenn er aus der Botschaft herauskommt, werden wir alles tun, um ihn festzunehmen», sagte ein Sprecher.

Der 44-jährige Australier hatte am Donnerstagmorgen erklärt, am Freitag das Gebäude verlassen zu wollen, sollte sich ein UNO-Gremium nicht auf seine Seite stellen. Assange lebt seit Juni 2012 in der Botschaft, um einer Festnahme durch Schweden und einer möglichen Auslieferung an die USA zu entgehen.

Der Aktivist hatte im September 2014 bei der UNO-Arbeitsgruppe für willkürliche Inhaftierungen eine Beschwerde gegen Grossbritannien und Schweden eingereicht, weil sein Verbleib in der ecuadorianischen Botschaft einer illegalen Inhaftierung gleichkomme. Die Experten wollen am Freitag in Genf ihre Meinung zu dem Fall öffentlich bekannt geben. Diese ist allerdings rechtlich nicht bindend.

Vorwürfe zurückgewiesen

Wegen der Wikileaks-Enthüllungen befürchtet Assange in den Vereinigten Staaten eine lebenslange Haftstrafe. Die schwedische Staatsanwaltschaft hatte mehrere Vorwürfe der sexuellen Belästigung und Nötigung gegen Assange erhoben. Abgesehen von dem Vergewaltigungsvorwurf sind die Fälle aber inzwischen verjährt. Assange hat diese Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Assanges Enthüllungsplattform kämpft mit der Veröffentlichung geheimer Unterlagen für Transparenz. Tausende Botschaftsdepeschen und Berichte der USA aus den Kriegen im Irak und in Afghanistan landeten 2010 auf Wikileaks. Die US-Soldatin Chelsea Manning musste dafür ins Gefängnis, sie gilt als Quelle der Dokumente. Die USA ermitteln auch gegen weitere Wikileaks-Unterstützer.

Zuletzt hatte Ecuadors Präsident Rafael Correa im Januar bekannt gegeben, dass Assange bald in der Botschaft befragt werden solle. Im Dezember hatte Schweden ein Abkommen geschlossen, das den Weg für eine Befragung Assanges frei macht.

kev/AFP/dpa/Reuters

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    Alle Leser-Kommentare
  • Tatwort 04.02.2016 12:54
    Highlight Highlight Grossbritannien, Schweden und alle Länder, die sich hier auf die Seite der USA stellen, haben sich von den Prinzipien der freien Meinungsäusserung und politischer Transparenz verabschiedet.

    Man stelle sich vor, Assange wäre ein türkischer oder chinesischer Dissident: Er würde genau von denselben Politikern hofiert, die ihn heute am liebsten hängen würden.
    4 0 Melden
  • koks 04.02.2016 11:06
    Highlight Highlight was macht ein staat, wenn er einen menschen aus politischen gründen einbuchten will? er lanciert ein paar vergewaltigungsvorwürfe. gewinnt damit sympathien von 50% der bevölkerung (frauen), und holt sich den aufmüpfigen bürger in haft. clever.
    25 6 Melden

Wurde Julian Assange in den USA angeklagt? Wikileaks meint: Ja

Wikileaks-Gründer Julian Assange ist nach Angaben der Enthüllungsplattform in den USA angeklagt worden. Die genauen Vorwürfe gegen Assange waren zunächst aber unklar.

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