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Polizei über Julian Assange: «Wenn er rauskommt, nehmen wir ihn fest»

Wikileaks-Gründer Julian Assange erwägt, am Freitag die ecuadorianische Botschaft in London zu verlassen – nach fast vier Jahren. Die britische Polizei steht schon bereit.

04.02.16, 10:57 04.02.16, 11:07

Streng bewacht: Julian Assange
Bild: FACUNDO ARRIZABALAGA/EPA/KEYSTONE

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Seit Jahren harrt Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London aus, jetzt spielt der Wikileaks-Gründer mit dem Gedanken, sich zu stellen. Genau darauf wartet offenbar die britische Polizei: «Wenn er aus der Botschaft herauskommt, werden wir alles tun, um ihn festzunehmen», sagte ein Sprecher.

Der 44-jährige Australier hatte am Donnerstagmorgen erklärt, am Freitag das Gebäude verlassen zu wollen, sollte sich ein UNO-Gremium nicht auf seine Seite stellen. Assange lebt seit Juni 2012 in der Botschaft, um einer Festnahme durch Schweden und einer möglichen Auslieferung an die USA zu entgehen.

Der Aktivist hatte im September 2014 bei der UNO-Arbeitsgruppe für willkürliche Inhaftierungen eine Beschwerde gegen Grossbritannien und Schweden eingereicht, weil sein Verbleib in der ecuadorianischen Botschaft einer illegalen Inhaftierung gleichkomme. Die Experten wollen am Freitag in Genf ihre Meinung zu dem Fall öffentlich bekannt geben. Diese ist allerdings rechtlich nicht bindend.

Vorwürfe zurückgewiesen

Wegen der Wikileaks-Enthüllungen befürchtet Assange in den Vereinigten Staaten eine lebenslange Haftstrafe. Die schwedische Staatsanwaltschaft hatte mehrere Vorwürfe der sexuellen Belästigung und Nötigung gegen Assange erhoben. Abgesehen von dem Vergewaltigungsvorwurf sind die Fälle aber inzwischen verjährt. Assange hat diese Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Assanges Enthüllungsplattform kämpft mit der Veröffentlichung geheimer Unterlagen für Transparenz. Tausende Botschaftsdepeschen und Berichte der USA aus den Kriegen im Irak und in Afghanistan landeten 2010 auf Wikileaks. Die US-Soldatin Chelsea Manning musste dafür ins Gefängnis, sie gilt als Quelle der Dokumente. Die USA ermitteln auch gegen weitere Wikileaks-Unterstützer.

Zuletzt hatte Ecuadors Präsident Rafael Correa im Januar bekannt gegeben, dass Assange bald in der Botschaft befragt werden solle. Im Dezember hatte Schweden ein Abkommen geschlossen, das den Weg für eine Befragung Assanges frei macht.

kev/AFP/dpa/Reuters

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    Alle Leser-Kommentare
  • Tatwort 04.02.2016 12:54
    Highlight Grossbritannien, Schweden und alle Länder, die sich hier auf die Seite der USA stellen, haben sich von den Prinzipien der freien Meinungsäusserung und politischer Transparenz verabschiedet.

    Man stelle sich vor, Assange wäre ein türkischer oder chinesischer Dissident: Er würde genau von denselben Politikern hofiert, die ihn heute am liebsten hängen würden.
    4 0 Melden
  • koks 04.02.2016 11:06
    Highlight was macht ein staat, wenn er einen menschen aus politischen gründen einbuchten will? er lanciert ein paar vergewaltigungsvorwürfe. gewinnt damit sympathien von 50% der bevölkerung (frauen), und holt sich den aufmüpfigen bürger in haft. clever.
    25 6 Melden

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