International

Wirtschaftskrise im Süden: So wird das nichts mit Europa

In Italien droht ein Bankenkollaps, in Spanien, Portugal und Frankreich herrscht der Schuldenstaat: Die Eurozone driftet auseinander, Regeln werden kaum noch eingehalten.

31.07.16, 15:48 31.07.16, 16:30

Markus Becker, Brüssel

Ein Artikel von

Eigentlich war alles wie immer: Die Südeuropäer hatten ihre Haushalte überzogen und Wolfgang Schäuble gab den Vorkämpfer für eiserne Disziplin. Man habe bewiesen, «dass die Regeln des Stabilitätspakts tatsächlich angewandt werden», sagte der deutsche Bundesfinanzminister, nachdem er und seine EU-Amtskollegen Mitte Juli ein Strafverfahren gegen Spanien und Portugal eingeleitet hatten.

Schäuble am 20. Juni in Berlin. Bild: HANNIBAL HANSCHKE/REUTERS

Am Mittwoch aber empfahl die EU-Kommission abermals, auf eine Bestrafung der Defizitsünder zu verzichten. Es folgte das gewohnte Schwarze-Peter-Spiel: Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem zeigte sich «enttäuscht», der CSU-Wirtschaftspolitiker Markus Ferber nannte die Kommission «feige» und warf ihr vor, die Glaubwürdigkeit des Stabilitäts- und Wachstumspakts zu untergraben.

Die Kommission verbreitete daraufhin, dass ausgerechnet Schäuble höchstpersönlich bei mehreren Kommissaren gegen Sanktionen interveniert habe. Und überhaupt habe man nur eine Empfehlung ausgesprochen. Sollten die EU-Finanzminister damit nicht einverstanden sein, könnten sie anders entscheiden, betonte eine Kommissionssprecherin. Die Minister aber sind in einer komfortablen Situation: Tun sie zehn Tage lang einfach nichts, wird die Empfehlung der Kommission automatisch umgesetzt.

Und genau das wollen sie mehrheitlich. Denn angesichts des anstehenden Brexit und des Erstarkens von Links- und Rechtspopulisten will niemand zusätzlichen Ärger.

Doch die Haushaltsdefizite von Spanien (5.1 Prozent im Jahr 2015) und Portugal (4.4 Prozent) sind nur ein Teil des Problems. Auch Frankreich reisst seit Jahren die Defizitgrenze von drei Prozent und wird dies voraussichtlich auch 2016 und 2017 tun. In Italien droht derweil eine Bankenkrise. Und auch Griechenland ist noch weit von einem Ende der wirtschaftlichen Misere entfernt.

Hinzu kommen die politischen Probleme:

Anhaltende Proteste in Frankreich: 5. Juli 2016 in Paris.
Bild: ETIENNE LAURENT/EPA/KEYSTONE

Was viele Menschen in diesen Ländern des «Club Med» vereint, ist eine weit verbreitete Wut auf die vermeintlich von Brüssel verordnete Sparpolitik, die zu schweren sozialen Verwerfungen geführt hat. Man befinde sich «in einer Zeit, in der die Menschen an Europa zweifeln», befand jüngst EU-Währungskommissar Pierre Moscovici. Selbst «symbolische Strafen» gegen Portugal und Spanien «wären von den Bevölkerungen nicht verstanden worden».

Kritiker aber befürchten, dass weniger Regeltreue der genau falsche Weg ist. Stattdessen könnte eine permanente Missachtung des Stabilitäts- und Wachstumspakts die wirtschaftlichen Probleme verschärfen – und möglicherweise sogar das Ende des Euro bedeuten.

«Die Entscheidung der EU-Kommission ist deprimierend», sagt Lüder Gerken, Vorstandschef des Freiburger Centrums für Europäische Politik (cep). «Der Stabilitätspakt ist politischen Willkürentscheidungen ausgesetzt.» Besondere Umstände gebe es – anders als die Kommission behaupte – in Spanien und Portugal nicht. «Beide reissen die Defizitvorgaben seit Jahren und grösstenteils aus eigenem Verschulden.» Wenn man darauf Rücksicht nehme, «kann man den Stabilitätspakt auch ganz abschaffen».

Auch im Fall Frankreich war die Kommission zuletzt nachsichtig – «weil es Frankreich ist», wie Kommissionschef Jean-Claude Juncker lapidar sagte. Das, meint Gerken, sei zumindest ehrlich gewesen. «Aber wenn man aber so mit europäischem Recht umgeht, dann gute Nacht.»

«Dann wird die Währung nicht mehr zu halten sein»

Auch der Grünen-Europapolitiker Sven Giegold hätte Sanktionen gegen Portugal und Spanien für «sachlich richtig» gehalten. Doch anscheinend gebe es bei der aktuellen EU-Kommission «einen Unwillen, überhaupt irgendjemanden zu bestrafen». Das gelte auch für Deutschland, das wegen seiner hohen Handelsüberschüsse eigentlich dafür hätte sorgen müssen, dass Investitionen und Löhne stärker steigen. «Es läuft nach dem Motto: 'Jeder macht, was er will'», sagt Giegold. «Aber eine gemeinsame Währung kann ohne Regeln nicht funktionieren.» Sollte die EU-Kommission sie nicht verteidigen, «wird die Währung irgendwann nicht mehr zu halten sein.»

Braucht es also eine gemeinsame Wirtschafts- und Fiskalpolitik, am Ende gar ein EU-Finanzministerium? «Das zentrale Problem ist, dass die nationalen Fiskalpolitiken völlig unterschiedlichen Konzeptionen folgen», sagt Experte Gerken. «Daran würde auch der Aufbau eines EU-Finanzministeriums nichts ändern.» Wäre etwa Pierre Moscovici EU-Finanzminister, «würde Frankreichs Wirtschafts- und Finanzpolitik die von Europa werden». Für Deutschland wäre es dann noch schwerer als ohnehin schon, sich gegen die Südländer durchzusetzen: «Die Dominanz Südeuropas in der Wirtschafts- und Finanzpolitik wird weiter zunehmen.»

Giegold: «Niemand wird gegen Deutschland, Finnland, die Niederlande oder Österreich durchregieren.»
Bild: AP

Giegold hält es dagegen für «hysterisch zu glauben, die Südländer wären in der Überzahl und würden unser Geld zum Fenster hinauswerfen». «Niemand», meint der Europaabgeordnete, «wird gegen Deutschland, Finnland, die Niederlande oder Österreich durchregieren.»

Deshalb sei das «Schreckgespenst einer Transferunion», in der der Norden den Süden alimentieren würde, «fehl am Platz». «Die EU war schon immer eine Transferunion», sagt Giegold, «und es ist auch absolut legitim, einen Ausgleich zwischen den Gewinnern und Verlierern eines gemeinsamen Markts zu schaffen.» Denn von einer tieferen Integration profitierten zuerst die Stärkeren. Das lasse sich schon an den ökonomischen Tatsachen ablesen: «Armut und Arbeitslosigkeit konzentrieren sich in Südeuropa und Frankreich», sagt Giegold, «in Nordeuropa sind sie dramatisch gesunken.»

Zusammengefasst: Südeuropa hat die Krise noch nicht überwunden: Spanien und Portugal überziehen ihre Haushalte massiv, auch Frankreich wird noch auf Jahre hinaus die EU-Defizitgrenze reissen, und in Italien droht eine Bankenkrise. Zugleich sind weder die EU-Kommission noch die nordeuropäischen Staaten derzeit bereit, die Euro-Stabilitätsregeln durchzusetzen. Kritiker sehen darin eine Gefahr für die Gemeinschaftswährung.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 31.07.2016 19:56
    Highlight Anno domini 2002 dachte ich eigentlich der Wohlstand müsste sich nun auf ganz Europa verteilen. Und dementsprechend würden die reichen Gegenden ärmer. Und was war die Realität? Die Reichen wurden reicher und die Armen wandertend in diese Region. Niemand will freiwillig in Ost-Polen investieren, überall werden (nutzlose) Autobahnen gebaut und Landwirtschaften subventioniert (so dass man billig Gemüse verkaufen kann in div. Afrikanischen Staaten) und Schafzüchter können nur dank EU-Almosen überleben. Und woran erinnert das? Zufriedene Bauern in abgelegeben Regionen? Jawohl, an die Sowjetunion…
    16 6 Melden
    • Hierundjetzt 31.07.2016 22:35
      Highlight Übertragen auf die Schweiz hiesse das, dass wir das Wallis, die Innerschweiz, Neuenburg sowie den Jura einfach aufgeben? Weil wir wollen ja keine Sowjetunion. Wie kommt man eigentlich auf sowas? :)
      8 4 Melden
  • Kookaburra 31.07.2016 18:53
    Highlight Vielleicht liegt es ja an der Migrationsmöglichkeit. Nur schon die Schweiz hat Millionen Wirtschaftsflüchtlinge aufgenommen und den Braindrain dadurch gefördert.
    Gerade Zuwanderer aus dem Süden sind kaum noch Loyal zu ihren Ländern (aber immer noch stolz), sondern nur noch auf individuellen Egoismus aus.
    Ironisch, weil ja die EU das Gegenteil wollte. Vielleicht hätte sie ohne Migration und mit mehr föderalistischem Nationalismus besser funktioniert...
    18 14 Melden
    • Gelöschter Benutzer 31.07.2016 19:43
      Highlight also genau das was jetzt passiert, dass sich nationalistische regierungen in der eu gegenseitig blockieren? und ihr vorschlag ist dann noch mehr nationalismus? gute idee!
      7 13 Melden
    • Jol Bear 31.07.2016 20:25
      Highlight Zwei Ursachen haben das Gefälle befeuert: die Personenfreizügigkeit ("Migrationsmöglichkeit") sowie der Euro als Einheitswährung in viel zu vielen grundverschiedenen Ländern. Die Folgen davon (hohe Arbeitslosigkeit im Süden, bei Jungen über 35%, "Brain-drain" usw.) sind der ideale Nährboden für Linksextremismus und Rechtsnationalismus.
      8 3 Melden
  • Töfflifahrer 31.07.2016 18:12
    Highlight Ich befürchte einen totalen Wertzerfall des Euro. Dann sind wir hier komplett im A****. Müssen wir uns hier damit befassen wieder ungehemmt Schulden zu machen um der Franken zu schwächen? In den USA ist sparen ein Fremdwort, der Euro-Raum drängt dies de facto immer mehr in den Hintergrund. Handeln wir hier nicht, und zwar jetzt, stehen wir mit einem so starken Franken da, wie es wohl noch nie der Fall war. Das wäre für unsere Wirtschaft verheerend!
    An unsere Politiker: Gewisse Entscheide müssen von der Politik kommen, nicht von der SNB.
    7 11 Melden
  • Gelöschter Benutzer 31.07.2016 17:52
    Highlight Es hat alles angefangen mit dem Nichteihalten der Maastricht-Kriterien. Jetzt ist es eine Politik "laisser faire" - und damit schert sich kein Land um Reformen.
    Nur Portugal ansatzweise - das "frühere Armenhaus Europa's" gab sich etwelche Mühe und musste unten durch. Aber beispielsweise Frankreich mit seiner unfähigen Regierung sitzt immer noch auf dem "hohen Ross" und merkt nicht, dass es Teil des Problems ist.
    Trotzdem der Euro wird nicht - kann nicht - untergehen obwohl es eine Fehlkonstruktion ist.
    20 4 Melden
  • wasylon 31.07.2016 17:42
    Highlight Was alles mit dem Euro versprochen wurde.
    31 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 31.07.2016 18:43
      Highlight Tja, hätte man doch damals schon auf den Gysi gehört...
      13 0 Melden
  • manhunt 31.07.2016 17:24
    Highlight solange gier, umverteilung von unten nach oben, gewinnmaximierung und steueroptimierung für reiche ubd grosskonzerne weiter vorherschen, wird das nix mit europa, wird das bestimmt nix mit der welt. und nein, das optimierte und gesparte geld wird eben NICHT reinvestiert in arbeitsplätze. geiz ist geil ubd immer mehr profit für wenige fordert immer mehr verlierer auf der anderen seite. war so, ist so, bleibt so (leider). etwas daran zu ändern, würde verzicht bedeuten. aber verzichten will niemand. nicht im kleinen, schon gar nicht im grossen. also immer schon weiter bis zu nächsten kollaps.
    28 4 Melden
  • Amboss 31.07.2016 17:14
    Highlight Ach immer dieses Gerede von "Gefahr für die Einheitswährung".

    Das ist einfach nur Quatsch. Der Euro IST alternativlos, egal was passiert.

    Es läuft und läuft und läuft immer und immer weiter. Die Bevölkerung wird echt harte Zeiten erleben, gut möglich, dass Grossteile Südeuropas verarmt.

    Aber der Euro wird das nicht gefährden, weil die Alternativen noch viel ungewisser sind.

    Gefahr durch populisten besteht auch nicht, denn wenn die an die Macht kommen, haben die auch keine Rezepte.

    Also: immer weiter wie bisher...
    11 25 Melden
    • E7#9 31.07.2016 18:04
      Highlight Ja, "Gefahr für die Einheitswährung" ist falsch. Die verfrüht politisch (statt wirtschaftlich) motivierte Einführung der Einheitswährung war von Anfang an selbst die Gefahr. Eine Einheitswährung basiert auf einer gemeinsamen Wirtschaft, entweder ganz oder gar nicht, wie bei den USA. Ja, ich denke ein EU-Finanzministerium bräuchte es. Wie ist denn die Realität? Jedes Land hat eigene Regulierungen. Die einen haben eine 35-Stunden Woche, andere 42, es gibt Rentenalterunterschiede, welche sind liberal, andere sozialistisch. Anstatt erst Einheit zu schaffen wollte man sie durch den Euro erzwingen.
      12 2 Melden
    • Amboss 31.07.2016 21:18
      Highlight Was du schreibst, ist alles richtig.
      Aber ziemlich uninteressant, da sie in der Vergangenheit spielt.
      Denn die entscheidende Frage wird nicht beantwortet: wie weiter?
      Der Euro ist eine Realität, Alternativen nicht vorhanden, Regeln werden nicht eingehalten.
      Das einzige Zukunftsszenario ist wirklich: Weiter wie bisher. Um jeden Preis
      4 0 Melden
    • E7#9 31.07.2016 21:53
      Highlight Da muss man dir wohl leider recht geben. Zurück zu den alten Währungen wird ein zu schwieriges, wenn nicht unmögliches Unterfangen. Eine Scheidung ist immer komplizierter als gar nicht erst zu heiraten. Weiter um jeden Preis ist wohl die einzige Option. Vielleicht aber nicht wie bisher. Die Profiteure dieses Konstrukts (Exportländer) müssen auch etwas in den sauren Apfel beissen. Es muss kompensiert werden anstatt aus einer komfortablen Situation hinaus Bedingungen in Form von Sparvorlagen (welche jegliche wirtschaftliche Entwicklung abwürgen) zu stellen und mit Sanktionen zu drohen.
      2 0 Melden
  • Sapere Aude 31.07.2016 16:16
    Highlight War ja klar, dass in einem Spiegelartikel die Mitverantwortung Deutschlands ausgeklammert wurde. Die Defizite der anderen Staaten ist lediglich die Kehrseite vom deutschen Exportüberschuss.
    43 9 Melden
    • Hayek1902 31.07.2016 16:52
      Highlight Die Handelsdefizite, aber nicht die Haushaltsdefizite. Da muss man schon klar differenzieren. Deutschland kann nichts dafür, dass die Südeuropäer immer noch über den Verhältnissen lebt. Sie können aber ein bisschen etwas dafür, was deren Verhältnisse sind. Ich hoffe, man versteht mich.
      20 7 Melden
    • Sapere Aude 31.07.2016 17:26
      Highlight Die normalen Bürger leben schon lange nicht mehr über ihre Verhältnisse. Ausserdem hängt das durchaus zusammen. Damit will ich auch gar nicht die Verantwortung der besagten Länder wegschreiben. Nur ist es so, dass D mit der Agenda 2010 sich gegenüber den anderen Länder zu einem Billiglohnland fitgespritzt hat. Mit einem massiven Sozial, Leistungs- und Lohnabbau. Deutsche Banken gaben den griechischen, spanischen und italienischen Banken Kredite, die dann wiederum an Private gegeben wurden. Denn irgendwer muss ja den ganzen Überschuss der Deutschen kaufen.
      22 1 Melden
    • Sapere Aude 31.07.2016 17:31
      Highlight Als nun die Kredite nicht mehr bedient wurden, kamen die Banken 2008 in Bedrängnis. Unter Druck der EU (vor allem Deutschlands) mussten diese Banken gerettet werden, damit die Kettenreaktion nicht auch noch die deutschen Institute in den Abgrund rissen. Daher auch die Staatsschulden. Deutschland hat Jahre lang massiv davon profitiert, dass die anderen auf Pump gelebt haben, denn irgendjemand muss ja die Überproduktion aufkaufen. Natürlich gibt es noch weitere Faktoren und die jeweiligen Staaten sind alle mitverantwortlich. Aber der Exportüberschuss Deutschlands ist ein Teil des Problems.
      20 2 Melden
    • andersen 01.08.2016 10:46
      Highlight Sapere Aude

      In der Schweiz gibt es 76 % Schweizer, die hoch verschuldet sind.
      Miete und Handyrechnungen zum zahlen, ist wichtiger, als Steuern und Krankenkassen. Und der Staat Schweiz ist sehr geduldig.

      In die Südliche Ländern gab es immer reichlich Geld für Feiern, aber nicht für Steuern.

      In die nordische Länder funktioniert es, weil Steuern wird grad beim Lohn abgezogen, ein ziemlich hohe, aber es fliesst wieder zurück in der Bevölkerung.
      2 3 Melden
    • Sapere Aude 01.08.2016 10:57
      Highlight Sind also die Südeuropäer alleine Schuld sind an der Misere?

      Btw. mit Steuerhinterziehung hat die Schweiz Jahrelang gutes Geld gemacht, nur so am Rande.

      Ich kann mir auch nicht Vorstellen, dass die Spanien oder Portugal so hohe Schulden machen, weil die Menschen angeblich viel Ferien machen. Natürlich ist die Korruption in diesen Länder, strukturelle und steuertechnischen Fehler ein Problem. Aber es ist nicht die alleinige Ursache. Und über diese Fehler hat man lange hinweggesehen. Viele der südlichen Länder hätte man nicht in den Euroraum aufnehmen sollen.
      2 0 Melden
    • andersen 01.08.2016 11:52
      Highlight Sapere Aude

      Bereitschaft muss immer von beiden Seiten dar sein, um etwas zu Gestalten, es kostet auch Geld, viele Länder sind der Meinung: Lieber nicht und wer in der EU dabei sein möchte, vertritt die Interessen, wie: Fragt mich nicht, was Europa für mich tuen kann, sondern was kann ich für Europa tun? Um das geht es im Kern.

      Etwas zu Gestalten ist in Spanien und Portugal noch Neuland, sie sind oft von die alten Gedanken geprägt, aber Krisen zwingt die Menschen zum umdenken.
      1 1 Melden
    • Sapere Aude 01.08.2016 16:37
      Highlight Ich stimme mit dir überein, aber die Fehlern alleine Portugal, Spanien, Italien oder Griechenland zu geben, löst gerade das Problem nicht. Klar benötigen diese Länder Strukturreformen. Aber der aufgezwungene Sparkurs ist der falsche Weg. Griechenland wurde zu Tode gespart. Die EU Politik ist weder nachhaltig, noch löst sie irgendwelche Probleme. Profitieren tut alleine die Finanzbranche. Seit Jahren pumpt die EZB Geld ins System, diese kommt aber nicht in der Realwirtschaft an, sonder im sekundären Finanzmarkt, wo lediglich Finanzdienstleister und Spekulanten davon profitieren.
      2 0 Melden
    • manhunt 02.08.2016 00:26
      Highlight @andersen: woher hast du die zahl 76% zu den "hoch" verschuldeten schweizern? bitte quellenangabe. die zahlen des bundes sagen da etwas ganz anderes.
      2 0 Melden
    • andersen 02.08.2016 00:35
      Highlight Es ist nicht die Aufgabe der EU die Probleme in die einzelne Länder zu lösen, sondern sie wird nur aufgefordert, der Subsidiaritätsprinzip zu folgen.
      Der Europäisches Parlament besitzt keine gesetzgeberische Aufgabe: es hat nur beratende Befugnisse, das heisst: Sie versteht sich als eine politische Wertegemeinschaft, die sich zur Demokratie und zur Einhaltung der Menschenrechte bekennen.
      1 0 Melden
    • Sapere Aude 02.08.2016 00:50
      Highlight Andersen, dann soll sich auch die EU nicht in die Politik der Nationalstaaten einmischen. Irland wollte 2008 die drei grössten Banken bankrott gehen lassen, weil diese falsch gewirtschaftet haben. Die EU Kommission hat Irland unter den Rettungsschirm gezwungen, damit diese Banken gerettet werden. Resultat, 30% Rentenkürzungen und massiver Sozialabbau. Zuerst werden die Gewinne privatisiert, dann die Risiken verstaatlicht. Dass kann einfach nicht sein!
      0 0 Melden
    • Sapere Aude 02.08.2016 00:55
      Highlight "Sie versteht sich als eine politische Wertegemeinschaft, die sich zur Demokratie und zur Einhaltung der Menschenrechte bekennen."
      Die EU ist in erster Linie ein neoliberales Wirtschaftsprojekt, dass darauf zielt, den Staat abzubauen. Gewinne werden privatisiert, Risiken verstaatlicht. In der EU werden die meisten Entscheidungen nicht demokratisch gefällt. Neustes Beispiel sind die geheimen Verhandlungen betreffend TTIP und CETA.
      0 1 Melden
    • Sapere Aude 02.08.2016 01:00
      Highlight Der Lissabonner Vertrag wurde unter anderem durch das französische Volk per Referendum abgelehnt und trotzdem ratifiziert.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_von_Lissabon
      Das entspricht nicht deiner genannten Wertegemeinschaft. Ich bin pro Europa und für ein vereinigtes Europa. Die EU entspricht leider nicht diesem Ideal. Sie ist in erster Linie eine durch die neoliberale Wirtschaftslobby dominierten Technokratie.
      0 1 Melden
    • andersen 02.08.2016 10:37
      Highlight Nein, das stimmt nicht, dass Entscheidungen nicht demokratisch gefällt wird, die Vertreter, wird alle 5 Jahren gewählt.
      Ich erkläre Dir, wie es funktioniert:
      Erstens war der EU immer ein politisches Gebilde, die ein Wirtschaftsraum gegründet hat, das niemanden mehr ein Motiv hat, ein Krieg in Europa anzufangen.(Auch kein Handelskrieg).
      Zum Brüssel: Der EU ist Geldgeber, es wird ein Vorschlag von der Kommission unterbreitet, das gewählte Parlament("Volksvertretung") und die 27 Länder kann der Vorschlag zustimmen, also das heisst: Mitspracherecht.
      1 0 Melden
    • andersen 02.08.2016 10:41
      Highlight Wie kommst du auf die Idee, dass die EU die Staaten abbauen möchte? Sind die Länder, die in der EU sind, wie Tee im Zucker aufgelöst worden?
      1 0 Melden
    • andersen 02.08.2016 10:48
      Highlight Manhut

      Die Zahlen habe ich von der Caritasstudie.
      1 1 Melden
    • Sapere Aude 02.08.2016 11:24
      Highlight "Nein, das stimmt nicht, dass Entscheidungen nicht demokratisch gefällt wird,"

      Warum wurde dann der Vertrag von Lissabon trotzdem ratifiziert, obwohl das französische Volk diesen per Referendum abgelehnt hat?

      Weshalb dürfen nicht einmal EU Parlamentarier wissen, um was bei TTIP und CETA verhandelt wird?

      Weshalb wurde dann Portugal und Irland gegen ihren Willen unter den Rettungsschirm gestellt?

      Weshalb gehts du auf keinen meiner genannten Kritikpunkte ein und sagt einfach nein?

      Darf die EU denn gar nicht kritisiert werden?

      0 1 Melden
    • andersen 02.08.2016 11:44
      Highlight Selbstverständlich darf du EU Kritisieren, es gibt aber viele, die nach Brüssel gehen, in die in der eigene Land lügen verbreiten, damit sie besser nach Innen wirken kann.

      Du kannst die Fragen gerne in Brüssel stellen, mich interessiert eher, welche Verhältnis die Schweizer zur EU im Zukunft haben will? Bei der MEI hat die Schweiz, wo möglich Nein zur PFZ in Europa gesagt.

      1 0 Melden
    • manhunt 02.08.2016 12:21
      Highlight @andersen: bitte einen link angeben. ich finde keine einzige studie welche solche fantasiezahlen nennt. zieht man das medianvermögen in betracht, besitzt ca. die hälfte der schweizer ein vermögen von über 100'000 chf.
      http://www.handelszeitung.ch/konjunktur/haelfte-der-schweizer-hat-mehr-als-100000-franken-682059
      ich habe dir stattdessen eine andere quelle zur verschuldung der privathaushalte in der schweiz
      http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/20/02/blank/dos/04/02.html
      1 0 Melden
  • Hackphresse 31.07.2016 15:59
    Highlight Das ist halt eben die dumme und arrogante Haltung der EU-Kommission.
    Wenn ein Stat auf die Fresse fliegt tritt man noch nach, anstatt mal die Finger aus dem Arsch zu nehmen und zu Helfen.
    Deutschland saugt die Wirtschaftsleistung aus dem Rest Europas aus mit ihrem massiven Exportüberschuss, sind gleichzeitig selbst aber nicht in der Lage irgendwas aus dem Resten Europas zu importieren.
    Wenns so weitergeht mit dem Run auf die Extreme haben wir in spätestwns 30 Jahren wieder Krieg und nichts aus den letzten 100 Jahren gelernt.
    50 7 Melden
    • Hierundjetzt 31.07.2016 17:46
      Highlight (PS: die Schweiz hat ein Überschuss von 200Mrd, bei einem BiP von 685 Mrd

      Wir sind da quasi Weltmeister im (Dein Zitat) "Wirtschaftsleistung" aussaugen

      Hachphresse, dein Lösungsvorschlag...? 😌)
      13 7 Melden
    • Fabio74 31.07.2016 18:01
      Highlight Die Haushaltsdefizite im Süden, ist aber nicht die Schuld Deutschlands, sondern die Unfähigkeit der jeweiligen Regierungen (ob links oder rechts) Reformen zu beschliessen und umzusetzen.
      Rajoy müsste zurück treten, dann besteht Hoffnung auf eine neue Regierung
      10 4 Melden
    • manhunt 31.07.2016 18:07
      Highlight @ hierundjetzt: deine zahlen stimmen nicht! die exporte 2015 beliefen sich auf 202,9 milliarden, gegenüber importen von 166,3 milliarden. daraus resultiert ein überschuss von 36,6 milliarden, was ca. 11% des bip entspricht.
      http://www.zentralplus.ch/de/news/wirtschaft/5008781/Schweiz-erzielt-2015-Exportüberschuss.htm
      http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/06/05/blank/key/handelsbilanz.html
      11 2 Melden
    • Hackphresse 31.07.2016 19:24
      Highlight Nun, so wie es BEI UNS immer kolportiert wird sind ja reiche die grössten Steuerzahler nicht wahr? Wenn jetzt im Süden Schwere Firmen und Wihlhabende sich selbst ausser Landes in Steuerparadiese absetzen woher soll dasGeld für den Haushalt denn kommen?
      Marode Banken sind ja auch von den Steuern befreit damit sie nicht zusammenbrechen. Kredite können sie auch nicht vergeben.
      Da kann eine Regierung machen was sie will. Beinden ärmsten wurde ja schon bis zum geht nicht mehr gespart. Dazu kommen die EU-Aussengrenzen für die die Südländer praktisch allein gelassen werden mit den Kosten.
      5 0 Melden
    • _kokolorix 31.07.2016 22:12
      Highlight Hackphresse hat vollkommen recht. Die grossen Staatsdefizite ergaben sich aus den Bankenrettungen, welche wiederum die Banken Deutschlands, Frankreichs und Englands retteten. Die arroganten Banker des Nordens haben ihre selbstverschuldet faulen Kredite von der Bevölkerung des Südens bedienen lassen. Unterstützt wurden sie von den Regierungen aus GB, Belgien und Deutschland. Die Deutsche Regierung müsste längst zugeben, dass sie ihre Wähler verarscht und diese nun die Verluste der Banken bezahlen lässt. Deutschland ist nicht alleine Schuld, aber es verhindert alleine jede Lösung
      4 0 Melden
    • Hierundjetzt 31.07.2016 22:38
      Highlight manhunt: Deine Aussage ist nur dann korrekt, wenn Du ein Kalenderjahr anschaust.

      Der Überschuss ist aber per 1.1. nicht einfach nicht mehr da. Meine Angaben sind die kumulierten Zahlen vom Staatsbetrieb SGE

      http://www.s-ge.com/schweiz/export/de/blog/schweizer-aussenhandel-2013-erneut-ueber-der-200-milliarden-marke
      1 1 Melden
    • manhunt 01.08.2016 03:58
      Highlight @hierundjetzt: es ist korrekt das die exportsumme die marke von 200 milliarden überschreitet. hab ich auch gar nicht bestritten. du schreibst jedoch vom exportüberschuss. und der exportüberschuss hat in der schweiz noch nie 200 milliarden erreicht.
      3 0 Melden
    • andersen 01.08.2016 11:55
      Highlight Der Finger aus dem A..... zu nehmen, dass haben die Nettozahler immer getan. Helfen ja, aber mit Bedingungen.
      1 0 Melden
    • MacB 01.08.2016 12:09
      Highlight Die Südländer haben sich schon vor Jahrzehnten durch laisser-faire selbst dahin manövriert. Da sind sie wohl selber schuld, auch wenn DE heute davon profitiert.
      1 3 Melden
    • Hierundjetzt 01.08.2016 13:55
      Highlight Manhunt: stimmt, ich war nicht korrekt mit meiner Aussage. Merci für die Berichtigung ☺️
      2 0 Melden
    • Hackphresse 01.08.2016 14:03
      Highlight Und das Deutsche Reich war allein am 1.WK schuld gell?
      Nachdem der Staat ruiniert war wurde auch noch nachgetreten mit den bekannten Folgen.
      Heite steht Südeuropa an der Schwelle zum Ruin. Und Schäuble, Merkel und die EU-Kommission stehen kurz davor diese in den Abgrund zu schubsen anstatt die Hand zu reichen.
      Die Folgen daraus kann sich jeder selbst ausmalen, denn bis jetzt wurde die Geldbazooka nur auf DE/F/GB Banken gerichtet und nicht auf den Staat selbst um diesem auf die Baeine zu helfen.
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«Weisses Europa»: 60'000 Nationalisten ziehen durch Warschau

60'000 Nationalisten und Rechtsradikale sind bei einem sogenannten Unabhängigkeitsmarsch durch die Strassen Warschaus gezogen. Sie riefen Slogans wie «Gott, Ehre, Vaterland» und «Polnische Industrie in polnische Hände», wie die Agentur PAP am Samstag berichtete.

Zahlreiche Teilnehmer entzündeten bengalische Feuer. Beim Umzug waren Fahnen mit Aufschriften wie «weisses Europa brüderlicher Nationen» zu sehen. Organisiert wurde der Marsch von Gruppen, die politisch ganz am rechten Rand zu finden …

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