International

Zwei-Mann-Firma sollte das Stromnetz in Puerto Rico reparieren – zu abartig hohen Löhnen

30.10.17, 08:52 30.10.17, 09:08

Mehr als einen Monat nach dem Hurrikan «Maria» ist die Karibikinsel Puerto Rico noch immer weitgehend ohne Strom – nun gibt es auch noch Ärger um die Firma, die die Versorgung wiederherstellen soll. Nun stoppt Puerto Rico den umstrittenen Deal.

Gouverneur Ricardo Rosselló Nevares verlangte am Sonntag die Kündigung eines wegen seiner Kosten für Wirbel sorgenden Vertrags zwischen der Energiebehörde und dem US-Unternehmen Whitefish Energy im US-Bundesstaat Montana. Das Volumen beträgt 300 Million Dollar – die Firma hatte bis zum Vertragsschluss nur zwei Angestellte.

Hoher Stundenlohn

Der Vertrag erregte zudem Aufsehen, weil der Standort der Firma die Heimat von US-Innenminister Ryan Zinke ist. Er und der Manager der Energiefirma kennen sich zudem, der Sohn des Ministers hatte dort mal einen Job in den Sommerferien, wie unter anderem die «New York Times» berichtete.

Die US-Behörde für Katastrophenmanagement (FEMA) äusserte ausserdem «bedeutende» Bedenken gegen die im Vertrag vereinbarten Preise für die Dienstleistungen: So soll der Stundenlohn für die Arbeiter nach Angaben der «Washington Post» je nach Position zwischen 188 und 440 Franken liegen.

300 Arbeiter angeheuert

Die Elektrizitätsgesellschaft verteidigte sich den Medienberichten zufolge damit, dass sie nur schwer Vertragspartner finde, weil das puertoricanische Energieunternehmen Prepa insolvent sei und unter Gläubigerschutz stehe. Whitefish Energy habe sich bereit erklärt, rasch zu arbeiten. Zinke seinerseits erklärte, er habe nichts mit der Vertragsvergabe zu tun gehabt.

Rosselló hat versprochen, dass bis Weihnachten 95 Prozent der Insel wieder Strom haben sollen – die Kündigung des Vertrags könnte diese Pläne nun durchkreuzen. Whitefish Energy hatte Anfang Oktober mit den Arbeiten begonnen und 300 Arbeiter angeheuert – welche Schadenersatzforderungen nun anfallen, ist bisher noch unklar.

Hotels geschlossen

Überall wird derzeit versucht, mit Generatoren für ein paar Stunden am Tag Strom zu erzeugen. Fast alle Hotels sind geschlossen, da es keine Möglichkeit gibt, die Klimaanlagen bei der tropischen Hitze zu betreiben. Auch Internet und Telefon funktionieren nur notdürftig.

Die Einwohner der östlich der Dominikanischen Republik liegenden Karibikinsel sind US-Bürger. Es hatte zuletzt massive Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump gegeben, er organisiere nicht genug Hilfe. Zudem sorgte eine Aktion während eines Besuchs in Puerto Rico für Stirnrunzeln: Im Stile eines Basketballspielers warf Trump Küchenpapierrollen in die Menge und feierte sich als Krisenmanager. (whr/sda/dpa)

Puerto Rico einen Monat nach dem Hurrikan

1m 15s

Puerto Rico einen Monat nach dem Hurrikan

«Eine zerstörte Insel»: Hurrikan «Maria» verwüstet Puerto Rico

Das könnte dich auch interessieren:

Dem Nachtzuschlag gehts an den Kragen – und Uber ist daran nicht ganz unschuldig

Für 27 Franken nach Berlin? So teuer müsste dein Flug eigentlich sein

Diese Feministin will die SVP aus Debatten (und Taxis) verbannen

Erwachsensein – wie du es dir vorgestellt hast, und wie es wirklich ist

Poisson prallte gegen einen Baum: «Als wir am Unfallort ankamen, war er bereits tot»

Wie lit bist du, du sozialtoter Bruh? Wir suchen die Jugendwörter vergangener Jahre

Erfolg für Facebook-Schreck Max Schrems: Datenschutz-Aktivist kann Facebook verklagen

5 Grafiken, die man im No-Billag-Nahkampf kennen muss

Diese 6 Grafiken zeigen, in welchem Kanton du für die Autoprüfung am meisten zahlst

Nico Hischier ist in seiner ersten NHL-Saison besser unterwegs als Auston Matthews

«Cookies»-Backen in der Schweiz – ein Drama in 5 Akten

10 Vorteile, die nur sehr langsame Leute kennen

Gesichtserkennung beim iPhone X angeblich überlistet

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
3
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • roger.schmid 30.10.2017 22:57
    Highlight ein weiterer Totalflop der Trumpregierung. So unfähig und korrupt, man kommt kaum noch nach..
    Diese Regierung wird aber definitiv die Geschichtsbücher eingehen.
    2 3 Melden
  • crik 30.10.2017 14:32
    Highlight John Perkins "Confessions of an Economic Hit Man" lässt grüssen...
    0 0 Melden
  • _kokolorix 30.10.2017 13:03
    Highlight Was glaubt ihr denn? So funktioniert der Kapitalismus. Das Endziel ist unendliche Vergütung zu Null Leistung, darauf arbeiten alle hin🤔
    12 1 Melden

Trump kippt Einfuhr-Verbot für Grosswildjäger – (Und ja, auf dem Foto sind seine Söhne)

Donald Trump selber jagt keine Tiere. Aber seine Söhne, die würden das lieben, erzählte der US-Präsident im Jahr 2012. «Sie sind Jäger und sie sind darin sehr gut geworden.» 

Gut fünf Jahre ist es nun her, seit Fotos von Trumps Söhnen bei der Grosswildjagd vom Magazin «TMZ» veröffentlicht wurden. Sie sorgten in den sozialen Medien und unter Tierschützern für einen Aufschrei.

Auf einem Bild ist zu sehen, wie Trump Jr. mit einem abgeschnittenen Elefantenschwanz posiert. 

Auf einem weiteren …

Artikel lesen