International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Clamps hold probes in the tailpipes of a 2010 Volkswagen Jetta TDI on the campus of North Carolina State University in Raleigh, N.C., on Monday, Sept. 28, 2015. The car belongs to environmental engineering student, who was allowing North Carolina State University engineering professor Chris Frey to test the car's emissions. Frey has been testing the VW diesels in real world conditions, driving more than 100 miles with monitors in the car tailpipes. He found pollution 10 times higher than the federal standard, and noticed that the worst pollution came as he got on to highways and in stop-and-go traffic. (AP Photo/Allen G. Breed)

Bild: Allen G. Breed/AP/KEYSTONE

Abgas-Affäre: VW-Ingenieure sollen erste Geständnisse abgelegt haben

Offenbar liegen in der Abgas-Affäre erste Geständnisse vor. Mehrere VW-Ingenieure sollen bei Befragungen zugegeben haben, die Manipulations-Software installiert zu haben. 



Durchbruch in den Ermittlungen zur Abgas-Affäre von VW: Laut einem Pressebericht sollen der internen Revision des Unternehmens erste Geständnisse vorliegen. Mehrere VW-Ingenieure sagten bei Befragungen, die Manipulations-Software im Jahr 2008 installiert zu haben.

Das berichtete die Zeitung «Bild am Sonntag». Zu diesem Zeitpunkt habe der Dieselmotor EA 189, der bei VW seit 2005 entwickelt worden war, kurz vor der Serienproduktion gestanden. Damals sei keine Lösung gefunden worden, mit der sowohl die Abgasnormen als auch die Kostenvorgaben für den Motor eingehalten worden wären.

Deshalb sei entschieden worden, die Manipulations-Software zu verwenden, gaben die VW-Ingenieure laut dem «BamS»-Bericht zu Protokoll. Anderenfalls hätte demnach das für den Konzern überaus wichtige Motorenprojekt gestoppt werden müssen. Die manipulierten Motoren waren weltweit in Diesel-Fahrzeugen von VW eingebaut worden. In Deutschland sind 2.8 Millionen Autos betroffen.

Unklar ist laut der Zeitung weiterhin, wer die Anweisung zur Installation der Manipulations-Software gab. In den Befragungen durch die VW-Konzernrevision hätten mehrere Ingenieure Vorwürfe gegen den damaligen Entwicklungschef Ulrich Hackenberg erhoben. Dieser habe vom Betrug gewusst und ihn angeblich sogar in Auftrag gegeben. Zu seiner Rolle lägen allerdings widersprüchliche Aussagen vor.

Audi's R&D boss Ulrich Hackenberg, a long-time VW brand executive, talks about the automakers new Concept Coupe Hybrid vehicle during Press Days of the 2010 North American International Auto Show in Detroit, Michigan, in this January 11, 2010 file photo. Hackenberg and Porsche's engine chief Wolfgang Hatz, two of Volkswagen group's highest-ranking engineers will be forced to quit as the German carmaker is pushing steps to clear up the diesel emissions scandal, Bild reported on Thursday, citing unnamed company sources. REUTERS/Rebecca Cook/Files

Entwicklungschef Ulrich Hackenberg.
Bild: REBECCA COOK/REUTERS

Hackenberg beurlaubt

Audi-Vorstand Hackenberg, der jahrelang bei VW als Entwicklungschef tätig war, war vor einer Woche beurlaubt worden. Laut der Zeitung wollte er sich auf Anfrage nicht zu den Vorwürfen äussern.

Wie die «Bild am Sonntag» weiter berichtete, verwendete Volkswagen für die Manipulationen auch eine Software des Zulieferers Continental. Während bei den in Nordamerika eingesetzten 2.0-Liter-Dieselmotoren Bosch-Technologie eingesetzt wurde, habe VW bei der kleineren 1.6-Liter-Variante auf Motorsteuerungen, Einspritzpumpen und Einspritzdüsen von Continental zurückgegriffen.

Continental-Sprecher Felix Gress sagte, sein Unternehmen habe keine Hinweise auf einen Missbrauch seiner Technik gehabt: «Die von uns gelieferte Software konnte keine Abgaswerte manipulieren.» Das umstrittene Programm für die Zulassungstests habe VW eigenständig hinzugefügt.

Gemeinsam mit den Zulieferern bereitet Volkswagen derzeit eine Rückrufaktion vor, um die verbotene Technik aus den Diesel-Fahrzeugen zu entfernen. Während bei der Bosch-Software offenbar ein Computer-Update in der Werkstatt genügt, wird es beim Continental-System laut «BamS» teurer und aufwändiger, da auch beim Motor Veränderungen erforderlich seien. So sollen unter anderem Einspritzdüsen ausgetauscht werden.

VW: Bilder aus der guten, alten Zeit (als Abgase noch Abgase waren)

(dwi/sda/afp)

Abonniere unseren Newsletter

3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • amazonas queen 04.10.2015 07:40
    Highlight Highlight Ich frage mich gerade, um wieviel die Kostenvorgaben überschritten würden. Wenn es tatsächlich reicht, beim Bosch System die Software zu tauschen, dann können es nur Entwicklungskosten sein, die bei der gigantischen Stückzahl untergehen würden. Es wird wohl doch Hardware sein.
    • syknows 04.10.2015 11:16
      Highlight Highlight Die Vorgabe war wohl: so gross, so stark, so viel darf er kosten und so schwer darf der Motor sein. Bedenke, dass wenn ein Motor ein Prozent, also etwa 100.- Euro, mehr kosten würde dies bei der beträchtlichen Stückzahl unsummen verschlingt.

      Mit dem kommenden Software-update wird sich entweder der Kraftstoffverbrauch erhöhen und/oder die Leistung verringern. Leider berichtet keine einzige Zeitschrift darüber, welche Abgase genau überschritten werden (beim Diesel sind NOx und Russ relevant), weshalb ich leider keine genauere Auskunft geben kann als: Ds Füfi u ds Wegli cha o ä VW-Motor nid ha.
    • Primus 04.10.2015 20:03
      Highlight Highlight http://www.heise.de/autos/artikel/Der-vorlaeufige-Stand-der-Dinge-in-Sachen-Diesel-Stickoxide-und-Volkswagen-2832601.html

Linksautonome Schweizer marschierten an «Gilets-jaunes»-Protesten mit

Unter die «gilets jaunes» in Paris mischten sich am Samstag auch Mitglieder der linksradikalen «Revolutionären Jugend». Sie wollten Solidarität bekunden, «Erfahrungen in Strassenkämpfen» sammeln und «untersuchen, inwiefern sich Rechtsextreme an den Protesten beteiligen.»

Proteste der «Gelbwesten» mit Krawallen und Ausschreitungen haben Frankreich an diesem Wochenende erneut in Atem gehalten. Unter die Demonstranten mischten sich anscheinend auch Schweizer Linksautonome.

Mitglieder der Revolutionären Jugend Bern schreiben auf Facebook, sie hätten sich in Paris ein Bild der Bewegung machen können, das «sehr positiv und motivierend» ausfalle. Darunter publizieren sie ein Foto eines brennenden Autos. 

Auch die Zürcher Sektion der Bewegung berichtet von …

Artikel lesen
Link to Article