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epa05321472 Protesters during their march against the multinational agrochemical and agricultural biotechnology companies Monsanto and Syngenta in front of the headquarter of the entreprise Monsanto, for Europe, Africa and the Middle East, in Morges, Switzerland, 21 May 2016. The EU on 18 and 19 May did not renew a licence for the herbicide glyphosate which is produced by Monsanto.  EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Demo vor dem Europa-Hauptsitz in Morges am 21. Mai 2016. Bild: EPA/KEYSTONE

Darum ist Monsanto der meistgehasste Konzern der Welt



Der deutsche Pharma- und Chemiekonzern Bayer übernimmt den weltgrössten Saatguthersteller Monsanto für knapp 66 Milliarden Dollar. Kein anderes Unternehmen in der Branche hat ein derart schlechtes Image wie der US-Konzern.

Wegen seiner aggressiven Geschäftspraktiken, seiner gentechnisch veränderten Produkte und des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat steht der amerikanische Chemiegigant, der weltweit über 21'000 Mitarbeiter in 66 Ländern beschäftigt, seit Jahren in der Kritik. Ein Überblick über den Konzern aus St. Louis im US-Bundesstaat Missouri.

MARKTBEHERRSCHENDE STELLUNG

Monsanto setzte im vergangenen Geschäftsjahr 15 Milliarden Dollar um und verdiente 2,3 Milliarden Dollar. Weltweit kommt der Konzern im Saatgutgeschäft auf einen Marktanteil von 26 Prozent.

Kritiker monieren eine Einschränkung der Sortenvielfalt und der Unabhängigkeit der Bauern, vor allem in Entwicklungsländern. Die beherrschende Stellung von Monsanto in vielen Märkten könne zu einem deutlichen Anstieg der Saatgutpreise führen, wie laut Weltlandwirtschaftsrat etwa bereits bei Baumwolle zu sehen ist.

Die gentechnisch veränderten Sorten seien zudem oft nicht für die Wetterbedingungen in Entwicklungsländern geeignet und Schädlingen nicht gewachsen. Weitere Düngemittel und Pestizide müssten eingesetzt werden.

GESCHÄFTSPRAKTIKEN

Als weltgrösster Saatguthersteller dominieren die Amerikaner das Geschäft wie kein anderer Konzern. Landwirte, die gentechnisch verändertes Saatgut von Monsanto kaufen, müssen eine Vereinbarung unterzeichnen, in der sie sich verpflichten, kein Saatgut aus der Ernte für die kommende Aussaat aufzuheben und zu verwenden – anders als das über Jahrhunderte in der Landwirtschaft üblich war.

Kritiker werfen dem Konzern die rigorose Verteidigung seiner Patente mit Gerichtsverfahren vor. Monsanto weist die Vorwürfe zurück, man verteidige nur sein geistiges Eigentum. Kritiker beschuldigen Monsanto zudem, Landwirte dazu anzustiften, andere Bauern zu denunzieren, wenn diese Saatgut aufheben und wieder aussäen.

GLYPHOSAT

Bekannt geworden ist Monsanto durch die Entwicklung des weltweit meistgebrauchten Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat. Der Wirkstoff wurde in der Landwirtschaft in den vergangenen Jahren so intensiv versprüht, dass in den USA bereits einige Unkräuter Resistenzen entwickelt haben. Das Mittel steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Da das Patent auf Glyphosat seit vielen Jahren abgelaufen ist, wird es auch von anderen Herstellern verkauft.

GENTECHNIK

In den 1980er Jahren machte Monsanto die Biotechnologie zu einer wichtigen Säule im Unternehmen. Die Firma konzentrierte sich auf die Züchtung von Hochleistungssorten und entwickelte Saatgut, das selbst ein Insektengift produziert und deshalb resistent gegen Schädlinge ist. Auch das Besprühen mit Unkrautvernichtern – die Monsanto selbst vertreibt – überstehen einige Sorten.

AGENT ORANGE

Seine Wurzeln hat Monsanto in der Chemie. Das erste Produkt des 1901 gegründeten Unternehmens war der Süssstoff Saccharin. Während des Vietnam-Krieges war der Konzern Lieferant des Herbizids «Agent Orange» – zusammen mit Bayer über das Gemeinschaftsunternehmen Mobay.

Das damalige Joint Venture gilt neben der US-Firma Dow Chemical als ein Hersteller und Lieferant des mit Dioxinen belasteten Herbizids. Die US-Streitkräfte setzten Agent Orange zur Entlaubung von Wäldern und Nutzpflanzen ein, um der feindlichen Guerillabewegung die Tarnung zu erschweren und deren Versorgung zu stören.

Doch kam es zu schweren Erkrankungen der Bevölkerung und der Soldaten. Laut Angaben des Vietnamesischen Roten Kreuzes leiden etwa eine Million Vietnamesen an den Spätfolgen. (whr/sda/reu)

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    Alle Leser-Kommentare
  • pamayer 14.09.2016 23:56
    Highlight Highlight monsano sind mit ihrem patentierten saatgut etwa ähnlich dreist wie nestlé, die quellen aufkauft und das wasser dann verkauft.
    bauern in der 3. welt werden verhungern, weil sie das teure saatgut nicht bezahlen können, oder verdursten, weil sie das teure wasser, das neben ihnen aus dem boden quillt, nicht bezahlen können.

    bin den religionen gegenüber sehr skeptisch, aber hier empfinde ich, dass diese beiden multis (und noch viele mehr) einfach keine achtung mehr vor der schöpfung und dem leben haben.

    nur noch geldgeldgeldgeldgeldgeldgeldgeldgeldgeldgeldgeldgeldgeldgeldgeldgeldgeldgeldgeld!
  • Jol Bear 14.09.2016 22:55
    Highlight Highlight Gentechnische Methoden der Pflanzenzüchtung sind nicht per se schlecht oder umweltschädlich. Zahlreiche Züchtungsarbeiten zeigen auch sinnvolle Anwendungsmethoden auf. Durch die übertriebene Forcierung von herbizidresistenten Sorten (alljährlicher Anbau gleicher Sorte auf derselben Fläche), also Ausblendung von sinnvollen Anbauregeln (Fruchtfolge) trägt Monsanto wesentlich zum schlechten Image der Biotechnologie im Pflanzenbau bei.
  • Dan Ka 14.09.2016 20:22
    Highlight Highlight Schöne Hochzeit. Bayer ist der Gatte auf Augenhöhe... keinen Dreck besser als Monsanto.

    http://m.spiegel.de/wirtschaft/a-175978.html
    http://www.neopresse.com/wirtschaft/bayer-verkaufte-hiv-kontaminierte-impfungen/
    http://www.greenpeace.org/switzerland/de/Kampagnen/publiceye/BayerSyngentaBasf/

    And so on... Bayer und Skandale in Google eingeben, die Liste ist endlos.
  • *sharky* 14.09.2016 19:59
    Highlight Highlight Monsanto just a evil company... 👺
  • themachine 14.09.2016 19:24
    Highlight Highlight Monsanto verkauft das Saatgut, dazu gleich auch noch den Kunstdünger und Pestizide. Die Fruchtbarkeit der Böden nimmt dadurch ab sodass immer mehr Dünger notwendig wird und die Natur wehrt sich weiter mit Resistenzen gegen die chemischen Ketten die ihr angelegt werden. Deshalb müssen immer noch extremere Herbizide eingesetzt werden. Und wenn der Mensch krank wird von diesen "Nahrungsmitteln" schön die Bayer Pilleli schlucken....Aber am Ende wird der Mensch keine Chance haben gegen Mutter Natur, wann und wie auch immer dieses Ende kommen und aussehen mag.
  • Anschie85 14.09.2016 18:25
    Highlight Highlight Ich finde den Artikel ein bisschen einseitig recherchiert. Es stimmt, dass man Monstanto gewisse wirtschaftlichen Interessen unterstellen kann, aber gentechnisch veränderte Lebensmittel in einem Atemzug mit Agent Orange zu nennen, finde ich jetzt ein wenig reisserisch
    • The Destiny // Team Telegram 14.09.2016 19:04
      Highlight Highlight @Anschie85, das kommt beides von Monsanto, was soll daran reisserisch sein ?

      Der Artikel ist nicht über GMO generell sondern über Monsanto und in deren Firmenportofolio gehört auch Agent Orange
    • ottonormalverbraucher 14.09.2016 20:40
      Highlight Highlight Anschie85 bist du ein Monsanto PR Mitarbeiter? Nice try :D
    • Anschie85 15.09.2016 07:54
      Highlight Highlight @thedestiny da hast du recht, da will ich nicht widersprechen. Ich denke mir halt bloss, dass man eine Firma immer im Licht der damaligen Zeit betrachten sollte. Und das was sie heute produzieren, hat nichts mehr damit zu tun was sie damals produziert haben.
      @ottonormalverbraucher klar, wenn man sich mal nicht gemäss der allgemeinen Meinung äussert ist man direkt von der Firma gekauft...:/
    Weitere Antworten anzeigen
  • zuercher123 14.09.2016 17:02
    Highlight Highlight Nur so ein kleiner Kommentar: Kein Bauer hebt heutzutage mehr Ernte auf um als Saatgut zu verwenden. Modernes Saatgut (nicht gentechnisch verändertes) ist viel effizienter neu zu kaufen als nochmals anzusäen.
    • Gipfeligeist 14.09.2016 17:51
      Highlight Highlight Jap, das bunkern von altem Saatgut ist in der Tat nicht sehr rentabel. ABER Monsanto Gen-Pflanzen produzieren (absichtlich) keine funktionierenden Samen. Somit muss der Bauer jedes Jahr wieder Samen kaufen und ist völlig abhängig
    • The Destiny // Team Telegram 14.09.2016 17:52
      Highlight Highlight Das mag vielleicht für uns europäer stimmen, aber nicht für die Inder und Afrikaner.
    • zuercher123 14.09.2016 18:36
      Highlight Highlight Das absichtlich keine keimfähigen Samen entstehen ist aber auch ein Sicherheitsmerkmal. So kann sich nämlich die gentechnisch veränderte Art nie frei in der Natur ausbreiten, was ja ein grosses Thema für die Gentech Gegner ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • ottonormalverbraucher 14.09.2016 16:59
    Highlight Highlight Monsanto, der Beweis dass Firmen machen können was sie wollen, solange alles schön wissenschaftlich klingt. Man darf nicht vergessen dass die Lebensmittelbwhörde in USA diametral anders funktioniert als in Europa, dort muss bewiesen werden, dass etwas schädlich ist und hier muss bewiesen werden dass etwas unschädlich ist für den Menschen bevor es eine Zulassung gibt. Auch die Geschäftspraktiken von Monsanto sind niederträchtig. Tausende von Bauern wurden von Monsanto verklagt, weil der Wind vom Nachbarfeld Monsanto Saatgut auf ihre nicht-Monsanto Felder geblasen hat.
    • Anschie85 14.09.2016 18:24
      Highlight Highlight Das ist totaler Quatsch. Wenn man sich auskennt weiss man, dass es komplett unmöglich ist zu beweisen, dass etwas unschädlich ist. Nullhypothese ablehnen, auch schonmal gehört? Daher ist es schlicht unmöglich, was sie den europäischen Behörden "unterstellen". Es ist alles eine Frage der Dosis...
    • ottonormalverbraucher 14.09.2016 20:38
      Highlight Highlight Anschie85 wenn du dich etwas auskennen würdest, wüsstest du dass das trotzdem so läuft in Europa und es definierte Standards gibt, die abstecken was gesund ist und was nicht.

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