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Auch in ihm steckt eine manipulierte Software.
Bild: KEYSTONE

VW-Dieselaffäre weitet sich aus: Auch Porsche Cayenne betroffen (und andere 3-Liter-Motoren)

02.11.15, 20:38 03.11.15, 06:31

Die milliardenteure Diesel-Affäre bei Volkswagen weitet sich abermals aus: Nach Angaben der US-Umweltbehörde EPA hat der Konzern auch in Autos mit 3.0-Liter-Dieselmotoren eine Manipulations-Software eingesetzt.

«VW hat einmal mehr seine Verpflichtungen missachtet, sich an die Gesetze zu halten, welche saubere Luft für alle Amerikaner sichern», sagte EPA-Vertreterin Cynthia Giles der Mitteilung zufolge. «Alle Hersteller sollten nach den selben Regeln spielen.»

Im September hatte das Unternehmen eingestanden, bei Abgas-Tests auf dem Prüfstand mit Softwarehilfe die Ergebnisse für Diesel-Motoren manipuliert zu haben. Die Software schaltet in Testsituation in einen Sparmodus. Bislang drehte sich die Abgas-Affäre lediglich um Motoren bis zu 2.0 Liter Hubraum.

Ein Volkswagen-Sprecher wollte sich auf Anfrage zunächst nicht zu den neuen Vorwürfen äussern. Ein Porsche-Sprecher sagte, man habe die Vorwürfe zur Kenntnis genommen und werde sie nun prüfen.

Nach Angaben der US-Behörde wurden in bestimmten Diesel-Modellen der Marken VW, Audi und Porsche der Modelljahrgänge 2014 bis 2016 Drei-Liter-Diesel-Motoren verbaut, die bei Stickoxid-Emissionen die in den USA erlaubten Grenzwerte um das bis zu Neunfache überträfen.

Auch Porsche Cayenne betroffen

Im einzelnen handle es sich um Fahrzeuge der Typen VW Touareg (2014), Porsche Cayenne (2015) sowie die Audi-Modelle A6 Quattro, A7 Quattro, A8, A8L, and Q5 (2016).

Wie viele Fahrzeuge in den USA und weltweit davon betroffen sind, ist bislang nicht bekannt: Die neuerliche Rüge der EPA betreffe ungefähr 10'000 Dieselfahrzeuge, die seit dem Modelljahr 2014 in den USA verkauft worden seien. Zusätzlich sei eine bislang unbekannte Zahl aus dem Modelljahrgang 2016 betroffen.

Schon im September war die EPA mit dem Thema an die Öffentlichkeit gegangen. VW hatte die Vorwürfe daraufhin eingeräumt. Seitdem steckt der Konzern in einer Krise. Der ehemalige Konzernchef Martin Winterkorn räumte wie zahlreiche andere Manager seinen Posten. Der Aktienkurs war eingebrochen.

Im dritten Quartal musste der VW-Konzern wegen des Diesel-Skandals erstmals seit Jahren wieder einen Verlust ausweisen. Das Drama beendete abrupt eine jahrelange und zuletzt immer rasantere Rekordfahrt – und die Verluste zwingen die Wolfsburger auch, ihre Jahresziele zu kappen.

Weltweit ging es bislang um etwa 11 Millionen Autos der Marken VW-Pkw, VW-Nutzfahrzeuge, Audi, Seat und Skoda. Allein in Deutschland müssen 2,4 Millionen Diesel ab Januar 2016 in die Werkstatt. EU-weit sind 8,5 Millionen Fahrzeuge betroffen. Neben Ausgaben für die Rückrufe drohen Kosten etwa für Klagen und Schadenersatz. (jas/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • biancoblu 03.11.2015 06:25
    Highlight saubere luft für alle amerikaner...
    12 1 Melden
  • iNDone 03.11.2015 05:43
    Highlight VW ist ja selber schuld aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen dass sie die einzigen sind die bescheissen. Sieht für mich ein bisschen aus als ob jemand dem Konzern schaden will. Frei nach Obelix; "Die spinnen die Amerikaner"
    5 3 Melden
  • tocasen 02.11.2015 22:44
    Highlight ich kann mier einfach nicht vorstellen das ein Chevy V8 Diesel diese Grenzwerte einhält...
    15 7 Melden
    • Gelöschter Benutzer 03.11.2015 00:22
      Highlight das behaupten die auch nicht.

      vw & co. hingegen behauptet etwas, das sie nicht einhalten können. dies um mehr (über)teure(te) autos verkaufen zu können und um von staatlicher unterstützung absahnen zu können.
      22 1 Melden
    • iNDone 03.11.2015 05:46
      Highlight Die grossen Diesel werden aber in Trucks eingebaut und da gelten andere Regeln, sind ja schliesslich Heavy Duty Fahrzeuge... Und tada das meistverkaufte Auto in den USA ist: ein Truck!
      9 0 Melden
    • saukaibli 03.11.2015 07:25
      Highlight Ein Chevy holt normalerweise aus einem 3 Liter V8 auch nur ca. 93 PS raus. Vielleicht schafft er deswegen sogar die Vorgaben. Das Problem beim VW-Konzern ist ja nicht, dass die Motoren die Grenzwerte teilweise überschreiten, sondern dass ganz einfach beschissen wurde.
      5 0 Melden
    • Ricco Speutz 03.11.2015 07:27
      Highlight @tocasen
      Dann kennst du also die "do you smoke?" Videos auf Youtube?
      @thotha
      Welche staatliche Unterstützung meinst du? Bitte ein konkretes Beispiel, ich würde gerne mehr wissen

      Generell:
      Die amerikanischen Staatskassen sind mehr als leer, hochverschuldet... Da passt doch so ein Skandal perfekt, um das Taschengeld ein wenig aufzubessern.
      Das MIT hat anscheinend ermittelt, dass deswegen min. 300 Menschen gestorben sind. Nebenan laufen aber die Kohlekraftwerke, die Dragstrecken und ein nicht erreichbares Klimaziel... aber die paar Diesel von VW machen es aus! Wollt ihr mich verarschen?!
      13 4 Melden

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