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Sorgte auch an der Verhandlung für einen Eklat: Martin Shkreli am 3. August 2017 vor dem Gerichtsgebäude. Bild: EPA/EPA

Jury verurteilt «Amerikas meistgehassten Mann»: Pharma-Bad-Boy Shkreli sorgte für Eklat

05.08.17, 08:58 05.08.17, 16:57

Dem wegen drastischer Preiserhöhungen bei einem lebensrettenden Medikament umstrittenen Pharmaunternehmer Martin Shkreli droht eine Gefängnisstrafe. Nach fünfwöchigem Prozess und fünftägigen Beratungen sprach die Jury des zuständigen Gerichts in Brooklyn Shkreli am Freitag des Wertpapierbetrugs schuldig.

Beim Rechtsstreit ging es nicht um Raffgier im Pharma-Business, sondern um Anlegergelder, die Shkreli veruntreut haben soll. Die US-Behörden hatten dem 34-Jährigen vorgeworfen, Investoren an der Nase herumgeführt und ihre Mittel zweckentfremdet zu haben.

Shkreli hatte 2015 Berühmtheit erlangt, als seine Firma Turing Pharmaceuticals den Preis für das Entzündungs-Medikament Daraprim – das unter anderem Aids-Patienten helfen soll – schlagartig von 13.5 auf 750 Dollar pro Pille anhob. Die Empörung war riesig, die BBC bezeichnete ihn als «meistgehassten Mann Amerikas», die «Washington Post» als «Staatsfeind Nummer 1».

Auch der Prozess in Brooklyn wurde durch Shkrelis schlechtes Image erschwert. So dauerte es Tage, die Jury zu besetzen, weil etliche Kandidaten keinen Hehl aus ihrer Abneigung gegen den Angeklagten machten.

Auch Shkreli selbst sorgte für einen Eklat: Er äusserte sich so lange abfällig über die Staatsanwaltschaft, bis die Richterin ihm einen Maulkorb verpasste.

Ein Datum für das Urteil wurde noch nicht festgelegt. Shkreli droht schlimmstenfalls eine Haftstrafe von 20 Jahren, er dürfte aber glimpflicher davonkommen. (sda/dpa)

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17
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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 05.08.2017 13:09
    Highlight Aber wenn die SP den Kapitalismus überwinden will, dann lachen anstatt einmal richtig über ihn nachzudenken...
    23 28 Melden
    • Bijouxly 05.08.2017 13:29
      Highlight Hätte es den Kapitalismus bicht gegeben, wäre wohl dieses Medikament auch nicht auf dem Markt, weil es weder Wettbewerb noch Gewinn gäbe. Und auch kein privates Vermögen um in Innovation zu investieren.
      23 26 Melden
    • ujay 05.08.2017 13:55
      Highlight @Bijouxli. Das Rad wurde also erfunden, weil es damals Wettberwerb gab....c'mon
      18 11 Melden
    • Bijouxly 05.08.2017 14:47
      Highlight Die Erfindung des Rades war mit weniger Aufwand verbunden als die Forschung, die Patentierug und die Herstellung eines AIDS-heilenden Medikaments. Aber suuuper Vergleich.
      Abgesehen davon ist der springende Punkt ja, dass jene, die das Rad erfunden haben vom Zweck des Rades profitiert haben. Nicht alle an Medikamenten beteiligte Parteien haben die Krankheit, die das Medikament heilt, in das sie investieren. Sprich: Es muss einen anderen Anreiz geben, etwas zu investieren.
      Ohne Kapitalismus: Keine Privatinvestitionen. Ohne Kapitalismus: Kein Medikament, das verhältnismässig wenigen hilft.
      5 6 Melden
    • Johnny Geil 05.08.2017 15:16
      Highlight Wieso nicht? Neanderthaler XY hat eine bessere Transportmöglichkeit erfunden und kriegt so mit einen Fisch und einen nigelnagelneuen Holzknüppel vom Stammesanführer geschenkt. Uga Uga!
      6 2 Melden
  • Stachanowist 05.08.2017 12:11
    Highlight Sieht aus wie ein junger, leicht aufgedunsener Köppel 😄
    48 26 Melden
    • Scott 05.08.2017 12:15
      Highlight Schon mal mit einer Brille versucht?
      23 8 Melden
    • dmax 05.08.2017 12:25
      Highlight habe das selbe gedacht! 😂
      beide haben sogar das selbe sternzeichen! widder...
      9 20 Melden
    • Stachanowist 05.08.2017 14:18
      Highlight Danke für den Tipp, Scott - a friend in need is a friend indeed ;)
      6 8 Melden
    • Randy Orton 05.08.2017 16:34
      Highlight Wegen dem gleichen süffisanten Grinsen.
      4 6 Melden
  • Henzo 05.08.2017 11:35
    Highlight Still a better president than Trump.
    6 49 Melden
  • Gelöschter Benutzer 05.08.2017 11:25
    Highlight Raffgier kommt ungestraft davon.
    Anleger werden geschützt.

    Ja ganau so.

    Welcome to the World of Trump, SVP und Co.
    33 43 Melden
    • Maria B. 05.08.2017 13:04
      Highlight Richtig, die SVP ist da bekanntlich direkt involviert - wieder mal dein üblich kleinkarierter Standard ;-))!
      34 13 Melden
  • dommen 05.08.2017 10:34
    Highlight Der Typ ist ein lupenreiner Soziopath. Einer, der seine Persönlichkeitsstörung gewinmbringend einsetzen kann. Kommt in solchen Positionen leider häufiger vor.
    94 3 Melden
  • Waedliman 05.08.2017 10:22
    Highlight Dass dieser Mensch ein Soziopath ist, liegt wohl auf der Hand. Aber ich glaube nicht, dass ihm 20 Jahre Gefängnis helfen werden.
    57 3 Melden
    • Azrag 05.08.2017 11:01
      Highlight Immerhin könnte er dort kaum Schaden anrichten.
      60 2 Melden
  • Firefly 05.08.2017 10:01
    Highlight Im Land der Unflätigkeiten... oder Im Westen nichts neues.
    30 3 Melden

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