International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Pleite rückt näher: «Griechenland würde ab 1. Juli ein Notstandsgebiet»

Was passiert mit Griechenland nach einer möglichen Pleite? EU-Kommissar Oettinger geht vom Schlimmsten aus. Der deutsche CDU-Politiker fordert einen Notfallplan für das Land in den Bereichen Energie, Polizei und Medizin.

15.06.15, 12:25 15.06.15, 15:29

Ein Artikel von

Günther Oettinger. Bild: KACPER PEMPEL/REUTERS

Es steht nicht gut um Griechenlands Zukunft. Das steht fest nach den erneut geplatzten Gesprächen vom Wochenende. Wie ernst die Lage aber genau ist, lässt sich nur erahnen – etwa anhand neuer Aussagen von EU-Kommissar Günther Oettinger. Er verlangt einen Notfallplan für Griechenland für den Fall eines Ausscheidens aus der Eurozone. Wenn sich Athen nicht bewege und die Verhandlungen scheiterten, drohe Schlimmes, sagte Oettinger vor Sitzungen der CDU-Spitze in Berlin. «Griechenland würde ab 1. Juli zu einem Notstandsgebiet werden.»

Bislang stand im Zuge eines drohenden Grexits vor allem die Stabilisierung der verbleibenden Eurozone im Fokus. Dass Oettinger nun den Blick auf Griechenland lenkt, macht deutlich, für wie plausibel der Brüsseler Politiker ein komplettes Scheitern inzwischen hält.

Deswegen müsse parallel zu den laufenden Verhandlungen von allen Beteiligten einschliesslich der EU-Kommission ein Notfallplan erarbeitet werden, sagte der für Digitales zuständige EU-Kommissar. Das Land könne in den Bereichen Energie, Polizei und Medizin erhebliche Probleme bekommen.

Minus an den Börsen

Nicht nur in der Brüsseler Politik, auch an den Finanzmärkten wächst die Sorge vor einem Grexit. In Athen fiel der Leitindex Athex Composite zu Handelsbeginn um mehr als sieben Prozent, später lag das Minus noch bei vier Prozent. Vor allem der Bankensektor geriet unter erheblichen Verkaufsdruck und verlor rund 15 Prozent an Wert. Auch der deutsche Leitindex DAX sowie der europäische Index EuroStoxx fielen jeweils um mehr als ein Prozent. Der Euro rutschte unter die Marke von 1.12 Dollar.

Die Hoffnung aber stirbt bekanntlich zuletzt. EU-Kommissar Oettinger fügte vor der CDU-Sitzung hinzu, Griechenland in der Eurozone zu halten, bleibe das Ziel. Aber dafür müsse sich Griechenland beim Thema Rente – neben der Mehrwertsteuer einer der Knackpunkte bei den Verhandlungen – bewegen. Der europäische Steuerzahler könne nicht die griechischen Renten bezahlen, sagte Oettinger.

Hintergrund ist die Debatte um das Renteneintrittsalter in Griechenland, es liegt im öffentlichen Dienst bei rund 56 Jahren, in der Privatwirtschaft bei knapp 61 Jahren. Regierungschef Alexis Tsipras dagegen vermutet hinter der Forderung nach Rentenkürzungen nur politische Absichten – und fordert die Geldgeber auf, sich zu bewegen.

Varoufakis: Merkel muss sich entscheiden

Bild: FABRIZIO BENSCH/REUTERS

Auch Finanzminister Giannis Varoufakis sieht die Geldgeber seines Landes am Zug. «Heute ist ein schöner Tag. Die Sache ist kristallklar: Endlich sind wir an den Punkt gelangt, wo die Partner Entscheidungen treffen müssen», sagte Varoufakis dem Sender der regierenden Linkspartei Syriza, Sto Kokkino. In der «Bild»-Zeitung forderte er erneut einen Schuldenschnitt.

Auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel müsse sich entscheiden, fügte Varoufakis hinzu. Athen spiele keine Spiele und bluffe nicht, betonte der griechische Finanzminister. Athen habe den Gläubigern mehrere alternative Vorschläge für Sparmassnahmen gemacht. Die Geldgeber aber bestünden weiter auf Rentenkürzungen. Griechenland werde dem nie zustimmen. Griechenland habe den Institutionen gesagt, «bis hier und keinen Schritt weiter». (yes/dpa/reuters)

Griechenland

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
13
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Oberon 17.06.2015 19:57
    Highlight Vergesst bitte nicht das ein Grossteil der griechischen Bürger leider nichts für den Untergang kann, ausser vielleicht das sie es zugelassen haben.

    Wir lesen zu diesem Thema immer wieder so viele Halbwahrheiten.
    Falls es jemanden wirklich interessiert sollte man als erstes diesen Eintrag lesen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Staatsschuldenkrise

    Der Untergang von Griechenland läuft schon länger als 5 Jahre...


    1 0 Melden
  • Abel Emini 15.06.2015 14:58
    Highlight Griechenland soll raus aus dem Euro und aus der EU sofort! Schuldenschnitt, davon können die nur träumen!
    3 1 Melden
  • Hercules Rockefeller 15.06.2015 14:42
    Highlight Diese Nachrichten kommen ungefähr genau so gleichmässig, wie die neuen iPhones und es wird genau....*Achtung Trommelwirbel*.....gar nichts passieren. Seit Jahren heisst es doch: "noch XY Wochen/Tage, dann geht das Licht aus auf der Akropolis", doch bisher ist dieser Affenzirkus immer weiter auf Tournee gegangen und es würde mich nicht überraschen, wenn der Grexit-Poker in eine neue Runde gehen würde. Bin mal gespannt, wie sich das entwickelt....
    6 0 Melden
  • Monti_Gh 15.06.2015 14:16
    Highlight Hallo Watson-Team
    Gibt es eine Liste, bei der ersichtlich wer dich Gläubiger sind? Ist es das griechische Volk oder sind es europäische Banken (v.a. französische/deutsche)
    6 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.06.2015 14:25
      Highlight uhh, wie gemein. Jetzt treibst du sie in die Enge :)
      2 2 Melden
  • Gelöschter Benutzer 15.06.2015 14:03
    Highlight Ich lese hier mit Erstaunen, die unheimliche Schadenfreude gewisser Leser im Falle einer Pleite Griechenlands.

    Mal sehen ob diese Leser auch dann noch Lachen, wenn Griechenland aufgrund des Grexits einfach alle Mittelmeerflüchtlinge nach Europa, Ziel Deutschland, durchlässt. Ob diesen Herrschaften dann ein Lichtlein aufgeht darf bezweifelt werden: Wut braucht kein Hirn, nur ein lautes Organ zum Brüllen und Fäuste mit denen auf den Stammtisch getrommelt werden kann.
    11 2 Melden
  • Ruffy 15.06.2015 13:49
    Highlight Eine Entschuldung ist das einzig simnvolle, das sich gerade die Deutsche so dagegen wehren erstaunnt doch etwas, nich nur weil es ökonomisch sinnvoll wäre (bei Politikern ist es mit dem ökonomie Wissen oft nicht so gut bestellt) sonder weil gerade Deutschland nach den 2WK einenen massiven Schuldenerlass bekam.

    Was die Griechen aber endlich einsehen müssen ist, dass das Rentenalter auf vernünftige 65 gehört usw..
    5 0 Melden
  • Ikarus 15.06.2015 13:26
    Highlight Wäre ja schön wenn irgend was von den geldern an griechenland gegangen wäre, das wurde nur von bank zu bank verschoben und landete in deutschen unternehmen. Lasst die banken pleite gehn dann werden die deutschen schon sehn was sie davon haben ihre wirtschaft auf den rücken anderer gepusht zu haben.
    9 5 Melden
  • droelfmalbumst 15.06.2015 13:17
    Highlight eine mauer um griechenland ziehen und verrotten lassen... schon schön wenn man sich sein eigenes grab schaufelt... ncncnc
    1 24 Melden
    • P hilip 15.06.2015 13:35
      Highlight Genau, das mit den Mauern nimmt immer ein gutes Ende. ;)
      14 0 Melden
  • Azrag 15.06.2015 12:48
    Highlight Schlimmer als zweimal gegen die Färöer zu verlieren kanns kaum werden.
    6 4 Melden
  • SVARTGARD 15.06.2015 12:37
    Highlight Tschüss Griechenland,der Ofen ist aus.
    10 9 Melden

Vollbremsung bei Tempo 220: Swiss-Airbus legt Flughafen Mumbai lahm

Wegen eines Triebwerkfehlers musste ein Airbus A330 in der indischen Metropole den Start abbrechen. Die Hauptpiste des Airports war 40 Minuten lang blockiert. 

Mit Tempo 220 raste am Sonntag ein Airbus A330-300 der Swiss in der indischen Metropole Mumbai über die Piste. Kurz vor dem Abheben streikte plötzlich das linke Triebwerk. Darauf ging der Pilot voll auf die Bremsen und stoppte die Maschine vor dem Pistenende. 

Die Turbine ist futsch: «Das betroffene Triebwerk muss vor Ort ausgetauscht werden», sagt Swiss-Sprecherin Sonja Ptassek zu watson.

Ein Passagier filmte, wie die Flughafen-Feuerwehr kurz darauf zur Maschine eilte und die …

Artikel lesen