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Kinderarbeit für nicht mal 3 Franken pro Tag – schwere Vorwürfe gegen H&M und Co.

Textilkonzerne wie H&M und Takko nutzen das vom Militär kontrollierte Burma als Billigwerkbank. In den Fabriken arbeiten 14-Jährige, selbst der Mindestlohn von umgerechnet 2.64 Franken pro Tag wird oft nicht gezahlt.

Nils Klawitter / spiegel online



Ein Artikel von

Spiegel Online

Yi Yi hat mit 15 Jahren begonnen, in der Fabrik zu arbeiten. Zwei ihrer Freundinnen waren gerade mal 14 Jahre alt, als sie eingestellt wurden. Am liebsten hätten die Manager zwar Leute über 18 genommen, aber über ihr Alter habe sie nie gelogen, sagt Yi Yi. Ihre Familie war auf das Einkommen des Mädchens angewiesen, doch viel war das nicht: Der Lohn für Hilfskräfte in der Fabrik beginnt bei 2.03 Euro (2.16 CHF). Pro Tag.

Garment factory workers prepare food in their small dormitory room in Yangon, Myanmar.

Burmesische Fabrikarbeiterinnen in ihrer Unterkunft in Rangun. bild: Lauren Deccica for SOMO selection

Yi Yis Fabrik, die auch für den deutschen Textilhändler Takko produziert, der auch in der Schweiz Filialen führt, liegt in Burma. Der Bericht des Mädchens ist Teil einer Studie der niederländischen Organisation SOMO, die auf Recherchen zu multinationalen Unternehmen spezialisiert ist. Zwölf Fabriken hat SOMO zusammen mit lokalen Nichtregierungsorganisationen untersucht, mit 400 Arbeitern sprachen die Rechercheure im ersten Halbjahr 2016. (Hier findest du die Studie als PDF-Datei.)

Die Ergebnisse passen so gar nicht zu den Nachhaltigkeitsberichten der Textilkonzerne, in denen viel von sozialer Verantwortung die Rede ist: Extrem niedrige Löhne, massive Überstunden und Kinderarbeit sind in dem noch immer weitgehend vom Militär beherrschten Land demnach keine Ausnahme. Arbeitsverträge scheinen Mangelware. Viele Fabrikarbeiter kommen nicht mal auf den armseligen gesetzlichen Mindestlohn von umgerechnet 2.64 Franken pro Tag. Die meisten leben in Slums, ohne Elektrizität und fliessend Wasser.

So hart arbeiten weltweit 168 Millionen Kinder

Billigfabriken boomen

Kaum ein Land, resümiert die Studie, scheint derzeit vom unrühmlichen Billigwettlauf im Textilsektor mehr zu profitieren als Burma. Nach Angaben des dortigen Textilproduzenten-Verbands machen die Exporte des schnell wachsenden Kleidungssektors mit 1.46 Milliarden Dollar bereits zehn Prozent der Gesamtexporte des Landes aus – ein Grossteil davon im Umfang von 423 Millionen Euro geht nach Europa.

Seit die Sanktionen im Jahr 2013 aufgehoben wurden, boomen die Billigfabriken in Burma. Ihre Zahl wuchs von 130 auf rund 400. Konzerne wie das irische Unternehmen Primark und die schwedische Kette H&M machen sich diese Entwicklung offenbar zunutze.

Knochenjob – Kinderarbeit in Bangladesch

Primark

epa04176829 Pedestrians walk past a Primark store in central London,   23 April, 2014. Primark is to open its first stores in America, beginning with clothing store in Boston, Massachusetts, the clothing retailer announced 23 April.  EPA/ANDY RAIN

Bild: ANDY RAIN/EPA/KEYSTONE

Primark lässt zwar weiter in Burma fertigen, teilt aber mit, dass man die Zusammenarbeit mit den beiden im Bericht genannten Fabriken schon länger beendet habe. Warum, wird nicht genau erläutert. Stattdessen bemängelt Primark, dass der SOMO-Bericht sich «nicht auf Fakten, sondern lediglich auf Gespräche mit Fabrikarbeitern» stütze.

H&M

People shop in the newly opened Hennes & Mauritz (H&M) store in Moscow in this March 13, 2009 file photo. Swedish fashion retailer Hennes & Mauritz reported on January 28, 2016 a drop in fiscal fourth-quarter pretax profit in line with market expectations and said it expected January sales to increase 7 percent in local currencies from a year ago.      REUTERS/Denis Sinyakov/Files

Bild: DENIS SINYAKOV/REUTERS

H&M war bereits im vergangenen Jahr von zwei schwedischen Autoren im Buch «Modesklaven» wegen Zuständen bei Zulieferern in Burma kritisiert worden. Die beiden Journalisten hatten recherchiert, wer tatsächlich den Preis für die günstige Ware des Unternehmens zahlt: Burmesische Mädchen nämlich, die bis zu 14 Stunden am Tag dafür schuften mussten. H&M berief sich damals darauf, dass es in Burma erlaubt sei, Kinder ab 14 Jahren in Fabriken arbeiten zu lassen.

Auch auf den SOMO-Report reagiert H&M ähnlich und beruft sich auf den Verhaltenskodex des Unternehmens. Kinderarbeit sei für H&M «total inakzeptabel», heisst es. Man habe «keine Anzeichen» dafür, dass Arbeiter unter dem gesetzlich zulässigen Alter von 14 Jahren beschäftigt werden. Überstunden, heisst es schwammig, seien eine «weitverbreitete Herausforderung». Sie dürften bei Lieferanten nur im legalen Bereich stattfinden, als Gehalt müssten diese «mindestens» Mindestlohn zahlen. Das stehe auch alles im Nachhaltigkeitsbericht des Unternehmens. Es klingt nach ausgelagerter Verantwortung, ein wenig wie: Was können wir dafür, wenn die sich nicht dran halten?

Takko

Bild

bild: wikimedia

Nicht viel besser als bei den H&M-Zulieferern sah es für die Arbeiter lange auch in der Takko-Fabrik aus. Hier sollen im Sommer sogar 13-Jährige als Hilfsarbeiter eingestellt gewesen sein. Erst durch ein Audit im August 2016 habe Takko Kenntnis über die Zustände in der Fabrik erlangt, sagte eine Sprecherin der Kette im münsterländischen Telgte.

Man habe daraufhin die eigene Methodik der Audits überarbeitet und den «ehemals beschäftigten jugendlichen Arbeitern ihre monatliche Kompensation» ausgezahlt, teilte die Takko-Sprecherin weiter mit. Inzwischen seien keine Jugendlichen unter 16 Jahren mehr dort beschäftigt, auch Überstunden gebe es nicht mehr.

Takko, das ist besonders pikant, ist seit 2011 Mitglied der Fair Wear Foundation (FWF). Die niederländische Organisation galt bisher als Mass für Glaubwürdigkeit im Textilsektor. Deren Mitglieder unterwerfen sich einer besonders rigiden Kontrolle. Nun allerdings wird dieser Ruf infrage gestellt.

Hundert Prozent fair ist quasi unmöglich

Der Bericht, räumt eine Fair-Wear-Sprecherin ein, beleuchte eine «unbequeme Wahrheit»: hundertprozentig faire Kleidung sei «nahezu unmöglich zu finden». Dafür seien die Zulieferketten zu komplex. Dennoch müssten FWF-Mitglieder weit mehr über ihre Lieferketten wissen und veröffentlichen als gemeinhin üblich. Auch länderspezifische Massnahmen zur Implementierung von «anständigen Arbeitsbedingungen» seien Pflicht.

Elf FMF-Mitglieder werden demnach aus Burma beliefert, darunter befinden sich ausser Takko auch Outdoorunternehmen wie etwa Salewa oder Vaude. Man ersuche die Unternehmen, völlig transparent zu agieren, auch in Bezug auf die Zulieferer dort, teilt FMF mit.

Das allerdings, sagt eine Sprecherin der Nichtregierungsorganisation SOMO, sei bis heute nicht geschehen. «Welche Marke sich aus Burma beliefern lässt, ist bekannt. Auch welche Fabriken dort für Fair-Wear-Firmen arbeiten, wird veröffentlicht.» Was allerdings fehle, sei die Verknüpfung dieser Informationen: «Welcher Hersteller wo genau fertigen lässt, bleibt meist ein Geheimnis.»

Zusammengefasst: Textilkonzerne wie H&M, Primark und Takko lassen in Burma fertigen, das noch immer weitgehend von Militärs beherrscht wird. Die Textilindustrie gehört zu den schnell wachsenden Wirtschaftszweigen des Landes. Aktuelle Recherchen der niederländischen Nichtregierungsorganisation SOMO zeigen: Extrem niedrige Löhne noch unter dem Mindestlohn, massive Überstunden und Kinderarbeit sind in den Fabriken Burmas keine Ausnahme; viele Arbeiter leben in Armut. Betroffen sind auch Mitglieder der bislang als glaubwürdig geltenden Fair Wear Foundation (FWF).

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98Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 09.02.2017 08:06
    Highlight Highlight Hess Natur wäre auch noch ein Tip für die welche nach dem Prinzip "Qualität statt Quantität" Kleider kaufen und tragen wollen.
  • lugidani 09.02.2017 07:54
    Highlight Highlight Dieser Film erklärt das Problem sehr gut:
    Play Icon
    und wie wir uns fühlen sollten wenn wir ein T-Shirt für 10.- CHF kaufen...
  • Markus Hofstetter 08.02.2017 21:16
    Highlight Highlight Es ist zwar nicht fair, dass die Menschen dort so wenig verdienen. Allerdings wären sie ohne diese Arbeit noch schlechter dran.
  • retofit 08.02.2017 19:41
    Highlight Highlight Ich habe kürzlich irgendwo gelesen, dass PUMA als nachhaltigstes Unternehmen ausgezeichnet worden ist. Es geht also auch anders als bei Nike oder H&M...
    • velolove 02.03.2017 06:24
      Highlight Highlight Puma!? Wo hast du das gelesen? Die sind höchstens was Ökologie angeht nachhaltig. Von fairen Arbeitsbedingungen konnte ich keine Berichte finden. Kannst du dich an die Quelle erinnern?
      Aber auch was ökologische Bestrebungen angeht tönt es von Puma her für mich nach unverbindlichem "Marketing bla Bla ".
  • rodolofo 08.02.2017 07:30
    Highlight Highlight Die Kehrseite unseres sogenannten "Wohlstands" ist die Sklaverei.
    Solange wir Materiellen Reichtum mit tatsächlichem Reichtum verwechseln, werden wir Seelisch arm bleiben.
    Unsere oberflächliche Bling Bling - Glitzerwelt wird genau so hohl, grossmäulig und abstossend sein, wie der neue Amerikanische Präsident.
    Mit weniger von diesen Luxus-Krimskrams ist das Leben einfacher, und aufgeräumt ist im Nu!
    Wer fliegen will, der muss vorher allen unnötigen Ballast abwerfen.
    Dann aber kann's losgehen, gegen den Strom, bis dahin, wo das frische Quellwasser sprudelt!
    • Einstürzende_Altbauten * 08.02.2017 09:39
      Highlight Highlight Das frische Quellwasser, dass von Nestlé gerade aufgekauft und in Flaschen abgefüllt wird? Army den konnte ich mir nicht verkneifen 😉
    • Einstürzende_Altbauten * 08.02.2017 09:51
      Highlight Highlight Sollte Sry heissen (blöde Autokorrektur)
    • rodolofo 09.02.2017 07:21
      Highlight Highlight Irgendeine noch nicht von Nestlé abgeleitete und vermarktete Quelle wird sich wohl noch finden lassen.
      Und sonst kehre ich einfach um und folge dem Strom bis zum endlos weiten Meer!
  • Zürischnure 07.02.2017 22:34
    Highlight Highlight Solange wir nicht bereit sind mehr für unsere Kleidung zu bezahlen, wird sich das nicht ändern.
    Oder hat Jemand gedacht bei 14.90 für ein Shirt bekommt die Arbeiterin 1.- pro genähtes Shirt?


  • Don Alejandro 07.02.2017 21:29
    Highlight Highlight Wow, das entspricht aber so gar nicht dem Image von H&M....
  • Enzasa 07.02.2017 21:05
    Highlight Highlight Auf den Internetseiten von Pusch in Zürich sind faire Hersteller gelisteten
  • winglet55 07.02.2017 15:16
    Highlight Highlight Die meisten Kinder haben gar keine Möglichkeit eine Schule zu besuchen, resp. die Eltern können einen ordentlichen Schulbesuch gar nicht bezahlen!
    Die leider Konkurs gegangene Fa. Switcher, hatte bei ihren Produzenten Schulen finanziert für die Kinder und auch für die erwachsenen Angestellten. Das wäre ein Ansatz den man verfolgen sollte.
  • Normi 07.02.2017 14:10
    Highlight Highlight Und dann gibt es Menschen die sich nerven dass H&M und Co nicht alle Kleidungsstücke von XXXS bis XXXL anbieten...

    😒
  • Nausicaä 07.02.2017 13:39
    Highlight Highlight Ein Vorschlag: Anstelle Berichte darüber zu schreiben, wo man überall nicht einkaufen sollte, wäre es mMn 100 x sinnvoller uns zu informieren, wo man so fair wie möglich einkaufen könnte. Das wäre ein viel sinnvollerer Ansatz. Stellt doch im Zwei-Wochen-Takt oder so jeweils ein Unternehmen vor. Z.B. Einstoffen, die Kleidung und Brillen in der Schweiz designen und in der Türkei fair herstellen.
    • Normi 07.02.2017 14:04
      Highlight Highlight in der Türkei fair" herstellen und erdowahn unterstützen ? echt jetzt ?
    • Nick Name 07.02.2017 15:35
      Highlight Highlight Nein: Ich will beides!

      (Das frühere 3.-Welt-Lädeli bzw. heute Claro wäre übrigens ein Tipp der ersten Stunde. Und einige Nachahmer. Clean Clothes Campaign ist ein weiteres Stichwort.
      Und hier ein Labelguide: https://www.publiceye.ch/fileadmin/files/documents/CCC/PE_Flyer-Labels_D_Labels_ES_Web.pdf)
    • Nausicaä 07.02.2017 15:44
      Highlight Highlight @Nick Name
      Du hast recht, es war etwas polemisch formuliert, um meinem Anliegen Nachdruck zu verleihen. Mir ist einfach ein bisschen der Nuggi usegetäscht. Das H&M mit Kinderarbeit herstellt, weiss man schon seit Jahren. Klar soll dies auch offengelegt werden. Aber es ist unsinnig, nur die schwarzen Marken zu nennen und keine Alternativen anzubieten, wenn man dafür ganz offensichtlich ein gutes Portal hat.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Domino 07.02.2017 12:52
    Highlight Highlight Die meisten der Kleiderbranche produzieren Wegwerfware. 2-3x getragen und schon kaputt. So muss man neues kaufen, was der Branche eine viel höhere Frequentierung und Umsatz bringt. Statt sich ein paar mal im Jahr Kleider zu kaufen macht man es nun bei jeder Gelegenheit.
    Über längere Zeit gesehen lohnt es sich teurer und in guter Qualität zu kaufen. Ausserdem trägt man dann auch nicht den Zara, H&M, Tacco, Backout, C&A Einheitsbrei. Und lange getragene und geliebte Stücke lässt man auch eher mal reparieren als sie in die Altkleidersammlung zu werfen.
    • Enzasa 07.02.2017 21:04
      Highlight Highlight Ha ha
      Mal in die Etiketten der teureren Modelle geschaut?
      In der Firma, in der KIK Billig Jeans produziert, wird nach Ende der 😴Serie für KIK an genau der gleichen Stelle und von den selben Personen, die Jeans Hosen für Hugo Boss gefertigt.
      War eine Doku mit Nachweisen im TV
  • Herbert Anneler 07.02.2017 12:16
    Highlight Highlight Konzernverantwortungsinitiative annehmen! Fann könnten wenigstens schweizerische Unternehmen nicht mehr so gewissenlos fuhrwerken! Wenn diese Kleider-Heuschrecken selber nicht die Verantwortung übernehmen, wird es ihr gehen wie der Pelz- und Zigaretten-Industrie... Wie sagte eun ethischer Schweizer Unternehmer: Nur was dem Leben Dient, hat Bestand. Nicht gerade das, was die Kleider-, Fisch- und Handy-Heuschrecken in Asien tun.,,
    • DerDudeSagts 07.02.2017 13:55
      Highlight Highlight Gegenvorschlag: Selbstverantwortung wahrnehmen, und aufhören immer alles abzuschieben (irgendwer anders soll's für uns richten).
      "Die Grossen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen" J.C.F. Schiller.
      Obiges wunderbare Zitat sagt, dass der Ball nun in unserem Feld liegt. Es muss mit uns beginnen - nirgendwo sonst!
    • Kstyle 07.02.2017 17:26
      Highlight Highlight Seh ich auch so die inkonsequenz der leute ist erschreckend. Z.b. die canada goose jacken mit echtpelz ich kenne mehrere vegetarier die die tragen auch einpaar veganer. Hab schon einpaar darauf angesprochen wegen echtpelz und so. Die antwort war erschreckend: diese tiere sind nicht aus einer zucht die sind wild und es hat sie in kanada sowieso zu viel. Inkonsequenter geht es gar nicht.
    • Kstyle 07.02.2017 17:33
      Highlight Highlight @hallo Herbert wieso auf ein gesetz warten mit gutem beispiel vorangehen und hoffen das genug leute mitziehen. Wie wäre es mit garantie auf kleider? Wäre kein gesetz würde aber die qualität verbessern
    Weitere Antworten anzeigen
  • Homes8 07.02.2017 12:06
    Highlight Highlight Habe gestern abend diesen Film gesehen welcher zeigt wie ein 3, ein 6 und eine 8Jährige ins Erwerbsleben auf einer Alp integriert werden. Eventuel glücklicher wie Kinder die im Wohnzimmer unterhalten werden
    Play Icon
    • Hoschijan 07.02.2017 12:22
      Highlight Highlight Kinder, die sich während ihrer Ferien auf einer Alp aufhalten, und dort mithelfen, haben ja total viel zu tun mit Kindern, welche in Burma keine andere Wahl haben, als zum Unterhalt ihrer Familien mit 14 statt zur Schule arbeiten zu gehen, und dafür nicht mal mit einem sowieso schon lächerlichen Mindestlohn bezahlt zu werden...
    • Homes8 07.02.2017 16:59
      Highlight Highlight Schauen sie sich bitte erst den Film an bevor Sie hier meinen Kommentar kritisieren. Die Kinder sind nicht während den Ferien auf der Alp.
      Die Erwachsenen verdienen übrigens in den angesprochenen Ländern meist auch nicht mehr.
      Dass es in diesen Ländern kein funktionierendes Schulsystem gibt liegt bei den Regierungen und eventuel an fehlenden Steuereinnahmen, da die grossen Konzerne ihre Profite in Steueroasen abladen.
    • Enzasa 07.02.2017 21:08
      Highlight Highlight Mir hat auch einmal eine Veganerin gesagt: "so sind die Kinder wenigstens von der Strasse"
      Tiere schützen aber gegenüber Kinderqualen blind sein.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DerDudeSagts 07.02.2017 11:42
    Highlight Highlight Sich hier zu empören bringt nix. Ihr habt es in euren Händen. Man kann über die Amis sagen was man möchte, jedoch, ein sauberes Sprichwort fällt mir gerade ein: "The Power is, where your money goes!"
    Kauft da ein, und es wird sich nie etwas ändern. Lasst es sein, und es ändert sich schnell etwas. Die machen das exakt so lange, wie sie dafür von euch bezahlt werdet.
    • demokrit 07.02.2017 12:57
      Highlight Highlight Auch sehr grosse Outdoorhersteller fertigen in China. Arc'teryx, Mammut, Jack Wolfskin. Hat sich nie auf den Preis ausgewirkt.
    • ThePower 07.02.2017 13:39
      Highlight Highlight Stimmt genau, nur mache ich mir da keine grossen Hoffnungen. Am Ende zählt doch immer das eigene Portemonnaie. Bin mir sicher: Würde Primark in der Schweiz eine Filiale eröffnen, würde die überrannt werden. Ist ja sooo billig..
  • Wilhelm Dingo 07.02.2017 11:33
    Highlight Highlight Billig ist halt nicht Kostenlos.
  • 3fuss 07.02.2017 11:31
    Highlight Highlight Myanmar (so heisst Burma seit 1989) hat ein BIP pro Kopf von 1300 Dollar pro Jahr. Die Schweiz hat eines von 85000 Dollar pro Jahr. Das ist das 65-Fache.
    Der Mindestlohn in Myanmar von Fr. 2.64 pro Tag entspricht also einem Schweizerlohn von rund 3600 Fr. pro Monat (21 Tage pro Monat). Bei uns gibt es viele, die nicht soviel kriegen.
    Und nicht zuletzt:
    Würde den Myanmaren diese Aufträge entzogen, dann würden die Arbeiter Fr. 0.00 pro Tag erhalten. Ist auch nicht besser.
    • Hoschijan 07.02.2017 12:27
      Highlight Highlight Wie hoch das BIP ist, sagt noch nichts darüber aus, wie hoch die Lebenshaltungskosten sind. Darüber, wie weit ein Arbeiter am Tag mit 2.64 kommt (so er sie denn überhaupt erhält) kann ich nichts sagen. Dass Kinder aber keine andere Perspektive haben als mit 14 für einen fraglichen Lohn arbeiten zu gehen, würde ich schon als problematisch bezeichnen... Aber das kann uns ja egal sein, ist ja weit genug weg, solange wir hier billige T-Shirts kaufen, und das so gesparte Geld in unseren eigenen Wohlstand investieren können.
    • hektor7 07.02.2017 12:39
      Highlight Highlight Ziemlich klassische, aber meiner Meinung nach total falsche, Argumentation: Der europäische Grosskonzern, der Arbeitsplätze schafft und die Bevölkerung so aus der vollkommenen Verelendung befreit. Arbeitsbedingungen egal - besser so als gar nichts zu tun.
    • Fabio74 07.02.2017 12:44
      Highlight Highlight Also ist Kinderarbeit legitim? Moral, Ethik, Nachhaltigkeit etc was die Konzerne von sich geben für die Tonne?
    Weitere Antworten anzeigen
  • pd90 07.02.2017 11:26
    Highlight Highlight Im H&M oder Primark für 10.- ein Shirt kaufen, sich dann aber wundern, wieso die Fabrikarbeiter so wenig daran verdienen...
    • Pisti 07.02.2017 12:16
      Highlight Highlight Du kannst dir auch ein Shirt von Tommy Hilfiger für 100.- kaufen, der Fabrikarbeiter wird genau gleich viel daran verdienen wie beim billig Shirt.
    • ThePower 07.02.2017 13:48
      Highlight Highlight @pd90

      Wenn du bei Primark 10€ für ein T-Shirt ausgibst, kaufst du schon die "Luxusversion".. Es geht noch billiger:

      https://m.primark.com/de/search/search-products-results?q=T-Shirt&c=herren
    • Enzasa 07.02.2017 21:11
      Highlight Highlight Primark oder andere "Billig Ketten" verarschen die Kunden weniger als die Markenhersteller!
      Turnschuhe von Addidas werden auch in den gleichen Hallen zu dem gleichen miesen Bedingungen hergestellt
    Weitere Antworten anzeigen
  • walsi 07.02.2017 11:25
    Highlight Highlight Die Konsumenten haben es in der Hand. Läden wie H&M, Takko usw. meiden und nur noch Fairtrade kaufen. Dann kriegt man aber keine Unterhose für CHF 5.-- oder für CHF 20.-- T-Shirts im Dreierpack.
  • Caprice 07.02.2017 11:19
    Highlight Highlight Bei den Preisen, die Takko und H&M haben - ist da ernsthaft noch irgendwer überrascht?
    • 3fuss 07.02.2017 12:16
      Highlight Highlight Ja, ich.
      Ich wundere mich, warum dasselbe T-Shirt in Indien, Malaysia oder China 3 bis 10-Mal weniger kostet, wie in der Schweiz.
    • who cares? 07.02.2017 15:18
      Highlight Highlight @3fuss, das hast kannst du dir doch selbst gut erklären, mit deinem Wissen über das BIP und dir Lebenserhaltungskosten etc.
  • Kstyle 07.02.2017 11:19
    Highlight Highlight Ist leider nichts neues die Konzerne haben immer achöne Worte aber bringen nie taten. Das einzige was hilft wäre ein boykott aber billige kleider sind ja so schön. Mäckern und sich aufregen aber selber dort einkaufen.

  • Tomtom64 07.02.2017 11:11
    Highlight Highlight Der Titel tönt, als ob Kinderarbeit für über drei Franken pro Tag okay wäre. Ist es nicht.

    So wie ich aus diesem Artikel herauslese, darf man in Burma ab dem 14. Geburtstag arbeiten und der gesetzliche Mindestlohn beträgt CHF 2.64 pro Tag. Wo dies eingehalten wird, verhalten sich die angeklagten Textilunternehmen rechtlich gesehen korrekt.

    Dass sich diese Unternehmen nach unseren europäischen Massstäben moralisch inkorrekt verhalten, ist etwas anderes. Das alles ist nichts Neues und so sind es schlussendlich wir Konsumenten, die durch den Kauf billiger Kleider die Verursacher sind.
  • Scaros_2 07.02.2017 11:06
    Highlight Highlight Erstaunlich wie alle dann immer so total erstaunt sind wenn so was bekannt wird.

    1. Wir Menschen des "Westens" interessieren uns nicht für Wertschätzung. Diese ist vollends überbewertet.
    2. Sie ist nicht nur bei der Kinderarbeit etc. und günstigen Klamotten überbewertet sondern auch bei den Handwerkern bei uns in der Schweiz.

    Wir wollen selbst viel verdienen wollen aber alles günstig haben und deswegen leiden 3. Sei das in Asien oder in der Schweiz.

    Sowohl der Gärtner, der Handwerker, der Schreiner oder die 10 Jahre alte Händen in China. Alle sollen einem das beste günstig machen. Realität
    • 3fuss 07.02.2017 12:13
      Highlight Highlight Darum habe ich einen kleinen Lohn und muss billige Kleider kaufen, noch billigere als Marken wie H&M.
  • Zwerg Zwack 07.02.2017 10:53
    Highlight Highlight Ich frage mich, wie viel mehr wir als Konsumenten für ein H&M-T-Shirt bezahlen müssten, wenn den Textilarbeiterinnen 2.64 Franken pro STUNDE bezahlt würden, und nicht pro Tag. Ich glaube, dies würde nicht einmal einen Franken auf den Endpreis ausmachen...
    • Tiefstapler 07.02.2017 13:28
      Highlight Highlight In einer idealen Welt: Ja.
      Wenn du aber über Margen rechnest (wie üblich bei Handelswaren), dann must du multiplizieren und nicht addieren.
      Nicht das es trotzdem möglich wäre!
  • Pflichtfeld 07.02.2017 10:52
    Highlight Highlight Wer etwas anderes von H&M erwartet hat ist einfach nur weltfremd. Wie sonst sollen diese Preise möglich sein? Ein T-Shirt für nix gibts einfach nicht. Man sollte sich bei einem Preis immer überlegen wieviele Minuten Arbeit es wohl brauchen könnte um diesen Gegenstand herzustellen und das mit dem eigenen Lohn vergleichen. Tut ganz gut.

    You get what you pay for. Stimmt nicht immer, aber meistens eben schon. Wenn jemand in H&M einkauft sag ich jeweils: "von Kinder, für Kinder". Die meisten finden das dann nicht so lustig, aber so ist es eben.

    Wir haben es in der Hand es zu ändern. H&M meiden.
    • Martiis 07.02.2017 11:48
      Highlight Highlight Ok und wo soll man stattdessen Kleider kaufen? Gemäß der Erklärung von Bern lassen etliche Marken unter noch zweifelhafteren Bedingungen als der H&M produzieren, so z.B. Joop, Gucci, Triumph, Esprit, North Face, Timberland. Und dann gibts noch solche, die erst gar keine Auskünfte über ihre Produktion geben, z.B. Diesel, Louis Vuitton, Armani, Levi's, Benetton, Hugo Boss usw.
      Teurere Kleider kaufen, bringt also eigentlich erstmal gar nichts, ausser dass man nicht mehr so viel kaufen kann.
    • Dageka 07.02.2017 12:13
      Highlight Highlight Man kann die Kleider bei Nudie Jeans kaufen. Auf ihrer Homepage haben sie genau deklariert wie und wo ihre Produkte hergestellt werden.
    • Turboschnegge 07.02.2017 12:54
      Highlight Highlight @Martiis
      Wiso zählst Du teure Markenklamotten als alternative auf?
      Auch schon mal von Fairtraid Kleidung gehört???
      Sind ein bisschen teurer aber man kann sie mit gutem Gewissen tragen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lord_Mort 07.02.2017 10:52
    Highlight Highlight Hundert Prozent fair ist quasi unmöglich? Aber nur weil wir hier Shirts für fünf Fanken kaufen wollen. Würden die Konsumenten hier faire Preise bezahlen und die Unternehmen die zusätzlichen Einnahmen nicht einfach als Dividenden an Aktionäre ausschütten oder als Boni an ihre Mitarbeiter so würde es sicher schon mal besser aussehen als heute. Aber dieses Problem betrifft die gesamte globale Wirtschaft und nicht nur diese Branche.
  • JJ17 07.02.2017 10:48
    Highlight Highlight Die Arbeitsbedingungen sind wirklich eine Katastrophe, welche man nicht einfach so hinnehmen sollte. Aber das Alter finde ich jetzt nicht einmal so schlimm, denn auch begann meine Berufsausbildung mit schon 15 Jahren.
    • Hoschijan 07.02.2017 12:33
      Highlight Highlight Kennst Du denn die Arbeitsbedingungen in Burma? Arbeiterschutz im Umgang mit verwendeten Chemikalien bei der Textilproduktion etc, ist nochmals ganz ein anderes Thema.
    • JJ17 07.02.2017 13:32
      Highlight Highlight Also die genauen Arbeitsbedingungen kennt wohl keiner von uns beiden, da wohl weder du noch ich jemals in Burma in solch einer Fabrik war. Aber dass diese ganz und gar nicht gut sein werden, wissen wir alle. Deswegen auch mein erster Satz "Die Arbeitsbedingungen sind wirklich eine Katastrophe, welche man nicht einfach so hinnehmen sollte.".
    • Hoschijan 07.02.2017 14:31
      Highlight Highlight OK, da hatte ich Dich etwas falsch verstanden. Trotzdem oder gerade deswegen ist es umso schlimmer Kinder diesen Arbeitsbedingungen auszusetzen.
  • ElendesPack 07.02.2017 10:42
    Highlight Highlight Zwei Probleme:
    1. Wie im Bericht erwähnt, sind die Familien auf die Einkommen der Kinder angewiesen. Solange das so ist, wird Kinderarbeit nie out of Fashion sein.
    2. Solange die Heimatländer der betreffenden Konzerne (z.B. H&M, Primark) nicht die gesetzlichen Grundlagen schaffen, die völlige Mobilität des Kapitals einzuschränken und bei Verstössen gegen Mindestvorschriften die Möglichkeit erhalten, Firmenkapital einzufrieren oder zu beschlagnahmen, wird sich nichts ändern. Dies würde aber ziemlichen Unmut unter sämtlichen Finanzspekulanten und Neoliberalen hervorrufen.
    • ElendesPack 07.02.2017 12:07
      Highlight Highlight Kommst Du zufällig aus Vulgarien?
    • Yelina 07.02.2017 13:01
      Highlight Highlight Ich unterstütze einen gemeinnützigen Verein, der sich dafür einsetzt, dass Kinder zwar weiterhin arbeiten, aber nur halbtags und nebenbei noch zur Schule gehen können (zum selben Lohn). So haben die Familien weiterhin das dringend benötigte Einkommen, aber die Kinder erhalten trotzdem eine Schulbildung.
    • ElendesPack 07.02.2017 14:50
      Highlight Highlight Yelina: Find ich gut. Noch besser wäre es aber, wenn dies nicht durch einen gemeinnützigen Verein, sondern durch einen profitierenden Konzern wie H&M finanziert würde.

      Ach und Tannäzapfä, obwohl Du Dich eigentlich eh disqualifizierst für ernsthafte Gespräche, würde es mich noch wunder nehmen, was Du Hartei denn so nützliches machst in Deinem Leben? Ehrlich gesagt bezweifle ich stark, dass Du in einem Nützlichkeits-Penis-Vergleich mit mir gewinnen würdest.
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