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So soll die Abkopplung am Sonntag ausgesehen haben. Nun muss «Schiaparelli» nur noch die Landung überstehen.  Bild: EPA/ESA

Landung der ersten europäischen Sonde: Kurz vor 17 Uhr kommt es auf dem Mars zum Showdown

19.10.16, 13:48 19.10.16, 15:47

Sieben Monate dauerte die Reise, am Ende aber entscheiden sechs Minuten: Vor allem in Europa und Russland fiebern Raumfahrtexperten der ersten Landung einer europäischen Sonde auf dem Mars entgegen. Die Testsonde «Schiaparelli» soll am Mittwochnachmittag in die Mars-Atmosphäre eintauchen – um nach einem ruppigen Abstieg sechs Minuten später, gegen 16.48 Uhr Schweizer Zeit, auf der Oberfläche aufzusetzen.

Live-Übertragung

Hier kannst du die Live-Übertragung der Landung schauen.

«Schiaparelli» wurde seit ihrer erfolgreichen Trennung von der Atmosphärensonde TGO, mit der sie bis Sonntag huckepack zum Roten Planeten gereist war, in einen «Tiefschlaf» versetzt. Aus ihm soll sie ihrer Programmierung zufolge erst um 15.37 Uhr und damit 75 Minuten vor Beginn des Landemanövers aufwachen.

Danach beginnt für die kleine Sonde der Höllenritt. Da die Signale erst mit 9.5 Minuten Verzögerung auf der Erde eintreffen und zurück nochmal diese Zeit benötigen, ist «Schiaparelli» bei Abstieg und Landung ganz allein auf sich gestellt, denn ein Eingreifen der Bodenstation wäre nicht möglich. Während dieser Phase können zahlreiche Problemen auftreten.

Die Landung soll mit einem Fallschirm gedämpft werden. Bild: HANDOUT/REUTERS

Eines der schwierigsten Manöver

Das Aufsetzen auf der Oberfläche nach dem Flug durch die dünne, kohlendioxidhaltige Atmosphäre des Roten Planeten zählt zu den schwierigsten Raumfahrtmanövern überhaupt. Bislang gelang es nur den USA, funktionierende Forschungsrover auf dem Mars zu platzieren.

«Schiaparelli» ist kein hochgerüsteter Rover, sondern nur ein Testlandegerät – es soll Technologien ausprobieren, die für die spätere Landung eines ersten europäischen Rovers benötigt werden. Diesen will die europäische Weltraumagentur ESA in vier Jahren auf dem Mars absetzen. Ein erster Versuch mit dem Mini-Landegerät «Beagle 2» war vor 13 Jahren missglückt.

Auch für den kleinen Testlander ist das Abbrems- und Landmanöver hochkomplex und dürfte für Höchstspannung im Europäischen Raumflugkontrollzentrum der ESA in Darmstadt sorgen. 121 Kilometer über der Marsoberfläche wird der 600 Kilo schwere Lander in die Atmosphäre eintreten und dann von 21'000 auf zehn Stundenkilometer herunter gebremst – eine ungeheure Belastung für die mit Fallschirm und Schutzschild ausgerüstete Sonde.

Funkkontakt über Atmosphärensonde

Die letzten zwei Meter bis zur Oberfläche legt die Sonde im freien Fall zurück – dann sollte sie in der Nähe des fast 13 Jahre alten NASA-Rovers Opportunity auf dem Boden aufsetzen. Da «Schiaparelli» seine Daten nicht direkt zur Erde funken kann, müssen sie von der Schwestersonde TGO aufgefangen werden, die derweil in eine Umlaufbahn um den Mars eingeschwenkt sein sollte.

Die «Mission Control» der «Schiaparelli»-Mission in Darmstadt. Bild: EPA/ESA

Während der Lander aufsetzt, wird die Atmosphärensonde den Plänen zufolge über «Schiaparellis» äquatornahen Landeplatz hinwegziehen und dessen ausgesandten Datenstrom auffangen.

«Schiaparelli» ist unter anderem mit einer kleinen Wetterstation ausgerüstet, die neben Temperatur, Druck und Windgeschwindigkeit auch elektrische Felder auf der Mars-Oberfläche messen soll. Die Batterie des Testlandegeräts lässt sich nicht aufladen, deshalb wird seine Mission schon nach wenigen Tagen beendet sein.

TGO dagegen wird noch eine Weile aktiv sein. Die Sonde soll die Gase in der Mars-Atmosphäre untersuchen und dabei nach Spuren einfachen Lebens auf dem Roten Planeten suchen. (leo/sda/afp)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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    Alle Leser-Kommentare
  • blobb 19.10.2016 15:41
    Highlight *Daumendrück*
    10 0 Melden

Immer wieder krass: Diese Luftaufnahmen zeigen, wie ein Flüchtlingsproblem wirklich aussieht 

Im Mittelmeer soll sich erneut ein Flüchtlingsunglück mit vielen Toten ereignet haben. «Es sieht so aus, als seien Hunderte Menschen gestorben», sagte Italiens Präsident Sergio Mattarella. Offiziell ist das noch nicht bestätigt. Fakt ist aber: Jeden Monat versuchen tausende Flüchtlinge aus Nordafrika und der Türkei mit Booten nach Europa zu gelangen. 2014 starben nach Angaben der International Organization for Migration (IOM) knapp 3300 Flüchtlinge auf See, 2015 …

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