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Eine Frau mit Kinderwagen und Schirm geht an der Zeughausstrasse an einem mit Holzbrettern verbarrikadierten Geschaeft vorbei, am Freitag, 1. Mai 2015, dem Tag der Arbeit, in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

So soll es gemäss den Forschenden vom Club of Rome zukünftig bleiben: Frau mit einem Kind. Bild: KEYSTONE

Geld für kinderlose Frauen und höhere Steuern: So wollen Club-of-Rome-Forscher die Welt retten

Seit Jahrzehnten warnt der Club of Rome vor ungebremstem Wachstum. Ein neuer Bericht versammelt nun Forderungen zum politischen Umsteuern. Eine davon: Kinderlose Frauen sollen mit 50 eine Prämie von 80'000 Dollar erhalten.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Wachstum hat Grenzen: Mit dieser Botschaft sorgte der sogenannte Club of Rome bereits vor mehr als vier Jahrzehnten für Aufsehen. Nun haben zwei Wissenschaftler einen neuen Bericht an den Club vorgelegt, der einen radikalen Umbau der Volkswirtschaften vorsieht.

Die Studie, die der norwegische Zukunftsforscher Jørgen Randers und der britische Ökonom Graeme Maxton in Berlin vorstellten, trägt den Titel: «Ein Prozent ist genug. Mit wenig Wachstum soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel bekämpfen». Zu den Vorschlägen gehören:

Prämie für Kinderlose oder Einkind-Familien

Das Autorenduo erklärt, die Verdoppelung der Weltbevölkerung in den vergangenen 50 Jahren sei die Hauptursache für die fortschreitende Zerstörung unseres Planeten. Da es schwierig sei, den ökologischen Fussabdruck des Einzelnen zu verkleinern, wäre es «hilfreich, wenn die Gesellschaft die Wachstumsrate der Bevölkerung noch mehr drosseln, idealerweise sogar ins Negative kehren würde». Man sollte Frauen, die maximal ein Kind grossgezogen haben, «zu ihrem 50. Geburtstag einen Bonus von 80'000 Dollar zahlen».

Höheres Pensionsalter

Damit die Renten gesichert bleiben, schlagen die Forscher eine Anhebung des Renteneintrittalters vor, etwa auf 70 Jahre. Gleichzeitig plädieren sie für eine Verkürzung der Jahresarbeitszeit. «Anstatt dass 90 Prozent der Erwerbsfähigen in Vollzeit arbeiten und pro Jahr im Schnitt 30'000 Dollar verdienen, besteht unser Ziel darin, dass 100 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung einen Arbeitsplatz haben.» Der Durchschnittsverdienst würde dann bei 27'000 US-Dollar liegen. Wer trotzdem arbeitslos ist, sollte ein höheres Arbeitslosengeld erhalten, das allerdings unter dem Durchschnittslohn liegt. Gleichzeitig sollte aus unbezahlter Arbeit bezahlte Arbeit werden – zum Beispiel durch die Entlohnung von Menschen, die Angehörige pflegen.

Einführung einer CO2-Steuer

Um mehr Anreiz für den Klimaschutz zu schaffen, fordern Randers und Maxton eine CO2-Steuer, deren Einnahmen direkt an die Bürger verteilt werden. Parallel zu einem Anstieg der Steuern auf Emissionen und Rohstoffverbrauch sollten die Steuern auf Einkommen gesenkt werden. Wer für die Herstellung seiner Produkte übermässig viele Ressourcen verbraucht und Menschen krank macht, soll dafür zur Kasse gebeten werden. Es sei unfair, dass die Folgen von Fettleibigkeit, Depressionen und verkürzter Lebenszeit von der Gesellschaft und nicht von den Herstellern von Lebensmitteln mit zu viel Zucker, Fett und Salz getragen würden.

Club of Rome

Der Club of Rome ist eine gemeinnützige Organisation, die sich als Think Thank für eine nachhaltige Zukunft der Menschheit einsetzt. 1968 gegründet, hält der Club seinen Hauptsitz in Winterthur und setzt sich aus Expertinnen und Experten verschiedener Länder und Sparten zusammen. 

Reiche und Unternehmen zur Kasse bitten

Ausserdem sollen Reiche und Unternehmen mehr Steuern zahlen. Das Argument, höhere Unternehmensteuern vernichteten Arbeitsplätze und liessen das Bruttoinlandsprodukt schrumpfen, lassen die Autoren nicht gelten. Sie sagen, das sei eine von Unternehmen und Banken kolportierte Fehleinschätzung. Schrittweise soll eine Erbschaftsteuer von 100 Prozent eingeführt werden.

Weniger Aussenhandel

Die Abwanderung von Arbeitsplätzen aus reichen Ländern liesse sich nach Einschätzung der Forscher durch eine Beschränkung des Aussenhandels wirksam bekämpfen. Randers und Maxton sagen: «Wenn die Arbeitslosigkeit zum Hauptproblem wird, kann ein liberalisierter Handel die Situation sogar noch verschlimmern, weil er den Unternehmen die Verlagerung von Jobs ins Ausland erleichtert.»

Die Autoren sprechen von «13 leicht realisierbaren Massnahmen». Sie wissen aber, dass ihre Vorschläge auf teilweise heftige Kritik treffen dürften. So bezeichnen sie ihren Vorschlag für eine «Förderung kleinerer Familien» selbst als «besonders unkonventionelle – und möglicherweise strittige – Massnahme». Trotzdem erklären sie: «Wir hoffen, dass die Gesellschaft den Wandel begrüsst, statt in Angst vor Veränderung zu verharren.»

Maxton ist Generalsekretär des Club of Rome, der sich für eine nachhaltige Entwicklung und den Schutz des Planeten einsetzt. Randers war Vizegeneraldirektor der Naturschutzorganisation WWF International und einer der Autoren des Bestsellers «Die Grenzen des Wachstums» von 1972, der zu den bekanntesten Warnungen vor der Endlichkeit von Ressourcen gehört. Die Szenarien erwiesen sich teilweise als zu pessimistisch, was aber auch an einem in der Folge verbesserten ökologischen Bewusstsein gelegen haben dürfte. (gin/dab/dpa)

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • opwulf 14.09.2016 13:37
    Highlight Highlight Wieviele von Euch die diese Ideen befürworten sind als Einzelkind aufgewachsen? Wieviele in einem kinderreichen Elternhaus? Wieviele von Euch sind verheiratet? Wer war Scheidungskind? Wie schaut es mit den anderen Familienangehörigen aus? Wie ist da die Beziehung? Könnte es sein dass dies mitbeinflussend ist wieso ihr diese Ideen als "sympathisch"empfindet? Ich möchte Niemandem zu Nahe treten, es würde mich einfach interessieren. Und es kann sehr gut sein dass ich völlig auf dem Holzweg bin, kann mir aber genau so gut vorstellen das dies einen sehr grossen Einfluss hat. Why are we as we are?
  • fenxi 14.09.2016 00:54
    Highlight Highlight Es ist ein Armutszeugnis, dass darüber diskutiert werden muss und nicht selbstverständlich ist (ausser Pkt 2). Beim Umwelt- und Tierschutz ist es auch so jämmerlich. Und bei der Bildung. Das sagt viel über unsere Politiker und Elite. Nun, auch die werden merken, dass es im Nirwana keine Bancomaten gibt.
  • Blutgruppe 13.09.2016 23:25
    Highlight Highlight Ich bin nicht mit allem einverstanden (mit der Erhöhung des Rentenalters z.B. sicher nicht), doch mit dem Meisten. Diese Forscher sollten an die Macht kommen bzw. ihre Anliegen umgesetzt werden. Leider befürchte ich, dass es nicht so weit kommen wird, da ihre Vorschläge zu vielen Interessen verschiedenster Instanzen widersprechen.
    • Lamek 14.09.2016 18:25
      Highlight Highlight ich weiss nicht, was die reichsten Leute der Welt mit diesen Forderungen anfangen könnten. Die meisten Punkte widersprechen einer freien Wirtschaft.
    • Lamek 15.09.2016 15:31
      Highlight Highlight Die Ideen gehen mir zu weit - doch muss man sehen, dass der Club of Rome längst nicht so viel beeinflussen kann, wie andere Organisationen, (z.Bsp die OECD, die Uno, Tax justice network etc..)
      Eine Einordnung ob kommunistisch oder antiliberal würde ich nicht machen, das hat keinen Sinn. Ich finde es schön, dass man langsam erkennt, das sich was an unserer weltweiten wirtschaftspolitik ändern muss; es müssten aber nicht alleine die angeschnittenen Punkte angegangen werden.
  • Chihirovocale 13.09.2016 21:54
    Highlight Highlight Eine Erbschaftsteuer von 100 %, wie ist das zu verstehen? Dann muss jede Generation ihr Elternhaus kaufen?
    Manche Ansätze sind ja gar nicht so abwegig...
    • atomschlaf 13.09.2016 22:52
      Highlight Highlight Eine Erbschaftssteuer von 100% wäre theoretisch eine durchaus sinnvolle Sache, insbesondere könnten dadurch die leistungsfeindlichen Einkommenssteuern (aka Arbeitsbestrafungssteuern) massiv gesenkt oder gänzlich eliminiert werden.
      (Zum Vergleich: In der Schweiz werden pro Jahr ca. 40 Mia. vererbt, dies entspricht ungefähr den gesamten Steuereinnahmen der Kantone)

      Allerdings sehe ich erhebliche praktische Probleme: Um Umgehungen zu vermeiden müssten z.B. auch Schenkungen verboten werden.
    • RobertQWEC 13.09.2016 22:56
      Highlight Highlight Das dein Erbe zu 100% and den Staat geht. Also gäbe es das Familienerbe faktisch nicht mehr. Eigentlich ein guter Ansatz, sofern der Staat gut haushaltet (lol) und dies die Steuern für alle senkt.
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