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In den USA werden mehr Organe gespendet – aber der Hintergrund ist traurig

17.05.18, 04:56 17.05.18, 06:37


Die Menge der verfügbaren Spenderorgane in den USA ist unerwartet gestiegen. Der traurige Hintergrund: die verheerende Opioid-Epidemie. Die Zahl der Drogentoten, die mindestens ein Organ spendeten, hat sich von 59 (2000) auf 1029 (2016) erhöht.

Fast 14 Prozent sämtlicher Organspenden gehen mittlerweile darauf zurück. Forscher der University of Utah in Brigham untersuchten, wie sicher die Organe von Drogentoten für die 110'000 Menschen sind, die in den USA dafür auf der Warteliste stehen. Die Experten geben nun zumindest für Lungen und Herzen grünes Licht.

Die Box mit dem Spenderherz wird im Operationssaal des Kinderspitals Zürich aus der Kühltruhe genommen. (Archivbild)  Bild: KEYSTONE

Sie sichteten die Transplantationsakten von 2360 Patienten aus 17 Jahren und fanden heraus: Spender-Herzen und -Lungen von Drogentoten funktionierten ein Jahr nach der Transplantation genauso gut wie diejenigen von Menschen, die an einem Schlaganfall, Hirnblutungen oder Schusswunden gestorben waren. Das Team um Mandeep Mehra berichtet darüber im «New England Journal of Medicine».

«Wir waren überrascht zu sehen, dass fast die gesamte Erhöhung der Transplantationsaktivität in den USA der vergangenen fünf Jahren auf die Drogen-Krise zurückgeht», berichtet der Arzt. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Luigi > Mario 17.05.2018 10:12
    Highlight Was sind denn Beispiele für Organspenden ohne traurigen Hintergrund?
    42 0 Melden
    • Tabuton 17.05.2018 13:30
      Highlight Nierenspende zum Beispiel
      2 1 Melden
  • DailyGuy 17.05.2018 08:42
    Highlight Kleine Frage: Werden Organe vor dem Transport total vom Blut des Spenders "befreit"? Oder wie geht das? Die Drogen sind ja vermeintlich im Blut, also wären das Herz und die Lungen ja auch betroffen? Oder ist dies nicht der Fall? Es interessiert mich echt und möchte auch was dazulernen.
    24 2 Melden
    • Graviton 18.05.2018 12:28
      Highlight Gute Frage. Die Organe werden nicht vom Blut „befreit“. Nach Entnahme des Organs muss es sehr schnell gehen. Reste der Drogen befinden sich tatsächlich noch im Blut des Spenderorgans. Das ist aber nicht viel und wird vom Körper des Empfängers abgebaut. Die Empfänger werden nach der Transplantation über längere Zeit engmaschig untersucht.
      1 0 Melden

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