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Erdogan hat Schuldige am Anschlag in Ankara gefunden: Türkei bombardiert Stellungen der Kurden

Zum Anschlag in Ankara mit vielen Toten hat sich noch niemand bekannt. Doch die türkische Regierung geht offenbar von einem Attentat der PKK aus – und greift Stellungen der Kurden im Nordirak an.



Autobombe explodiert in Ankara

Ein Artikel von

Spiegel Online

Wenige Stunden nach dem Anschlag in Ankara mit mindestens 37 Toten hat die Türkei Stellungen der Kurden im Nordirak bombardiert. Elf Kampfjets seien unter anderem im Kandil-Gebirge im Einsatz gewesen, teilte die Armee mit. Ziel seien Verstecke und Waffenlager gewesen. Das Kandil-Gebirge gilt als Rückzugsgebiet von Kämpfern der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.

Bei dem Autobomben-Anschlag im Zentrum der türkischen Hauptstadt waren am Sonntagabend 37 Menschen getötet und mehr als 120 verletzt worden. Die Detonation ereignete sich in der Nähe des zentralen Kizilay-Platzes an einem Busbahnhof. In der Nähe befinden sich viele Geschäfte, auch das Botschaftsviertel ist nicht weit entfernt. Die Behörden sprachen von einem oder zwei Attentätern. Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigte einen entschlossenen Kampf gegen Terroristen an.

Ankara verdächtigt PKK-Kämpferin

Bislang hat sich niemand offiziell zu dem Anschlag bekannt. Nach Informationen der regierungsnahen Zeitung «Sabah» werde jedoch vermutet, dass es sich bei einer Selbstmordattentäterin um ein Mitglied der PKK handelt. «Sabah» schrieb, die Frau habe sich zwischen zwei voll besetzten Linienbussen in einem weissen BMW, der mit TNT beladen gewesen sei, in die Luft gesprengt.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unter Berufung auf Vertreter der türkischen Sicherheitskräfte, es gebe für diesen Verdacht auch Beweise. Die Frau solle der PKK seit 2013 angehört haben. Sie sei 1992 geboren und stamme aus der osttürkischen Stadt Kars.

Erst vor knapp einem Monat hatte in Ankara ein Selbstmordattentäter ebenfalls eine Autobombe gezündet und 29 Menschen mit in den Tod gerissen. Zu dieser Tat bekannte sich die aus der PKK hervorgegangene Splittergruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK). Die TAK hatte damals zugleich weitere Anschläge angekündigt.

brk/dpa/AFP

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