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Bilder des zerstörten Spitals
Bild: äRZTE OHNE GRENZEN

Schon wieder: Spital von «Ärzte ohne Grenzen» bombardiert, diesmal im Jemen

Erneut ist ein Spital von «Ärzte ohne Grenzen» das Ziel von Luftangriffen geworden: Die Klinik in der jemenitischen Stadt Saada ist fast völlig zerstört. Mehrere Menschen wurden verletzt.

28.10.15, 00:14


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Bilder des zerstörten Spitals in Saada
Bild: Ärzte ohne Grenzen

Im Jemen ist ein Spital von «Ärzte ohne Grenzen» bombardiert worden. Nach Angaben der Hilfsorganisation ist die Klinik in der Stadt Saada bei einem Luftangriff des von Saudi-Arabien angeführten Bündnisses mehrmals getroffen worden.

«Ärzte ohne Grenzen» leistet in Krisengebieten auf der ganzen Welt medizinische Hilfe. Erst Anfang Oktober war ein von der Organisation betriebenes spital im afghanischen Kundus bei einem US-Luftangriff schwer getroffen worden. Dabei starben rund 30 Menschen.

Nach einer Meldung der amtlichen jemenitischen Nachrichtenagentur Saba, die den Huthi-Rebellen untersteht, wurden mehrere Menschen verletzt. Das Gebäude sei vollständig zerstört worden, zitierte die Agentur den Spital-Direktor Ali Mughli.

Die Menschenrechtsorganisation «Amnesty International» erklärte, es seien mehr als 20 Menschen in der Klinik gewesen. Sieben Mitarbeiter seien verletzt und die Klinik fast vollständig zerstört worden. Die Menschenrechtsgruppe forderte eine Untersuchung des «ungesetzlichen Angriffs» auf das Spitals, der offenbar gezielt erfolgt sei.

Die Organisation «Ärzte ohne Grenzen» veröffentlicht über Twitter Fotos des zerstörten Spitals in Saada.

Saudi-Arabien weist Vorwürfe zurück

Die saudi-arabische Militärallianz wies jegliche Vorwürfe zurück. Auf die Frage, ob die Allianz die Klinik angegriffen habe, schrieb Brigadegeneral Ahmed Asseri am Dienstag: «Ganz und gar nicht.»

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Angriff auf das Spital. In einer Erklärung forderte er eine umgehende Untersuchung der Attacke.

Saudi-Arabien und andere Golf-Staaten gehen seit vergangenen März gemeinsam mit jemenitischen Truppen gegen die Huthi-Rebellen vor. Die Militärallianz unterstützt die Regierung von Abd Rabbu Mansur Hadi, der vor den Rebellen nach Saudi-Arabien geflohen war. Dabei werden auch immer wieder zivile Ziele getroffen.

kry/Reuters/AFP

Durch die Zerstörung des Spital seien 200'000 Menschen ohne Zugang zu überlebenswichtiger medizinischer Versorgung, schreibt die Organisation «Ärzte ohne Grenzen».

Aus Sicht von Amnesty International könnte es sich beim Angriff um ein Kriegsverbrechen handeln.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Roger Gruber 28.10.2015 08:22
    Highlight Keine Überraschung. Schliesslich hat MsF scharf gegen die USA protestiert und eine US-unabhänigige Untersuchung gefordert nach dem US-Terror-Anschlag in Kundus. Wer gegen die USA protestiert, muss mit allem rechnen.
    2 1 Melden
  • flyingdutch18 28.10.2015 08:18
    Highlight Hier haben wir's! Die USA gehen mit ihrem kriegsverbrecherischen gezielten Angriff auf das MSF-Spital in Kunduz voran, und andere Kriegsmächte fühlen sich legitimiert, das Gleiche zu tun. Das ist unerträglich! Wir sollten alle diese Staaten boykottieren und ächten, wo immer es geht.
    3 0 Melden
  • smarties 28.10.2015 06:37
    Highlight Trotz all den Steinen die da mehr oder weniger in den Weg gelegt werde, Ärzte ohne Grenzen ein riesen Dankeschön für ein wenig menschlichkeit in hoffnungslosen Gebieten! Merci, dass es euch gibt!
    2 0 Melden
  • ramonke 28.10.2015 00:39
    Highlight jetzt werden auch noch die helfer bombardiert. wo führt das nur hin
    2 0 Melden

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