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Sesselkleber Jammeh gibt auf: Gambia steht vor einem friedlichen Machtwechsel 

21.01.17, 14:26 21.01.17, 15:31

Wochenlang klebte er am Stuhl fest. Nach einer Machtdemonstration ausländischer Truppen und stundenlangen Vermittlungsversuchen steuerte Gambias Ex-Präsident Jammeh dann doch um. Nun steht einem friedlichen Machtwechsel nichts mehr im Weg.

Kurz vor der Entmachtung durch ausländische Truppen hat der abgewählte gambische Präsident Yahya Jammeh seinen Amtsverzicht erklärt. Nach Marathonverhandlungen mit westafrikanischen Vermittlern erklärte Jammeh in der Nacht zum Samstag im staatlichen Fernsehen, er habe sich entschlossen, «die Führung des Landes» aufzugeben. Jammeh, der Gambia 22 Jahre lang mit harter Hand regierte, sollte noch am selben Tag ins Exil gehen.

Eine Delegation von westafrikanischen Vermittlern reist nach den erfolgreichen Verhandlungen am 20. Januar 2017 ab. Bild: AFOLABI SOTUNDE/REUTERS

Der ehemalige Machthaber hatte sich nach seiner Abwahl am 1. Dezember vergangenen Jahres geweigert, sein Amt abzugeben. Er steuerte erst um, als am Donnerstag westafrikanische Eingreiftruppen in Gambia einmarschiert waren, um den Machtwechsel notfalls zu erzwingen. In seiner Ansprache sagte Jammeh, es sei nicht nötig, «dass auch nur ein Tropfen Blut vergossen wird.» Seinen Nachfolger Adama Barrow erwähnte er nicht.

Seinen Amtsverzicht knüpfte Jammeh allerdings an Bedingungen. Er forderte etwa, dass ihm eine Amnestie gegen strafrechtliche Verfolgung zugesichert werde. Ausserdem verlangte er, an kommenden Wahlen in Gambia teilnehmen dürfen.

Gambias gewählter Präsident Adam Barrow bei der Vereidigung. Bild: HANDOUT/REUTERS

Ein Teil der Bevölkerung hat den neuen Präsidenten bereits darum gebeten, die Forderungen Jammehs abzulehnen. Barrow hatte seinen Amtseid am Donnerstag in der gambischen Botschaft im Senegal abgelegt.

Nach Mauretanien oder Guinea

Unklar war noch, welches Land Jammeh aufnimmt. Es wurde vermutet, dass er entweder nach Mauretanien oder Guinea ins Exil gehen würde. Der letzte Vermittlungsversuch, den Ex-Präsidenten zum Einlenken zu bewegen, hatte sich von Freitagmorgen bis in die Nacht gezogen. Angeführt wurden die Verhandlungen von Guineas Präsident Alpha Condé.

Senegals Militär ist an der Grenze zu Gambia einsatzbereit. Bild: STR/EPA/KEYSTONE

Die militärische Intervention war am Freitag vor den Vermittlungsgesprächen auf Eis gelegt worden. Hätte Jammeh nicht nachgegeben, wären die 7000 Mann starken Truppen aus Nigeria, Ghana, Togo und dem Senegal nach Banjul marschiert.

Dass es zu grösseren Kampfhandlungen kommen würde, war jedoch unwahrscheinlich. Die Gesamtstärke der gambischen Streitkräfte liegt etwa zwischen 800 bis 1000 Soldaten. Die Führung von Streitkräften und Polizei hatte sich bereits von Jammeh losgesagt.

«Selbst wenn die Gespräche scheitern, werden die gambischen Truppen die Ecowas-Truppen mit offenen Armen und einer Tasse Tee begrüssen», hatte Generalstabschef Ousman Badgie am Freitagnachmittag gesagt.

Die frühere britische Kolonie Gambia gehört nach einem UNO-Index zu den 20 ärmsten Ländern der Welt. Neben der Landwirtschaft ist in dem Staat mit etwa zwei Millionen Einwohnern der Tourismus einer der wichtigsten Wirtschaftszweige. (sda/dpa)

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Butschina 21.01.2017 23:13
    Highlight Ich bin froh, dass der Konflikt friedlich gelöst wurde. Schön hat sich der EX-Präsident entschlossen aufzugeben.
    0 0 Melden
  • Mafi 21.01.2017 15:00
    Highlight Gut! Wichtig, dass Afrika fortschritte macht. Europa und Amerika (auch RU und CN) müssen ihnen aber die Chance lassen, dies zu tun, genau wie es jetzt geschehen ist! Wichtiges Zeichen auch, dass das Militär sich klar gegen den Sesselkleber ausgesprochen hat...
    11 0 Melden
    • Alnothur 21.01.2017 19:08
      Highlight Ja. Leider ist es - gerade auch durch die "Entwicklungshilfe" - aber so, dass der Rest der Welt die Diktatoren unterstützt... Natürlich umso besser, zu sehen, dass es sich trotzdem bessert.

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