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Tweets über Erdogan: Holländische Journalistin in der Türkei festgenommen

24.04.16, 14:32 24.04.16, 15:51


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Die niederländische Journalistin Ebru Umar ist in ihrem Haus in der türkischen Küstenstadt Kusadasi festgenommen worden. Das gab sie selbst in der Nacht zum Sonntag via Twitter bekannt. Zudem sendete sie eine SMS an die niederländische Plattform «The Post Online». Sie sei «wegen einiger Tweets über den türkischen Präsidenten Erdogan» mitgenommen worden, teilte sie dort mit.

Das niederländische Aussenministerium in Den Haag bestätigte die Festnahme. Man stehe in engem Kontakt mit den lokalen Behörden.

Die Kolumnistin hatte sich zuletzt in der Tageszeitung «Metro» sehr kritisch über Präsident Recep Tayyip Erdogan ausgelassen. Sie ist selbst türkischer Abstammung.

Die niederländische Nachrichtenagentur ANP berichtete, dass die niederländische Botschaft mit Umar nach ihrer Festnahme Kontakt aufgenommen habe und den Fall aufmerksam verfolge. Von türkischer Seite gab es bisher noch keine Stellungnahme.

«Ich bin nicht frei»

Umar schrieb im Kurzmitteilungsdienst Twitter während ihres nächtlichen Abtransports: «Ich bin nicht frei, wir fahren zum Krankenhaus» zu einer medizinischen Untersuchung, bevor sie dem Staatsanwalt vorgeführt werden solle. Die Journalistin twitterte anschliessend Auszüge aus ihrer letzten Kolumne.

In dem Text ging es unter anderem um ein Schreiben des türkischen Konsulats in Rotterdam an Türken in der Region Rotterdam. Die Diplomaten fordern darin ihre Landsleute auf, jede mutmassliche Beleidigung Erdogans in den sozialen Netzwerken zu melden. Das Schreiben hatte für heftige Kritik gesorgt. Das Konsulat sprach anschliessend von einem «Missverständnis».

In der Türkei ist derzeit ein starker Anstieg von Prozessen gegen Kritiker des seit 2014 amtierenden und zunehmend autoritär herrschenden Erdogan zu beobachten. Derzeit laufen rund 2000 Verfahren, viele gegen Künstler, Journalisten und Intellektuelle, aber auch gegen Privatleute.

(ler/dpa)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Haşim 25.04.2016 16:16
    Highlight Lächerlich! Ich werde nicht mehr in die Türkei reisen um dort meinen Urlaub zu verbringen! Türkeiurlaub gestrichen egal wie günstig die Angebote sein sollten! Sorry das geht zu weit!
    Edit: Bin selber türke.
    Recep Tayyip Erdogan = Fremdschämen
    5 0 Melden
  • Citation Needed 25.04.2016 12:39
    Highlight Die Heute-Show hat ausgerechnet: seit Amtsantritt hat Erdogan durchschnittlich 3 Prozesse PRO TAG wegen Ehrverletzung angezettelt. Würde man nur auf das letzte Jahr oder anfang 2016 schauen, die Pace hat sich sicherlich massiv erhöht. Autoritäre Gewaltherrscher neigen ja oft zu krankhafter Paranoia. Die Mimose vom Bosporus zeigt tatsächlich entsprechende Symptome. Und die Erkrankung scheint fortschreitend zu verlaufen. Was fällt dem als nächstes ein?
    6 0 Melden
  • äti 24.04.2016 18:46
    Highlight Die EU kann mit einem psychisch kranken, desorientierten und paranoiden Despoten über nichts verhandeln, weil es schlicht nicht rechtsmässig wäre. Die Türkei muss jetzt Neuwahlen durchführen.
    23 1 Melden
  • AJACIED 24.04.2016 15:13
    Highlight Super macht weiter liebe Regierung der Türkei.
    Ihr werdet schon sehen was auf euch zukommt wenn das so weiter geht.
    61 3 Melden
    • okey 24.04.2016 19:54
      Highlight Naja er kann e machen was er will. Da er "demokratisch" gewählt wurde. Die Welt kann ihn nur kritisieren und mehr nicht. Desweitern sind wir ja nun abhängig von der Türkei da in Europa gewisse ach so tolle Länder Zeune bauen und Menschen im Meer sterben lassen. Wenn Europa so weiter macht sind wir wohl nicht mehr die die andere kritisieren können.
      9 3 Melden
    • Sapere Aude 25.04.2016 00:41
      Highlight AMNZAKYN, mit solch undifferenzierten Aussagen verliert man selbst die Sympathie jener, die die inhumane Flüchtlingspolitik der EU kritisieren. Die Türkei mag sicher viel für die Flüchtlinge leisten, weit mehr als die meisten europäischen Staaten. Was die Menschenrechtslage anbelangt, den Kurdenkonflikt und die Beteiligung am Syrienkrieg anbelangt, sieht es ein bisschen anders aus. Btw. warum will die Türkei so dringend in die EU, wenn man diese nicht ernst nehmen kann?
      10 1 Melden

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