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«Frikadellenkrieg» gegen Muslime: Dänische Stadt verordnet Schweinefleisch

Die dänische Stadt Randers will ein Zeichen gegen Muslime setzen – und hat öffentliche Einrichtungen dazu verdonnert, Schweinefleisch auf den Speiseplan zu setzen. Schon ist von einem «Frikadellenkrieg» die Rede.

20.01.16, 21:49 21.01.16, 07:00

Ein Artikel von

In der dänischen Hafenstadt Randers geht es beschaulich zu, rund 60'000 Menschen leben in der Gemeinde in Ost-Jütland. Nun macht der Stadtrat jedoch landesweite Schlagzeilen mit einem aussergewöhnlichen Beschluss: Öffentliche Einrichtungen sollen dazu verpflichtet werden, Schweinefleisch zu servieren – angeblich, um der dänischen Esskultur ihren angestammten Platz einzuräumen.

Dänische Frikadellen.
bild: wikicommons/Kenneth Jorgensen

Am Montag nahm der Rat einen entsprechenden Vorschlag der rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei (DF) und der Liberalen Partei an. Die Entscheidung fiel denkbar knapp aus: Bei 16 Ja-Stimmen, votierten 15 gegen den Entwurf.

Demnach soll traditionell dänisches Essen in Zukunft «zentraler Bestandteil des Angebots» zum Beispiel in Kindergärten oder Schulen sein. In welchem Umfang dies geschehen soll, geht aus dem eher allgemein gefassten Beschluss nicht hervor. Selbstverständlich werde niemand gezwungen, sich «im Widerspruch zu seinen Überzeugungen oder seiner Religion» zu ernähren, betonten die Initiatoren. Auch sei Rücksicht zu nehmen auf Lebensmittelunverträglichkeiten oder Allergien.

Das alte Rathaus von Randers.
bild: wikicommons/Necz0r

Dennoch ist die Entscheidung von Randers schon jetzt zum Politikum geworden. Die Volkspartei positioniert sich klar gegen Einwanderung: «Die DF arbeitet auf nationaler und lokaler Ebene für die dänische Kultur, einschliesslich der dänischen Esskultur», schrieb Parteisprecher Martin Henriksen auf Facebook. «Konsequenterweise bekämpfen wir auch islamische Vorschriften und eine fehlgeleitete Rücksichtnahme, die dänischen Kindern vorschreibt, was sie zu essen haben.»

«Unglaublich, in was sich Politiker alles einmischen»

Der ehemalige Minister für Integration und Soziales, Manu Sareen, kritisierte den Beschluss harsch. Hier werde versucht, Kindern eine bestimmte Ideologie aufzudrängen, schrieb das Mitglied der linksliberalen Partei Det radikale Venstre (RV) auf Facebook. «Es ist unglaublich, in was sich Politiker alles einmischen.»

Seit 2013 wird in Dänemark eine hitzige Debatte darüber geführt, ob aus Rücksicht auf Muslime Schweinefleisch von den Speiseplänen der öffentlichen Einrichtungen verschwinden solle. Die damalige sozialdemokratische Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt hatte eine entsprechende Praxis in Kindergärten kritisiert. Eine damals durchgeführte Untersuchung hatte gezeigt, dass dies nur in 30 von 1719 Kindertagesstätten der Fall war.

Der Verzehr von Schweinefleisch hat aber auch wirtschaftlich eine grosse Bedeutung: Seit mehr als hundert Jahren spielt die Schweinezucht eine grosse Rolle in Dänemark. Auf 5000 Farmen werden jährlich etwa 28 Millionen Schweine gezüchtet. 90 Prozent des Fleisches gehen in den Export, lebendige Ferkel werden vor allem nach Deutschland geliefert. Insgesamt machen die Exporte fünf Prozent aller Ausfuhren aus.

ala

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • DerElch 29.08.2016 14:36
    Highlight Naja, wer Dänemark kennt, weiss, dass dort – wie im Artikel erwähnt – Schweine eine immens grosse Rolle spielen. Man kann also schon sagen, dass Schweinefleisch zur dänischem Kultur gehört und das Essen von Schweinefleisch ebenso ein fester Bestandteil im dänischen Alltag ist.
    Und das sag ich als Kind eines dänischen Schweinebauern!
    0 0 Melden
  • 足利 義明 Oyumi Kubo 21.01.2016 06:20
    Highlight Genial. Das sollen sie aber schon an der Grenze servieren. Wer da nicht zugreift, darf nicht rein.
    20 23 Melden
  • Der Beukelark 21.01.2016 01:01
    Highlight Ich finde wir sollten hier spezielle Mastbetriebe eröffnen und anfangen Dänen zu züchten, für noch echtere dänische Frikadellen. Wirtschaftlich bringt das viel und das ist ja was schlussendlich zählt oder?
    14 11 Melden
    • Knut Atteslander 21.01.2016 06:59
      Highlight Dänen sind bekannt für Ihre Delikatessen :D
      8 3 Melden
    • Zwingli 21.01.2016 08:09
      Highlight Dänikatessen.
      13 3 Melden
  • koks 20.01.2016 23:13
    Highlight Eigentlich komplett unwichtig, es bestellt ja sowieso jeder das zum essen was er will. Gleichwohl darf man sich fragen, was in der Politik eines Landes alles schieflaufen muss, damit die Mehrheit der Bürger solche Symbolpolitik unterstützt.
    15 7 Melden
  • Sapere Aude 20.01.2016 23:02
    Highlight Was für ein Kindergarten. Bekämpfung von Vorschriften mit anderen Vorschriften, wirklich ein kluger Plan.
    12 7 Melden
  • Rukfash 20.01.2016 22:20
    Highlight Nach dem Saufgelage gönnen sich die Dänen denoch einen guten alten feinen Döner vom Türken von nebenan :)
    28 23 Melden
    • maxi 20.01.2016 23:33
      Highlight oder halt ne frikadelle, was eh besser schmekt ;)
      18 8 Melden

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