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FPÖ-Kandidat Norbert Hofer liegt in Front. Bild: LEONHARD FOEGER/REUTERS

Rechtspopulistische FPÖ gewinnt erste Runde der Präsidentenwahl in Österreich

24.04.16, 17:10 24.04.16, 18:03

Die Rechtspopulisten der FPÖ haben in Österreich bei der Wahl zum Bundespräsidenten einen spektakulären Erfolg erzielt. FPÖ-Kandidat Norbert Hofer bekam am Sonntag nach Hochrechnungen des Meinungsforschungsinstituts «ARGE Wahlen» 37,3 Prozent der Stimmen.

Hofer lag damit weit vor den anderen fünf Kandidaten. Es ist das bisher beste Ergebnis der FPÖ auf Bundesebene. Da der 45-Jährige die 50-Prozent-Hürde verfehlte, kommt es allerdings am 22. Mai zu einer Stichwahl der beiden Bestplatzierten.

Die FPÖ hatte unter dem europakritischen Slogan «Österreich zuerst» Stimmung auch in der Flüchtlingsfrage gemacht. Die einst von Jörg Haider dominierte Partei wurde aber nach ersten Analysen darüber hinaus zu einem Sammelbecken der Protestwähler generell. «Es war eine Anti-System-Wahl. Die Menschen sind unzufrieden, wie die Demokratie gestaltet wird», sagt der Politikberater Thomas Hofer.

Christian Hofer strahlt nach dem ersten Sieg.
Bild: FILIP SINGER/EPA/KEYSTONE

FPÖ-Kandidat Hofer, ein gelernter Flugzeugtechniker, hatte sich zunächst für zu jung für eine Kandidatur gehalten. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache überredete den bisher eher unbekannten 45-Jährigen aber dann doch.

Um den Einzug in die Stichwahl mussten zunächst noch der in den Umfragen hoch gehandelten ehemalige Grünen-Chef Alexander Van der Bellen und die unabhängige Kandidatin Irmgard Griss zittern, die demnach bei jeweils etwa 18 Prozent lagen.

Ein Debakel wurde die Wahl für die Bewerber der rot-schwarzen Regierung. Rudolf Hundstorfer (SPÖ) und Andreas Khol (ÖVP) kamen nach den Hochrechnungen auf jeweils rund zwölf Prozent. Den Bauunternehmer Richard Lugner wählten demnach etwa 2,5 Prozent. In der Hochrechnung der «ARGE Wahlen» sind die Briefwahlstimmen mit einkalkuliert. Sie werden erst am Montag ausgezählt. Die Hochrechnung beruhte auf 52,3 Prozent der Stimmen. (spon/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • malu 64 25.04.2016 16:30
    Highlight 90% der rechten Wähler waren
    noch nie in anderen Kulturkreisen
    und kennen nur Ihr Land, wenn
    überhaupt. Ihr Horizont erstreckt
    sich bis zum Gartenzaun. Leider
    gibt es immer mehr dieser geistig
    und menschlich bedauerswerten
    Kreaturen. Leider wiederholt sich
    die Geschichte immer wieder.
    Viele Leute fallen auf die rechten
    Großmäuler rein. Zuwenig gebildet und zu verwöhnt um sich selber eine Meinung zu bilden. Meist sind sie auch labil und lenken mit rassistischen Sprüchen
    von den eigenen Problemen ab.
    Gruppen und Familiendruck
    helfen mit, das rechte Gedankengut zu verbreiten.


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  • Gelöschter Benutzer 24.04.2016 21:34
    Highlight In fast allen Wahlen, welche in den vergangenen Monaten in europäischen Ländern abgehalten wurden, haben die Rechten massiv Boden gutgemacht. Wie ignorant und blind sind die "etablierten" Parteien um die Zeichen der Zeit nicht zu erkennen? Anstatt sich über das Geschehene zu wundern und die Wahlsieger zu verteufeln, sollten sie sich aus ihrem elitären Dornröschenschlaf erheben und im
    Interesse derer handeln in deren Lohn und Brot sie stehen.
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  • mortiferus 24.04.2016 20:36
    Highlight Danke Mutti! Aber egal, ich mag die Österreicher sehr, in Wien, im Tirol, im Vorarlberg oder sonst wo. Ich hoffe es kommt jetzt nicht wieder das Gerede von den "besorgten" Europäern die Österreich schlecht machen. Es wäre besser man schaut der Wahrheit ins Gesicht anstatt wieder rumzulaffern warum so viele Bürger rechts wählen. Es ist eindeutig warum, ohne einen Zweifel. Da können noch so viele Medienleute, Gutmenschen, etablierte Politiker, EU Politiker usw. Moralpredigen aus ihren Palästen halten. Wacht auf, es ist höchste Zeit, überlasst das Feld nicht der Rechten sonst habt ihr verloren.
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  • Gelöschter Benutzer 24.04.2016 20:31
    Highlight Back to the Roots
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  • Lumpirr01 24.04.2016 19:25
    Highlight Watson schreibt oben; "Die Rechtspopulisten der FPÖ haben in Österreich bei der Wahl zum Bundespräsidenten einen spektakulären Erfolg erzielt". Sollte doch heissen: Die FPÖ hat in Österreich bei der Wahl zum Bundespräsidenten einen spektakulären Erfolg erzielt. Sind denn alle, welche mit der derzeitigen Einwanderungspolitik nicht einverstanden sind, sogenannte Rechtspopulisten?? Leute, welche Kriegsflüchtlingen im Gegensatz zu afrikanischen Wirtschaftsflüchtlingen ein vorläufiges Bleiberecht zugestehen wollen, würde ich nicht als Rechtspopulisten oder Rechtsextreme bezeichnen..............
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    • phreko 24.04.2016 20:44
      Highlight Es geht bei dieser Definition nicht bloss um Flüchtlinge.
      2 6 Melden
  • kliby 24.04.2016 19:09
    Highlight Rechtspopulisten haben noch kein Land zu Wohlstand und Frieden geführt, das zeigt die Geschichte. Der letzte Vertreter, Jörg Heider, hat Kärnten in Milliardenschulden gewirtschaftet, woran das Land und seine Bürger heute noch beissen.
    Ein kurzes Gedächtnis ist das Glück der Dummen.
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    • Bärner Gieu 24.04.2016 21:38
      Highlight Da sind Kommunisten und Sozialisten viel besser, die haben der Welt viel Gutes gebracht.....
      7 6 Melden
    • Einstein56 24.04.2016 21:48
      Highlight Klar, Stalin hat 10 Mio umgebracht, Mao 60 Mio und auch Chávez und Castro haben ihre Länder zu Reichtum und Wohlstand gebracht.,..
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  • Gelöschter Benutzer 24.04.2016 18:26
    Highlight Da war ich bereits erleichtert, dass die ehrenwerte Frau Friedli der st. gallischen Regierung erspart bleibt und dann rauben mir die Österreicher wieder alle Illusionen! Schlimm!
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  • Gelöschter Benutzer 24.04.2016 17:17
    Highlight Das war so was von absehbar.
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    • Gelöschter Benutzer 24.04.2016 17:37
      Highlight richtig: Und damit lässt sich in ungefähr erahnen, wie stark im zweiten Wahlgang die Rechtspopulisten sein werden. Die Rechtsextremen haben ihr Wählerpotenzial ausgeritzt. Im zweiten Wahlgang werden sich die demokratischen Kräfte zusammentun und damit als (zum Glück immer noch) klare Mehrheit, Hofers Gegner unterstützen. Ich hoffe, das wird van der Bellen sein.
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    • NWO Schwanzus Longus 24.04.2016 17:56
      Highlight Die sogennanten Demokratischen Kräfte haben erst Österreich in diese Situation gebracht das sie FPÖ wählen. Die Fehler Faymanns zu lange sich in der Flüchtlingsfrage an Berlin zu Binden bringt dieses Resultat hervor. Und hört mal auf zu meinen das alles was mit Konservativ und Rechts zu tun hat undemokratisch sei.
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    • MaxHeiri 24.04.2016 18:15
      Highlight Lieber Rim,
      Ich denke eben nicht, dass dies so klar sein wird. Wieso soll jemand von der ÖVP einen Grünen wählen, das Gleiche gilt für die Wähler der Unabhängigen? Wer Sorgen wegen der Einwanderung in Österreich hat, wird kaum einen Grünen wählen.
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    • FrancoL 24.04.2016 18:58
      Highlight @Max Heiri;
      Wer Sorgen wegen der Einwanderung in A hat der hat sich bereits ausgetobt und FPÖ gewählt inkl. allen eher OeVP nahen Kreise. Das ist das Muster fast aller Wahlen mit Zustimmung an Extreme Parteien.
      Jetzt wird neu gewählt und ich kann mir auch gut denken dass einige die FPÖ aus Trotz gewählt haben, so als Protest, nun doch noch kalte Füsse bekommen und nicht mehr FPÖ wählen werden.
      Der Ausgang ist noch ungewiss, Ihre Annahme dass rechts Stehende nun ganz rechts wählen wage ich zu bezweifeln. Die FPÖ würde auch die moderaten Rechten an die Wand fahren, siehe zb die Schweiz.
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