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Gewalt begleitet Zentralafrikas Abstimmung über neue Verfassung

13.12.15, 15:06


In einer von Angst und Gewalt geprägten Atmosphäre haben die Menschen in der Zentralafrikanischen Republik am Sonntag über eine neue Verfassung abgestimmt. Das Referendum soll den Weg freimachen für Wahlen Ende Dezember und damit zu einer Rückkehr zur Demokratie.

Unter anderem ist geplant, die Amtszeit des Präsidenten auf maximal zwei Amtsperioden zu begrenzen. Zudem soll eine Senatskammer als Legislative eingeführt werden. Das Ergebnis der Abstimmung soll im Verlauf der Woche vorliegen.

Das arme Land versinkt seit fast drei Jahren im Chaos: Im März 2013 hatten muslimische Rebellen des Séléka-Bündnisses den christlichen Präsidenten François Bozizé gestürzt. Schätzungen zufolge ist rund ein Viertel der 4.7 Millionen Einwohner wegen der religiös motivierten Gewalt auf der Flucht.

Angriffe auf Wahllokale

Wie erwartet war die Abstimmung, für die zwei Millionen Wahlberechtigte registriert waren, von Problemen geprägt. Unbekannte hätten am Morgen Handgranaten in ein Wahllokale geworfen und vier Menschen verletzt, zwei von ihnen schwer, berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur dpa in der Hauptstadt Bangui.

In einem muslimisch geprägten Stadtteil seien die Wahllokale gänzlich geschlossen geblieben. Dort seien auch Schüsse zu hören gewesen. In dem Ort Ouham im Norden des Landes hätten Angreifer das Feuer auf ein Wahllokal eröffnet, das daraufhin ebenfalls geschlossen worden sei. Ob es Tote gab, war zunächst unklar.

Séléka-Kommandeur Noureddine Adam hatte bereits im Vorfeld gedroht, die Abstimmung im Herrschaftsbereich seiner Miliz zu verhindern. Verteidigungsminister Joseph Bindoumi warnte die Rebellen daraufhin, dass im Falle eines Scheiterns des Referendums ein Bürgerkrieg drohe.

Derzeit wird Zentralafrika übergangsweise von der christlichen Präsidentin Catherine Samba-Panza und dem muslimischen Ministerpräsidenten Mahamat Kamoun geführt. Laut der zur Abstimmung stehenden neuen Verfassung dürften sie – wie alle Mitglieder der derzeitigen Regierung – nicht bei den Präsidenten- und Parlamentswahlen am 27. Dezember antreten.

Einer der ärmsten Staaten

Trotz reicher Vorkommen an Diamanten, Gold und Uran gehört Zentralafrika zu den ärmsten Staaten der Erde. Die Lebenserwartung liegt laut UNO bei nur knapp über 50 Jahren, über die Hälfte der Bevölkerung sind Analphabeten.

Seit das Land 1960 seine Unabhängigkeit von Frankreich erlangte, jagte eine politische Krise die nächste. Militärrevolten, Putschversuche und Staatsstreiche – die Liste der Umstürze ist länger als die der ausgerichteten Wahlen.

Auch der 2013 gestürzte Bozizé hatte 2003 eine Auslandreise des damaligen Staatsoberhauptes Ange-Félix Patassé genutzt, um in Bangui die Macht an sich zu reissen und kurze Zeit später die Verfassung ausser Kraft zu setzen. (wst/sda/dpa)

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