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Turkish soldiers block a road to stop a convoy, carrying a delegation of the pro-Kurdish Peoples' Democratic Party (HDP), near the southeastern town of of Idil, Turkey, September 9, 2015. Pro-Kurdish politicians, including cabinet ministers, attempted to march to a town in southeast Turkey on Thursday to protest a week-old curfew there, as their party came under fire from President Tayyip Erdogan and from a court investigation of their leader. Conflict between militants of the Kurdistan Workers Party (PKK) and Turkish security forces has surged since a ceasefire collapsed in July, shattering a peace process launched in 2012 and leaving hundreds dead. Picture taken September 9, 2015. REUTERS/Sertac Kayar

Mitglieder und Sympathisanten der kurdischen Partei HDP versuchen in die abgeriegelte Stadt Cizre vorzudringen. Die türkische Armee hält sie davon ab.
Bild: SERTAC KAYAR/REUTERS

In der abgeriegelten türkischen Stadt Cizre sterben Dutzende Menschen – Sind es PKK-Kämpfer oder Zivilisten?

Die türkische Regierung meldet Erfolge gegen die PKK in Cizre, angeblich wurden mehr als 30 Kämpfer getötet. Die Oppositionspartei HDP zeichnet ein anderes Bild der Lage, die Armee verweigert Beobachtern den Zugang zum Ort. 

11.09.15, 03:03 12.09.15, 17:22


Ein Artikel von

Die Stadt Cizre im Südosten der Türkei ist seit Tagen abgeriegelt. Die Armee hat den mehrheitlich von Kurden bewohnten Ort gestürmt, Informationen über die Lage der rund 120'000 Einwohner gelangen nur spärlich nach aussen.

Die Regierung in Ankara hat nun eine erste Zwischenbilanz der Militäroperation gezogen. Bis zu 32 militante Kurden und ein Zivilist seien getötet worden, seit die Ausgangssperre am vergangenen Freitag verhängt wurde, sagte Innenminister Selami Altinok. Zudem hätten Soldaten 800 Kilogramm Sprengstoff unschädlich gemacht und mehrere Mitglieder einer Terrororganisation festgenommen.

Co-chairman of the pro-Kurdish Peoples' Democratic Party, Selahattin Demirtas (R) walks with his party members to the southeastern town of Cizre, near Idil in Sirnak province, Turkey, September 10, 2015. Pro-Kurdish politicians, including cabinet ministers, attempted to march to a town in southeast Turkey on Thursday to protest a week-old curfew there, as their party came under fire from President Tayyip Erdogan and from a court investigation of their leader. Conflict between militants of the Kurdistan Workers Party (PKK) and Turkish security forces has surged since a ceasefire collapsed in July, shattering a peace process launched in 2012 and leaving hundreds dead. REUTERS/Sertac Kayar

HDP-Co-Chef Selahattin Demirtas war auch in der Gruppe, die nach Cizre vorzudringen versuchte.
Bild: SERTAC KAYAR/REUTERS

Versorgung prekär

Die prokurdische Oppositionspartei HDP sprach von 21 getöteten Zivilisten, unter ihnen Kinder. Die Bewohner von Cizre würden nicht ausreichend mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Elektrizität versorgt, kritisiert die Partei. Videobilder aus der Stadt zeigen verlassene Strassen und die Spuren von Kämpfen.

Spitzenpolitiker der HDP wollten am Donnerstag die Militärsperre rund um Cizre friedlich durchbrechen, die Sicherheitskräfte hielten die Demonstranten allerdings auf.

«Wir verlangen die Aufhebung dieser illegal errichteten Blockade. Die Ausgangssperre soll beendet werden,» sagte HDP-Chef Selahattin Demirtas. «120'000 Menschen werden dort seit einer Woche als Geiseln genommen.» Leichen von Jungen und Mädchen, die ins Kreuzfeuer geraten seien, dürften nicht beerdigt werden.

«Zum eigenen Schutz»

Die Regierung behauptet, sie halte die Politiker zu ihrem eigenen Schutz aus der Stadt in der Nähe der syrischen Grenze fern. «Um ihre Sicherheit und Ruhe zu garantieren, dürfen sie keinesfalls nach Cizre reinkommen. Das werden wir nicht zulassen,» sagte Innenminister Altinok.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat der HDP wiederholt eine Verbindung zur illegalen PKK unterstellt. «Wer auf der Seite der Terroristen ist, muss den Preis dafür zahlen,» sagte Erdogan nach einem Treffen mit dem EU-Ratspräsidenten Donald Tusk – vermutlich mit Bezug auf die HDP. Erdogan warf Demirtas zudem vor, «die Sprache der Terroristen» zu benutzen.

In den vergangenen Tagen war es bei Protesten türkischer Nationalisten gegen die PKK landesweit zu massiven Ausschreitungen gekommen. Kurdische Bürger und Geschäfte wurden Ziel von Gewalttaten, ebenso die Redaktion der regierungskritischen Zeitung «Hürriyet».

trs/syd/dpa/Reuters/AFP

Türkische Armee stoppt kurdische Top-Politiker auf dem Weg zur abgeriegelten Stadt Cizre

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • WeischDoch 11.09.2015 14:47
    Highlight Zu ihrem eigenen Schutz? Genau in der Provinz in der Demirtas mit der HDP 86,40% erreicht hat (in der besagten Stadt sogar 91,97%), will die Regierung DEN MANN schützen? Das Volk dort verehrt die Partei...niemand würde ihnen etwas antun. Der einzige Grund, weswegen sie nicht in die Stadt gelassen wurden, ist der, dass sie somit zeigen könnten, was da los ist! Ein Massaker an Zivilisten! Es gibt Videos in denen Polizisten folgendes per Lautsprecher wiederholt von sich geben: "Dies wird eure letzte Nacht", "Ihr werdet wie die Armenier enden". Psychologische Kriegsführung? Eher Geständnis.
    1 0 Melden
  • Dä Brändon 11.09.2015 09:09
    Highlight Türkei ist NATO Mitglied, also ein Persilschein für alles. Wann emanzipiert sich Europa und löst sich aus den Fängen der Amis??!!!
    1 0 Melden

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