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Die Nahrungsmittel in Nepal werden knapp. Bild: ABIR ABDULLAH/EPA/KEYSTONE

Nepal droht ein Kampf um Lebensmittel – trotzdem sind zusätzliche ausländische Helfer unerwünscht

Im Wettstreit um Nahrung und Wasser wächst die Aggressivität: In Nepal ist die Lage nach dem Erdbeben angespannt. Die Regierung muss mittlerweile an ausländische Helfer appellieren, nicht mehr ins Land zu reisen – der Flughafen ist überlastet.

29.04.15, 13:46 29.04.15, 14:00

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Wegen der schlechten Versorgungslage nach dem Erdbeben in Nepal drohen Verteilungskämpfe unter den Überlebenden. Es gebe bereits vereinzelte Streitereien um Trinkwasser, berichtete das UNO-Büro für Katastrophenhilfe (Ocha). «Ungleiche Verteilung erhöht das Risiko von Auseinandersetzungen unter den Betroffenen.»

Im Wettstreit um Nahrungsmittel wächst die Aggressivität – und die Kritik an der Regierung wegen der schlechten Versorgungslage. Regierungschef Sushil Koirala warb um Verständnis: Die Regierung werde aus ihren Fehlern lernen, sagte er.

Unterdessen hoffen die Helfer weiter, einzelne Überlebende zu retten. Bergungskräfte ziehen jedoch vor allem Tote aus den Trümmern – inzwischen sind es allein in Nepal mehr als 5000. Helfer fürchten, dass die Zahl deutlich steigt, wenn weiter abgelegene Regionen erreicht werden. Den Rettern läuft die Zeit davon: Im Mai erreicht der Monsun Nepal, schon jetzt erschweren Regenfälle immer wieder die Arbeiten.

Auch der Kampf um das Wasser hat begonnen.  Bild: ABIR ABDULLAH/EPA/KEYSTONE

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Wie die Zeitung «Nepali Times» berichtete, wurde ein Mann nach fast 82 Stunden unter Trümmern in Kathmandus Stadtteil Gongabu gerettet.

Keine ausländischen Hilfskräfte mehr erwünscht

Mittlerweile sind Hilfsteams aus mehr als 15 Nationen in Nepal – koordiniert von den Vereinten Nationen und der nepalesischen Regierung. Am meisten würden derzeit Suchtrupps gebraucht, aber auch Zelte für Krankenhäuser, Leichensäcke und Generatoren, schreibt Ocha. Die Rettungsorganisation I.S.A.R. Germany etwa hat ein Team mit sieben Suchhunden in die Katastrophenregion geschickt.

Die nepalesische Regierung hat inzwischen darum gebeten, dass keine weiteren ausländischen Rettungs- und Hilfsteams mehr anreisen sollen. UNO-Einsatzkoordinator Jamie McGoldrick sagte, nach Ansicht der Regierung seien inzwischen genug ausländische Experten vor Ort. «Sie glauben, über genügend eigene Kapazitäten zu verfügen, um die dringenden Anforderungen bei der Suche und der Rettung von Opfern zu bewältigen», sagte McGoldrick. Wer auf dem Weg sei, dürfe kommen, die anderen sollten besser fernbleiben.

Der Flughafen von Kathmandu ist zurzeit stark überlastet. Bild: Altaf Qadri/AP/KEYSTONE

Der Flughafen von Kathmandu, der nur über eine Start- und Landebahn verfügt, kann die zahlreichen Hilfsflüge kaum bewältigen. Zudem sitzen viele der ausländischen Hilfsteams, die es bis Kathmandu schafften, nach Angaben von McGoldrick immer noch in der nepalesischen Hauptstadt fest, weil Strassen in abgelegenere Gebiete zerstört sind.

wit/dpa/AFP/cma

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • quark 29.04.2015 15:29
    Highlight Ich denke, das ist ganz klar ein Problem von China: Ausbeuten, Kaputtmachen, Drangsalieren und nie irgendwie helfen ist das Krasseste das auf dieser Welt zur Zeit passiert.
    0 0 Melden
    • Baba 29.04.2015 20:22
      Highlight Also ich bin ja nicht wirklich kein Fan von China (besser: von dessen Regime), aber ich sehe jetzt gerade in diesem Zusammenhang (Erdbeben in Nepal) keine Schuld Chinas... Oder habe ich da was verpasst?
      Und übrigens: 'die Chinesen' (chinesische Teams) helfen, nach Verschütteten zu suchen!
      0 0 Melden

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