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Sexuelle Belästigung: Diese 11 Promi-Männer werden beschuldigt

Anzügliche Sprüche, unerwünschte Berührungen, Vergewaltigungen: Anschuldigungen gegen prominente Männer haben das Thema sexuelle Belästigung und sexuelle Gewalt in den Fokus gerückt. Der Überblick.

03.11.17, 01:40

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Er hat Frauen bedroht, eingeschüchtert, sexuell belästigt, auch der Vorwurf Vergewaltigung steht um Raum: Seit der Fall des Hollywoodproduzenten Harvey Weinstein publik wurde, hat eine weltweite Debatte über Sexismus, sexuelle Belästigung und sexualisierte Gewalt begonnen.

In der Debatte geht es um Machtmissbrauch, den gesellschaftlichen Umgang mit Sexismus und die Rolle der Männer in diesem Diskurs.

Nach Weinstein gerieten weitere Prominente in den Fokus - aus der US-Filmbranche, der internationalen Kunstszene, der britischen Politik. Um wen geht es, wie lauten die Vorwürfe? Der Überblick:

Harvey Weinstein

Bild: Charles Sykes/Invision/AP/Invision

Nachdem die «New York Times» Anfang Oktober erstmals über Anschuldigungen gegen Weinstein berichtete, wagten sich immer mehr Opfer sexueller Übergriffe an die Öffentlichkeit. Die Vorwürfe gegen den oscarprämierten Filmproduzenten reichen teils Jahrzehnte zurück. Die Betroffenen waren zum Zeitpunkt der geschilderten Übergriffe meist junge Schauspielerinnen am Anfang ihrer Karriere - wie Lupita Nyong'o, Angelina Jolie, Ashley Judd oder Gwyneth Paltrow. Mehrere Frauen berichten sogar, von Weinstein vergewaltigt worden zu sein. Über Sprecher liess der 65-Jährige ausrichten, Geschlechtsverkehr sei stets einvernehmlich gewesen. 

Harvey Weinstein

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Kevin Spacey

Bild: EPA/EPA

Kevin Spacey zählt zu den prominentesten Männern, die sich aktuell mit Vorwürfen konfrontiert sehen. Nach dem Schauspieler Anthony Rapp haben unter anderem auch ein Dokumentarfilmer und ein Barkeeper den heute 58-Jährigen beschuldigt. Rapp hatte angegeben, vor etwa 30 Jahren als damals 14-Jähriger von Spacey bedrängt worden zu sein. Der Streamingdienst Netflix stoppte die Produktion der TV-Serie «House of Cards», in der Spacey die Hauptrolle spielt. Der Oscarpreisträger gab an, sich an den Vorfall mit Rapp nicht zu erinnern. Er entschuldigte sich bei dem Schauspieler - und outete sich als schwul. Für diese Verknüpfung wurde er heftig kritisiert.

Spacey soll sich auch von 2004 bis 2015 als Künstlerischer Leiter des Londoner Theaters «Old Vic» unangemessen gegenüber anderen Beschäftigten dort verhalten haben. Der «Guardian» berichtete, zahlreiche Betroffene hätten sich gemeldet und unter anderem berichtet, Spacey habe oft Männer angegrapscht.

Dustin Hoffman

Bild: Vianney Le Caer/Invision/AP/Invision

Die US-Autorin Anna Graham Hunter wirft Dustin Hoffman vor, sie 1985 am Set begrapscht und anzügliche Bemerkungen gemacht zu haben. Der Oscarpreisträger habe die damals 17-jährige Praktikantin unter anderem um eine Massage gebeten und sie am Po angefasst. «Er war ein Jäger, ich war ein Kind, und das war sexuelle Belästigung», schrieb Hunter im «Hollywood Reporter». Hoffman entschuldigte sich: Er habe grössten Respekt für Frauen und er fühle sich schrecklich, dass er Graham möglicherweise in eine unangenehme Situation gebracht haben könnte.

Gegen Hoffman erhob auch die Drehbuchautorin und Produzentin Wendy Riss Gatsiounis Anschuldigungen. 1991 soll Hoffman sie bei einem Treffen gefragt haben, ob sie je Sex mit einem Mann über 40 gehabt habe. Dann habe er die Arme ausgebreitet. Riss Gatsiounis lehnte ab. Hoffman teilte mit, er habe keine Erinnerung an das Treffen oder derartiges Verhalten.

George H. W. Bush

Bild: AP/AP

Auch der frühere US-Präsident George Bush senior, 93, ist im Zuge der «#MeToo»-Debatte beschuldigt worden. Die Schauspielerinnen Heather Lind und Jordana Grolnick sowie die Schriftstellerin Christina Baker Kline werfen Bush vor, sie in der jüngeren Vergangenheit bei Fotoaufnahmen sexuell belästigt zu haben. Ein Sprecher teilte mit, da Bush im Rollstuhl sitze, falle sein Arm bei Menschen, mit denen er für Fotos posiert, auf den unteren Teil der Hüfte. Gelegentlich habe er «Frauen in einer von ihm als gutmütig beabsichtigten Weise auf die Hinterseite geklopft».

James Toback

Bild: Richard Shotwell/Invision/AP/Invision

Etwa 200 Frauen werfen dem Regisseur sexuelle Belästigung vor - darunter die Schauspielerinnen Selma Blair und Rachel McAdams. Den ersten Bericht, in dem 38 Frauen öffentlich Vorwürfe erhoben, hatte Toback als Lüge zurückgewiesen. Später berichtete Blair der Zeitschrift «Vanity Fair» von einem Vorsprechen in einem Hotel im Jahr 1999. Toback habe sie damals zum Sex drängen wollen; nachdem sie ihn zurückgewiesen habe, sei seine Antwort gewesen: «Das ist okay. Ich kann in meiner Hose kommen. Ich muss mich gegen dein Bein pressen.» Aus Angst, vergewaltigt zu werden, habe sie zugelassen, dass er sich selbst befriedigt habe.

Michael Fallon

Bild: AP/Pool Getty Images Europe

Der britische Politiker Michael Fallon räumte ein, einer Journalistin im Jahr 2002 die Hand aufs Knie gelegt zu haben, und trat nun als Verteidigungsminister zurück. Zuvor waren mehrere Vorfälle aus dem britischen Parlament publik geworden. Medienberichten zufolge kursiert eine Liste mit den Namen von etwa 40 konservativen Abgeordneten, denen sexuelle Belästigung nachgesagt wird. Darunter sollen auch sechs Minister sein. Fallon begründete seinen Rückzug damit, er habe nicht die «hohen Standards erfüllt, die wir an die Streitkräfte anlegen». Auch in der Labour-Partei gibt es entsprechende Fälle: Eine ehemaliges Mitglied des Parteipräsidiums sagte im BBC-Radio, ein ranghoher Kollege habe sie bei einer Parteiveranstaltung im Jahr 2011 vergewaltigt. Eine weitere Frau berichtete, von einem Labour-Abgeordneten bedrängt worden zu sein.

Mark Garnier

Bild: AP/PA

Der britische Aussenhandelsstaatssekretär Mark Garnier hat eingeräumt, im Jahr 2010 eine damalige Sekretärin den Kauf von Vibratoren aufgetragen zu haben. Die betroffene Frau sagte, ihr Chef habe vor der Tür gewartet, während sie das Sexspielzeug kaufte. Der Tory-Politiker habe gesagt, ein Vibrator sei für seine Ehegattin, der zweite für eine Frau, die im Wahlkreisbüro arbeite.

Terry Richardson

Bild: EPA/DPA FILE

Sexuelle Übergriffe werden dem Starfotografen Terry Richardson seit Jahren vorgeworfen. Während der aktuellen «#MeToo»-Debatte beendete der mächtige Medienkonzern Condé Nast nun die Zusammenarbeit mit dem für seine Porno-Ästhetik bekannten Künstler. Die Liste der Anschuldigungen junger Models reicht mindestens 16 Jahre zurück - bei Shootings soll der 52-Jährige regelmässig selbst nackt gewesen sein und die Frauen zu sexuellen Handlungen gedrängt haben.

Ben Affleck

Bild: Chris Pizzello/Invision/AP/Invision

Wegen eines Vorfalls aus dem Jahr 2003 geriet Ben Affleck in die Kritik. Der Schauspieler hatte damals der Moderatorin Hilarie Burton vor laufender Kamera in die Brust gekniffen. «Ich habe es nicht vergessen», schrieb sie nun im Zuge der Debatte. Der 45-jährige Affleck entschuldigte sich und teilte mit, er habe sich unangemessen verhalten. Wenig später meldete sich auch die Make-up-Künstlerin Annamarie Tendler zu Wort: Sie wünsche sich ebenfalls eine Entschuldigung von Affleck, der sie auf einer Golden-Globe-Party 2014 begrapscht habe.

Brett Ratner

Bild: Willy Sanjuan/Invision/AP/Invision

Sechs Frauen haben in einem Artikel der «Los Angeles Times» den Produzenten und Regisseur Brett Ratner sexueller Übergriffe bezichtigt. So soll er vor der Schauspielerin Olivia Munn masturbiert haben und die Schauspielerin Natasha Henstridge zum Oralsex gezwungen haben. Ratners Anwalt bestreitet die Vorwürfe vehement. Gegen eine Frau, die ihn einen Vergewaltiger nannte, reichte Ratner Klage ein. Die Firma Playboy Enterprises, die das Magazin «Playboy» herausgibt, stoppte die Zusammenarbeit mit ihm.

Roy Price

Bild: EPA/DPA

Roy Price, bis vor Kurzem Chef von Amazons Unterhaltungssparte, soll eine Mitarbeiterin sexuell belästigt haben - und Hinweise auf das Verhalten Harvey Weinsteins ignoriert haben. Der 51-jährige Chef von Amazon Studios trat daraufhin zurück. Die Schauspielerin Rose McGowan, die den Weinstein-Skandal mit ins Rollen gebracht hatte, warf Price vor, sie nicht ernst genommen zu haben, als sie ihm von den Übergriffen des Produzenten berichtete. Zudem soll Price einer Mitarbeiterin auf dem Weg zu einer Party schlüpfrige Angebote gemacht haben.

(apr/dpa)

Hilfe gegen sexuelle Übergriffe in Klubs

Video: srf

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Luca Brasi 03.11.2017 09:37
    Highlight Wie steht es eigentlich in der Schweiz? Keine mächtigen Männer/Frauen aus Politik, Medien, Kultur oder Akademien, die ihre Macht und Einfluss für sexuelle Eskapaden missbrauchen?
    5 6 Melden
    • Asmodeus 03.11.2017 11:41
      Highlight Garantiert. Nur ist die Schweiz ein Dorf und die Angst davor keinen Job mehr zu finden entsprechend gross.

      Man sieht ja auch in der Kommentarspalte hier wie sehr man Opfern glauben schenken will.

      Wenn ich betrachte wie unsere Geschäftsleitung teilweise mit den Assistentinen umgeht, dann ist es offensichtlich dass auch die Businesswelt voller Weinsteins ist.
      4 5 Melden
  • Calvin WatsOff 03.11.2017 09:10
    Highlight Vielleicht bin ich inzwischen zu sehr abgestumpft, aber mit jedem neuen Bericht wird dieses leidige Thema mehr und mehr zur Farce.
    Für wahre Opfer wohl eher ein weiterer Höllentrip, anstatt ein Prozess der Rehabilitation.👎🏻😞
    34 3 Melden
    • Asmodeus 03.11.2017 11:42
      Highlight Immer wieder lustig wie manche Leute immer definieren wollen wer "wahre Opfer" und "falsche Opfer" sein können.

      Jeder neue Bericht sollte uns nicht abstumpfen sondern mehr dazu antreiben es eben nicht als "normal" zu betrachten mal ein bisschen Hand anzulegen.
      5 7 Melden
    • Calvin WatsOff 03.11.2017 12:44
      Highlight Immer wieder lustig wie manche Leute „klugscheisserisch“ rüberkommen.
      7 4 Melden
  • Andeli 03.11.2017 08:35
    Highlight Wieso ist Trump nicht aufgeführt?
    23 10 Melden
  • Pafeld 03.11.2017 08:10
    Highlight So, jetzt wäre es wohl endgültig vollbracht. Einmaliges Busengrapschen und Gesässklapse stehen nun offiziell Seite an Seite mit jahrzehntelangen, systematischen Vergewaltigungen von dutzenden von Frauen. Damit dürfte man der #metoo-Bewegung erfolgreich den Todesstoss versetzt haben. Aus einer Aktion zum Sensibilisieren, wie weit sexueller Missbrauch verbreitet ist, wurde eine lynchjustizbefürwortende, fast schon selbstdarstellerische Parade. Frauen, welche eine Vergewaltigung erdulden mussten, werden nun von solchen verdrängt, welche mal eine Hand auf dem Knie erdulden mussten. Toll gemacht...
    152 17 Melden
    • Mietzekatze 03.11.2017 09:13
      Highlight Es geht gar nicht darum, eine Hand auf dem Knie mit einer Vergewaltigung zu vergleichen. Sondern viel mehr um das Zeichen... Und dies ist jeweils das Selbe. Es zeigt einfach, dass Macht ausgespielt wird und dies oft mit der sexuellen Integrität kombiniert ist (nicht nur von Männern aus). Eine sexuelle Belästigung kann in etwa die selben Gefühle wie eine Vergewaltigung hervor rufen. Es ist wichtig dies zum Thema zu machen! Und wie man sieht, ist es keine Frage des Geschlechts... Auch das finde ich eine sehr wichtige Erkenntnis!
      9 25 Melden
    • Asmodeus 03.11.2017 09:40
      Highlight Sie stehen Seite an Seite aber haben nicht dasselbe Gewicht.

      Genau wie eine Ohrfeige genauso unter Körperverletzung/Angriff fallen wie jemanden mit dem Messer abzustechen.

      Man muss nur darauf achten, dass beides nicht gleich schwer geahndet wird.
      6 16 Melden
    • karl_e 03.11.2017 11:01
      Highlight Wenn eine Frau eine Hand am Knie spürt, so kann sie die ganz einfach wegschieben. In 99 % der Fälle ist die Angelegenheit damit erledigt.
      12 5 Melden
    • Enzasa 03.11.2017 11:46
      Highlight Es ist aber im geschäftlichen Kontex bereits ein Übergriff.
      Warum sollte ein Chef in einem Gespräch während der Arbeit die Hand aufs Knie legen, das ist tabu und bereits übergriffig.
      Karl_e Sie schieben mit ihrer Aussage dem Opfer die Verantwortung zu.
      7 3 Melden
  • Rerruf 03.11.2017 06:24
    Highlight Es fehlt ein Name!!!!!
    10 4 Melden
    • Asmodeus 03.11.2017 08:24
      Highlight Nur einer?
      9 9 Melden
    • Sveitsi 03.11.2017 08:47
      Highlight Welcher denn?
      4 1 Melden
    • Saraina 03.11.2017 14:08
      Highlight Pussy-grabbing Trump natürlich. Der hat's ja auch ganz richtig erkannt: wenn du berühmt bist, lassen sie dich alles machen....
      4 0 Melden
  • Asmodeus 03.11.2017 05:25
    Highlight Kevin Spacey hat sich jetzt übrigens in Behandlung begeben.
    Was das in Hollywood auch immer heissen mag.
    28 9 Melden
    • Asmodeus 03.11.2017 09:54
      Highlight http://money.cnn.com/2017/11/02/media/house-of-cards-kevin-spacey-harassment/index.html

      Es werden mehr und mehr Aussagen.

      Seine PR-Firma hat nun übrigens auch die Zusammenarbeit mit ihm gekündigt.

      Das Kartenhaus fällt in sich zusammen.... ja ich schäme mich für das Wortspiel. Aber nicht genug um es nicht zu bringen.
      2 7 Melden
    • pete.waterman 03.11.2017 10:11
      Highlight wahrscheinlich zur Behandlung der vor allem in den USA berüchtigten "Sexsucht". Die Absolution für alle diese Fälle.
      5 0 Melden
    • Enzasa 03.11.2017 11:42
      Highlight Weinstein auch
      1 0 Melden

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