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Marokko wählt zum zweiten Mal – ganz umsonst war der Arabische Frühling also nicht

07.10.16, 12:41 07.10.16, 13:05

In Marokko wird gewählt. Bild: YOUSSEF BOUDLAL/REUTERS

Zum zweiten Mal seit dem «Arabischen Frühling» im Jahr 2011 wählen die Marokkaner am Freitag ein neues Parlament.

Jüngste Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der gemässigt islamistischen Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (PJD) und der dem Königshaus nahestehenden liberalen Partei für Authentizität und Modernität (PAM) voraus.

Bild: Abdeljalil Bounhar/AP/KEYSTONE

Die Wahllokale sollen um 20.00 Uhr (MESZ) schliessen, erste Ergebnisse werden für den späteren Abend erwartet. Zur Wahl aufgerufen sind knapp 16 Millionen Stimmberechtigte.

Um die 395 Mandate bewarben sich Kandidaten von rund 30 Parteien, allerdings hatten nur acht Parteien ernsthafte Aussichten, die Drei-Prozent-Hürde zu nehmen. Rund 4000 Beobachter, darunter 92 aus dem Ausland, überwachen den Urnengang.

PJD seit fünf Jahren an Spitze

Bei der letzten Wahl im November 2011 lag die Beteiligung bei 45 Prozent. Damals hatte die PJD den Sieg davongetragen, seitdem regiert sie in einer Koalition mit Kommunisten, Liberalen und Konservativen. Ihre Anhänger kommen vor allem aus der urbanen Mittelschicht, während sich ihre Hauptrivalin PAM vor allem auf Bewohner der ländlichen Gebiete und die marokkanische Elite stützt.

In ihrem Wahlkampf präsentierte sich die PAM als «Verteidigerin der bürgerlichen Freiheiten» und der Frauenrechte. Zugleich kritisierte sie eine schleichende Islamisierung der Gesellschaft. Die PJD unter Ministerpräsident Abdelilah Benkirane versprach ihrerseits, die von ihr begonnenen Wirtschafts- und Sozialreformen fortzusetzen.

Steigende Arbeitslosigkeit

Zwar ist es der PJD seit 2011 gelungen, das Haushaltsdefizit zu senken und einige Reformen einzuleiten. Kritiker aber machen sie für eine steigende Arbeitslosigkeit verantwortlich und werfen ihr vor, zu wenig gegen die Korruption im Land zu unternehmen. Zudem leidet Marokkos wichtiger Agrarsektor unter der schweren Dürre in diesem Jahr.

Frauen protestieren in Marokko

Unter dem Eindruck massiver Strassenproteste im Gefolge des «Arabischen Frühlings» hatte König Mohammed VI. im Sommer 2011 in einer Verfassungsänderung die Rolle des Parlaments im Gesetzgebungsprozess sowie die Position des Ministerpräsidenten gestärkt. Unter anderem muss der Monarch seitdem den Regierungschef aus den Reihen der stärksten Parlamentsfraktion ernennen.

Nach Angaben von politischen Analysten trifft der König aber weiter in allen wichtigen strategischen Fragen die Entscheidungen, sowohl in der Aussenpolitik, in Fragen der Sicherheit als auch bei grösseren Infrastruktur-Projekten.

(sda/afp)

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 07.10.2016 12:55
    Highlight Warum nur haben Arabische Männer dermassen Angst vor der Weiblichen Erotik?

    Muss denn erst ein "Starker Mann" kommen und Euch die Augen öffnet, indem er folgendes verkündet?
    "Ich bin der legitime Nachfolger von unserem geliebten Propheten Mohammed!
    Und wahrlich, ich sage Euch: Die Frauen sind das Wunderbarste, was Allah geschaffen hat, und der Wille Allahs ist, dass Ihr ab sofort die Frauen über alles stellt, was Ihr kennt! Und jeder Muslim, oder Ungläubige, der es wagt, einer Frau ein Leid anzutun, oder sie in ihrer Freiheit einzuschränken, soll bestraft werden durch das ehrwürdige Gericht!"
    8 18 Melden
    • Gelöschter Benutzer 07.10.2016 13:34
      Highlight Und ich bin Prophet Hijldirim

      "Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit gibt es weder Gott, noch Allah oder sonstige Fabelwesen. Deshalb geniesst euer Leben und widmet es keinem fiktiven rachsüchtigen, egoistischen Gott mit keinerlei Selbstachtung."
      19 5 Melden
    • planeto 07.10.2016 14:23
      Highlight Amen!
      4 3 Melden
    • rodolofo 07.10.2016 14:43
      Highlight Elloa!
      (Die Göttin ist gross)
      4 3 Melden
    • rodolofo 07.10.2016 14:51
      Highlight @ PLOmaha90
      Möglicherweise.
      Allerdings besteht für Religiöse auch die Möglichkeit, Gott, Allah, oder was auch immer so zu definieren, dass "Es" plötzlich sichtbar wird!
      Etwa so: "Allah ist Alles!" (klingt ja auch sehr ähnlich)
      Das wäre dann die xte Reformation, auf die wir noch sehr lange warten müssten...
      Damit wir den Religiösen Gläubigen den Einstieg ins Freie Denken erleichtern können, müssen wir ihnen auch ein Stück weit entgegen gehen!
      Darum habe ich weiter oben vorgeschlagen, einen "Starken Mann" (mit langem Bart) ins Feld zu schicken, der vorgibt, vom Propheten gesandt worden zu sein.
      4 4 Melden
    • Gelöschter Benutzer 07.10.2016 22:33
      Highlight @ rodolfo

      Das Resultat wäre wohl einfach, das in etwa die Hälfte der Gläubigen die Echtheit dieses Propheten anzweifeln wird und die andere ihm huldigt und folgt.

      Was wiederum damit enden könnte, dass sich die Parteien aufgrund dessen die Köpfe einschlagen.
      1 0 Melden
    • rodolofo 08.10.2016 08:33
      Highlight Ja, Du hast recht.
      Also lassen wir den "Starken Mann" zu Hause und sagen ihm bloss, er solle sich mal anständig rasieren.
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    • rodolofo 08.10.2016 15:07
      Highlight @ PLOmaha90 (Retarded Wizard)
      Ich habe mir die Sache nochmals überlegt.
      Am besten sagen wir ihm gar nichts und lassen ihn einfach zu Hause weiter wüten.
      Da er ja ein "Starker Mann" wäre, würde er sich nicht dreinreden lassen wollen, unsere Anspielung auf seinen noch nicht anständig rasierten Bart als Beleidigung auffassen, uns uns eine knallen, oder uns mit seinem Sturmgewehr abknallen.
      Beim Barte des Propheten! Was dann geschähe, weiss nur die Krähe!
      0 1 Melden

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