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epa05149340 Nepalese Hindu women devotees are kept separate from other devotees due to menstruation, as others attend a mass worship ceremony as part of the Madhav Narayan festival at Bagmati river in Pashupati Temple in Kathmandu, Nepal, 08 February 2016. The Madhav Narayan festival marks a month devoted to religious fasting, holy bathing and the study of the Swasthani book. More than 220 women, along with dozens of male devotees, started their month-long fast for a better life and peace. The festival is dedicated to Lord Shiva, the god of creation and destruction.  EPA/NARENDRA SHRESTHA

Nach dem Brauch werden Hindu-Frauen während ihrer Menstruation des Hauses ihrer Familie verwiesen. Bild: EPA/EPA

Nepalesen dürfen menstruierende Frauen nicht mehr in den Kuhstall verbannen

10.08.17, 10:46 10.08.17, 12:09


In Nepal wird der Brauch, Frauen während ihrer Menstruation in Kuhställe zu verbannen, unter Strafe gestellt. Das Parlament in der Hauptstadt Kathmandu verabschiedete ein Gesetz, das drei Monate Haft und eine Geldstrafe von 3000 Rupien (rund 28 Franken) vorsieht.

Dies teilte der Abgeordnete Krishna Bhakta Pokharel am Donnerstag mit. Das Gesetz werde erst nach einer Vorbereitungszeit von einem Jahr in Kraft treten, da es sich um eine tief verwurzelte Tradition in Teilen des Himalaya-Landes handle.

Vier Tage im Kuhstall

Nach dem Brauch werden Hindu-Frauen während ihrer Menstruation des Hauses ihrer Familie verwiesen. Sie müssen dann vier Tage lang häufig in Kuhställen oder an anderen, entfernt vom Haus liegenden Orten leben.

Da sie als unrein betrachtet werden, dürfen die Frauen in der Zeit keine Menschen und Rinder sowie kein Obst und Gemüse berühren. Frühestens am fünften Tag ihrer Periode dürfen sie zurückkehren.

Todesfälle

Nach Angaben von Frauenrechtlern sind in den vergangenen zehn Jahren mehr als zehn Frauen in Nepal gestorben, während sie aus ihren Häusern verbannt waren – an Schlangenbissen, Unterkühlung oder starken Blutungen.

Der «Chhaupadi» genannte Brauch war in Nepal bereits im Jahr 2005 nach einem Urteil des Verfassungsgerichts verboten worden. Im Westen des Landes hält er sich aber hartnäckig. (whr/sda/dpa)

Zwei Teenagerinnen kämpfen mit dem Spiel «Tampon Run» gegen ein gesellschaftliches Tabu

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Video: srf

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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    Alle Leser-Kommentare
  • α Virginis 10.08.2017 11:20
    Highlight Ich kenne Nepal sehr gut und muss sagen, dass trotz grosser Sympathie für das Land und die überaus freundlichen Menschen mich einige, religiös bedingte unterschiedliche Behandlungen von Männern und Frauen schon sehr stören. Auch wenn viele Nepalesen dieser Tradition nicht mehr folgen, ist sie in den abgelegenen Gegenden immer noch sehr lebendig. Ich fürchte, dass ein Jahr zu wenig Zeit ist, um diese Änderung durchzubringen, weil die Nepalesen sehr stark in ihrer Religion verhaftet sind, trotz der grossen Toleranz gegenüber Andersgläubigen.
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    • Carina59 10.08.2017 13:58
      Highlight Jüdinnen werden zwar nicht in Ställe verwiesen,aber ansonsten die gleichen Regeln für die strenggläubigen. Gelten als unrein,dürfen nicht kochen und keine Lebensmittel anfassen und müssen sich fernhalten. Ööhm...WER bringt schon wieder die Kinder auf die Welt? Mädchen und Knaben??? Tiefstes Mittelalter und ebenso "rassistisch", frauenfeindlich,menschenunwürdig! Eine wirkliche Schande! Wären dies Gesetze im Islam,wäre der Aufschrei riesengross. Btw; ich gehöre gar keiner Religion an und verteidigen werde ich schon gar keine. Diese Praktiken,egal welcher Religion sind einfach beschämend.
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