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epa06409008 People stand near construction with bullet holes outside Mar Mina church following an attack on the church in the district of Helwan, southeastern Cairo, Egypt, 29 December 2017. At least five people were killed in gunfight after two assailants attempted to storm Mar Mina church in the working-class suburb of Helwan.  EPA/MOHAMED HOSSAM

Die Attentäter hatten das Feuer am Eingang der Kirche von Mar Mina südlich von Kairo eröffnet. Bild: EPA/EPA

Angriff auf Kirche bei Kairo – mehrere Tote



epa06409044 A security official keeps people outside a cordoned off area at the scene of attack on  Mar Mina church in the district of Helwan, southeastern Cairo, Egypt, 29 December 2017. At least five people were killed in gunfight after two assailants attempted to storm Mar Mina church in the working-class suburb of Helwan.  EPA/MOHAMED HOSSAM

Grosser Andrang am Tatort. Bild: EPA/EPA

Bei einem Anschlag auf eine Kirche in Ägypten sind am Freitag mindestens neun Menschen getötet worden. Zu dem Anschlag in einem südlichen Vorort von Kairo bekannte sich niemand. Laut dem Innenministerium handelte es sich bei dem Angreifer um einen Dschihadisten.

Der Mann, der wegen Angriffen auf die Polizei gesucht worden war, wurde festgenommen. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums hatte zunächst im staatlichen Fernsehen gesagt, ein Angreifer sei erschossen worden. Zudem war von einem zweiten Angreifer die Rede, der nach kurzer Flucht gefasst worden sei.

Das Innenministerium sprach später jedoch nur noch von einem Angreifer, der verletzt worden sei. Bei seiner Festnahme habe er ein Sturmgewehr, 150 Schuss Munition und eine Bombe bei sich gehabt, die er in der Kirche habe zünden wollen.

Dem Innenministerium zufolge eröffnete der Angreifer zunächst das Feuer auf ein Geschäft und tötete zwei Menschen, bevor er sich zu der Kirche Mar Mina in Helwan begab und sieben weitere Menschen erschoss, darunter einen Polizisten. Nach Polizeiangaben wurden zudem fünf Sicherheitskräfte verletzt. Der Angreifer eröffnete demnach das Feuer vor der Kirche und versuchte, diese zu stürmen.

In Internet-Medien waren Videoaufnahmen zu sehen, die den mutmasslichen Angreifer zeigen. Darauf hielten Menschen einen bärtigen, beinahe bewusstlosen Mann mit Munitionsweste fest und fesselten ihn.

Die ägyptische Präsidentschaft teilte am Freitag mit, sie werde ihre Entschlossenheit verstärken, «um den Weg fortzusetzen, das Land von Terrorismus und Extremismus zu befreien».

In den vergangenen Monaten waren in Ägypten bei mehreren Angriffen auf koptische Kirchen dutzende Menschen getötet worden. Allein Anfang April starben bei Anschlägen in Alexandria und in Tanta nördlich von Kairo 45 Menschen. Zu den beiden Taten bekannten sich die sunnitischen Fanatiker vom so genannten Islamischen Staat (IS). Einen Monat später töteten bewaffnete IS-Anhänger rund 30 Christen, die auf dem Weg zu einem Kloster waren.

Der Angriff vom Freitag erfolgte nur wenige Tage vor dem Weihnachtsfest der Kopten, das am 7. Januar begangen wird. Die Terrormiliz Islamischer Staat hat den Kopten in Ägypten den Kampf angesagt.

Die islamischen Extremisten werfen der grössten christlichen Gemeinde im Nahen Osten vor, den Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Sommer 2013 unterstützt zu haben. Der koptischen Minderheit gehören rund zehn Prozent der 90 Millionen Ägypter an.

Ebenfalls im Visier des IS sind Anhänger des Sufismus, einer in Ägypten stark verwurzelten mystischen Strömung des Islams, die von radikalen Muslimen als «Ketzer» angesehen werden. Die Dschihadisten werden auch als Drahtzieher eines Anschlags auf eine Moschee auf der Sinai-Halbinsel vermutet, bei dem im November mehr als 300 Menschen getötet worden waren.

Seit dem Sturz Mursis durch das ägyptische Militär haben die extremistischen Gruppierungen auch ihre Angriffe auf Soldaten und Polizisten verstärkt. Mehrere hundert Soldaten und Polizisten wurden seither getötet. Besonders gefährlich ist die Lage auf der Sinai-Halbinsel im Nordosten Ägyptens. (sda/reu/dpa/afp)

Mit Buntstiften dokumentiert dieser Künstler den «IS»-Terror

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Video: srf/SDA SRF

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    Alle Leser-Kommentare
  • elpharao 29.12.2017 14:46
    Highlight Highlight Warum erwähnen Sie nebst diesem Anschlag nicht das Blutbad in einer Moschee im Sinai erst kürzlich im November? Mindestens 235 umgekommen, mehr als 100 verletzt. Auch dieser wurde von ISIS bestätigt... Es herrscht politisch ein Chaos in Ägypten es geht nicht um Religionen. http://ä
    • opwulf 29.12.2017 15:30
      Highlight Highlight Sherif: Darüber wurde ja berichtet! Es ist ein blutiges Spiel um die Macht und einer der Spieler sind die Islamisten, welche sowohl gegen die koptische Minderheit, als auch Muslime mit anderer Auslegung ihre Takfir Brandung aufstempeln und Zivilisten feige in den Tod bomben. Der zweite Akteur/Spieler im Lande ist die Regierung von Al Sisi. Auch wenn sie es wahrscheinlich nicht so meinten, tönt ihr Statement fast wie eine Relativierung (bsp. wenn ein paar Christen sterben wird darüber berichtet, aber wenn 235 Muslime sterben schweigt man - was schlicht nicht stimmt).
    • elpharao 29.12.2017 16:12
      Highlight Highlight Da stimme ich Ihnen 100% zu! So meine ich es nicht. Da im Text weiter unten von 2016 berichtet wurde, nicht aber vom letzten auch von ISIS verübten Anschlag. Mich verletzt es nur, wenn die Leser dann das Gefühl bekommen, das ganze Volk sei so eingestellt wie die Muslimbruderschaft.
    • opwulf 29.12.2017 17:35
      Highlight Highlight Ich war das erste mal 1995 als 15 Jähriger (Vater war geschäft. öfters in Egypten) in Kairo & Alex & wurde immer sehr gastfreundlich empfangen. Ich traff dort Muslime & Kopten & alle waren Freunde meines Vaters. Die Religionszugehörigkeit spielte keine Rolle. Kopftücher waren selten & nur bei versprochenen & verheirat. Frauen. Heute hat sich einiges geändert. Aber wieso? Schauen wir nach SA & dem polit. Salafismus welcher sich in den letzten 20 Jahren in der Region verbreitete. Diese dominieren die News leider. The good ones have 2 make noise again! Denn es gibt sie! Frohes neues Jahr Sharif!
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  • Kubod 29.12.2017 13:34
    Highlight Highlight Es gibt Ägypter, die jetzt ihr Leben dafür einsetzen, die Täter zu finden und solche Taten in Zukunft zu verhindern.
    Und dann gibt es die Moslembruderschaft, die vor allem auf dem Lande die Mehrheit stellt.
    Die Moslembrüder geben den koptischen Ureinwohnern drei Möglichkeiten vor. 1. Konvertieren zum Islam. 2. Hohe Schutzgeldzahlung (Dschizya) 3. Tod oder Vertreibung. Ein Geschäftsmodell, dass dafür gesorgt hat, dass aus der Mehrheit der Kopten in Ägypten eine verfolgte Minderheit wurde.
    • Bene86 29.12.2017 14:16
      Highlight Highlight Schreib nicht, wie sich der Islam im Arab. Raum verhält. Sonst wirst du in die rechte Ecke gestellt. Bitte bemühe dich beim nächsten mal, deinen Kommentar mit "das hat nichts mit.....zu tun" und "andere Religionen machen das auch" zu schmücken. Besten Dank!
    • Kubod 29.12.2017 14:34
      Highlight Highlight Ach bene86
      Ich schreib wie mir der Schnabel gewachsen ist.
    • reaper54 29.12.2017 17:33
      Highlight Highlight @Kubod aufpassen! Wenn man sich auf Watson kritisch zum Islam eussert verschwindet der Kommentar manchmal auf unerklärliche weise, auch wenn er zuerst veröffentlicht wurde. Ohne Begründung oder sonstiges.
      Bin gespannt ob dieser Kommentar durchkommt. Von mir aus kann sich auch gern ein Autor dazu eusern.
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