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Die Attentäter hatten das Feuer am Eingang der Kirche von Mar Mina südlich von Kairo eröffnet. Bild: EPA/EPA

Angriff auf Kirche bei Kairo – mehrere Tote

29.12.17, 11:56 29.12.17, 16:57


Grosser Andrang am Tatort. Bild: EPA/EPA

Bei einem Anschlag auf eine Kirche in Ägypten sind am Freitag mindestens neun Menschen getötet worden. Zu dem Anschlag in einem südlichen Vorort von Kairo bekannte sich niemand. Laut dem Innenministerium handelte es sich bei dem Angreifer um einen Dschihadisten.

Der Mann, der wegen Angriffen auf die Polizei gesucht worden war, wurde festgenommen. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums hatte zunächst im staatlichen Fernsehen gesagt, ein Angreifer sei erschossen worden. Zudem war von einem zweiten Angreifer die Rede, der nach kurzer Flucht gefasst worden sei.

Das Innenministerium sprach später jedoch nur noch von einem Angreifer, der verletzt worden sei. Bei seiner Festnahme habe er ein Sturmgewehr, 150 Schuss Munition und eine Bombe bei sich gehabt, die er in der Kirche habe zünden wollen.

Dem Innenministerium zufolge eröffnete der Angreifer zunächst das Feuer auf ein Geschäft und tötete zwei Menschen, bevor er sich zu der Kirche Mar Mina in Helwan begab und sieben weitere Menschen erschoss, darunter einen Polizisten. Nach Polizeiangaben wurden zudem fünf Sicherheitskräfte verletzt. Der Angreifer eröffnete demnach das Feuer vor der Kirche und versuchte, diese zu stürmen.

In Internet-Medien waren Videoaufnahmen zu sehen, die den mutmasslichen Angreifer zeigen. Darauf hielten Menschen einen bärtigen, beinahe bewusstlosen Mann mit Munitionsweste fest und fesselten ihn.

Die ägyptische Präsidentschaft teilte am Freitag mit, sie werde ihre Entschlossenheit verstärken, «um den Weg fortzusetzen, das Land von Terrorismus und Extremismus zu befreien».

In den vergangenen Monaten waren in Ägypten bei mehreren Angriffen auf koptische Kirchen dutzende Menschen getötet worden. Allein Anfang April starben bei Anschlägen in Alexandria und in Tanta nördlich von Kairo 45 Menschen. Zu den beiden Taten bekannten sich die sunnitischen Fanatiker vom so genannten Islamischen Staat (IS). Einen Monat später töteten bewaffnete IS-Anhänger rund 30 Christen, die auf dem Weg zu einem Kloster waren.

Der Angriff vom Freitag erfolgte nur wenige Tage vor dem Weihnachtsfest der Kopten, das am 7. Januar begangen wird. Die Terrormiliz Islamischer Staat hat den Kopten in Ägypten den Kampf angesagt.

Die islamischen Extremisten werfen der grössten christlichen Gemeinde im Nahen Osten vor, den Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Sommer 2013 unterstützt zu haben. Der koptischen Minderheit gehören rund zehn Prozent der 90 Millionen Ägypter an.

Ebenfalls im Visier des IS sind Anhänger des Sufismus, einer in Ägypten stark verwurzelten mystischen Strömung des Islams, die von radikalen Muslimen als «Ketzer» angesehen werden. Die Dschihadisten werden auch als Drahtzieher eines Anschlags auf eine Moschee auf der Sinai-Halbinsel vermutet, bei dem im November mehr als 300 Menschen getötet worden waren.

Seit dem Sturz Mursis durch das ägyptische Militär haben die extremistischen Gruppierungen auch ihre Angriffe auf Soldaten und Polizisten verstärkt. Mehrere hundert Soldaten und Polizisten wurden seither getötet. Besonders gefährlich ist die Lage auf der Sinai-Halbinsel im Nordosten Ägyptens. (sda/reu/dpa/afp)

Mit Buntstiften dokumentiert dieser Künstler den «IS»-Terror

Video: srf/SDA SRF

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18
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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • elpharao 29.12.2017 14:46
    Highlight Warum erwähnen Sie nebst diesem Anschlag nicht das Blutbad in einer Moschee im Sinai erst kürzlich im November? Mindestens 235 umgekommen, mehr als 100 verletzt. Auch dieser wurde von ISIS bestätigt... Es herrscht politisch ein Chaos in Ägypten es geht nicht um Religionen. http://ä
    11 56 Melden
    • opwulf 29.12.2017 15:30
      Highlight Sherif: Darüber wurde ja berichtet! Es ist ein blutiges Spiel um die Macht und einer der Spieler sind die Islamisten, welche sowohl gegen die koptische Minderheit, als auch Muslime mit anderer Auslegung ihre Takfir Brandung aufstempeln und Zivilisten feige in den Tod bomben. Der zweite Akteur/Spieler im Lande ist die Regierung von Al Sisi. Auch wenn sie es wahrscheinlich nicht so meinten, tönt ihr Statement fast wie eine Relativierung (bsp. wenn ein paar Christen sterben wird darüber berichtet, aber wenn 235 Muslime sterben schweigt man - was schlicht nicht stimmt).
      36 0 Melden
    • elpharao 29.12.2017 16:12
      Highlight Da stimme ich Ihnen 100% zu! So meine ich es nicht. Da im Text weiter unten von 2016 berichtet wurde, nicht aber vom letzten auch von ISIS verübten Anschlag. Mich verletzt es nur, wenn die Leser dann das Gefühl bekommen, das ganze Volk sei so eingestellt wie die Muslimbruderschaft.
      7 17 Melden
    • opwulf 29.12.2017 17:35
      Highlight Ich war das erste mal 1995 als 15 Jähriger (Vater war geschäft. öfters in Egypten) in Kairo & Alex & wurde immer sehr gastfreundlich empfangen. Ich traff dort Muslime & Kopten & alle waren Freunde meines Vaters. Die Religionszugehörigkeit spielte keine Rolle. Kopftücher waren selten & nur bei versprochenen & verheirat. Frauen. Heute hat sich einiges geändert. Aber wieso? Schauen wir nach SA & dem polit. Salafismus welcher sich in den letzten 20 Jahren in der Region verbreitete. Diese dominieren die News leider. The good ones have 2 make noise again! Denn es gibt sie! Frohes neues Jahr Sharif!
      16 1 Melden
    • Saraina 29.12.2017 17:40
      Highlight So einfach ist es nicht. Die aktuelle Regierung schürt bewusst einerseits Ressentimens gegen Christen, und benutzt Anschläge im Sinai um ganze Dörfer dort unter Anschuldigung von Extremismus zu räumen. Die normalen, politisch nicht interessieren Menschen der unteren Klassen dürften den Muslimbrüdern nachtrauern, denn sie haben von deren Wohltätigkeit profitiert, und können sich heute kaum das tägliche Brot leisten. Viele sehnen sich nach Mubarak zurück. Der war zwar korrupt und brutal, aber die heutige Regierung stellt ihn locker in den Schatten.
      5 7 Melden
    • Kubod 29.12.2017 18:29
      Highlight @opwulf

      Seit im Iran die Mullahs regieren, will jede islamische Gruppierung auch so einen Gottesstaat errichten.

      Ein Wettrennen, um das nächst Kalifat, das in Teheran gestartet wurde.
      11 2 Melden
    • opwulf 29.12.2017 19:13
      Highlight Kubod: Stimmt, aber wir sollten die dazumaligen Ereignisse welche dazu führten, nicht einfach ausser acht lassen. Stichworte: Mossadeq, BP, verstaatlichung der Ölquellen, MI6, Dulles Brüder (OS), Putsch, Schah & Geheimpolizei. Wenn sie nämlich Fotos aus Teheran zu Zeiten Mossadeqs anschauen, sehen sie ein gänzlich anderes Iran, als später zu Kohmenis Zeiten. Schauen sie sich solche historischen Ereignisse im geopolitischen Sinne an, betrogen von Aussen, Rückbesinnung auf das Eigene, etc diese Saat ging, geht und wird völkisch immer aufgehen. Daher ist ja die Einmischung von Aussen so heikel!
      8 1 Melden
    • Kubod 29.12.2017 19:34
      Highlight @opwulf
      Das Volk damals war unzufrieden. Die unterschiedlichsten politischen Strömungen haben sich zusammengetan,um den Shah zu stürzen.
      Kaum war das gemeinsame Hasssymbol weg, haben sich die Gruppierungen untereinander bekämpft. Dummerweise haben die Radikalsten diesen Kampf gewonnen. Die fundamentalen Moslems. Die anderen Gruppierungen waren nicht bereit, die gleiche Menge an Gegengewalt anzuwenden, die nötig gewesen wäre, die radikalen Moslems in Schach zu halten.
      https://rarehistoricalphotos.com/women-protesting-hijab-1979/
      7 0 Melden
  • Kubod 29.12.2017 13:34
    Highlight Es gibt Ägypter, die jetzt ihr Leben dafür einsetzen, die Täter zu finden und solche Taten in Zukunft zu verhindern.
    Und dann gibt es die Moslembruderschaft, die vor allem auf dem Lande die Mehrheit stellt.
    Die Moslembrüder geben den koptischen Ureinwohnern drei Möglichkeiten vor. 1. Konvertieren zum Islam. 2. Hohe Schutzgeldzahlung (Dschizya) 3. Tod oder Vertreibung. Ein Geschäftsmodell, dass dafür gesorgt hat, dass aus der Mehrheit der Kopten in Ägypten eine verfolgte Minderheit wurde.
    75 11 Melden
    • Bene86 29.12.2017 14:16
      Highlight Schreib nicht, wie sich der Islam im Arab. Raum verhält. Sonst wirst du in die rechte Ecke gestellt. Bitte bemühe dich beim nächsten mal, deinen Kommentar mit "das hat nichts mit.....zu tun" und "andere Religionen machen das auch" zu schmücken. Besten Dank!
      45 18 Melden
    • Kubod 29.12.2017 14:34
      Highlight Ach bene86
      Ich schreib wie mir der Schnabel gewachsen ist.
      17 16 Melden
    • reaper54 29.12.2017 17:33
      Highlight @Kubod aufpassen! Wenn man sich auf Watson kritisch zum Islam eussert verschwindet der Kommentar manchmal auf unerklärliche weise, auch wenn er zuerst veröffentlicht wurde. Ohne Begründung oder sonstiges.
      Bin gespannt ob dieser Kommentar durchkommt. Von mir aus kann sich auch gern ein Autor dazu eusern.
      15 7 Melden
    • Saraina 29.12.2017 17:47
      Highlight Die Muslimbrüder werden in Ägypten blutig und ohne langes Federlesen verfolgt. Es genügt, dass ein Journalist eine ihrer Führungskräfte interviewt hat, um diesen Journalisten ohne Anklage oder Prozess für Jahre zu inhaftieren. Die Idee, dass Muslimbrüder bei Kopten Steuern einzögen ist, gelinde gesagt, bizarr. Was du, Kubod schilderst, ist die Vorgehensweise des IS, nicht der Muslimbrüder. Solche Methoden sind in einem Polizeistaat wie Ägypten undenkbar. Die Regierung schürt aber Ressentiments, um mit brutaler Repression auf Anschläge zu reagieren.
      2 16 Melden
    • durrrr 29.12.2017 20:19
      Highlight @Saraina Hör auf Täter zu Opfern zu machen! Wenn die Muslimbrüder die totale Macht hätten, gebe es die christliche Minderheit binnen kürzester Zeit nicht mehr. Man hat es ja unter Mursi gesehen: kaum gewählt, wurde an Verfassung und Recht rumgeschraubt um die Macht zu festigen. Die jetzige Militärjunta ist auch nicht schön, aber sicherlich die viel bessere Alternative. Bleibt zu hoffen, dass sich Ägypten weiter versucht zu demokratisieren und dass die Unruhe stiftenden Kräfte zurückzudrängt werden. Ich hoffe dabei stark auf die Jugend!
      10 2 Melden
    • Saraina 31.12.2017 00:04
      Highlight Die viel bessere Alternative lässt grüssen...:

      http://www.spiegel.de/politik/ausland/aegypten-gesetz-gegen-atheisten-kampf-gegen-die-nichtglaeubigen-a-1185410.html#js-article-comments-box-pager

      Jaja, die Unruhe stiftenden Kräfte werden energisch, und meist fern jeder Rechtsstaatlichkeit zurückgedrängt...
      1 1 Melden
    • Bene86 31.12.2017 12:31
      Highlight Und jetzt die Milionenfrage:

      Welchen Glauben trägt Sisi?

      Er ist ein:

      a) Ein Christ
      b) Ein Jude
      c) Ein Budhist
      d) Ein Moslem
      e) Ein Hindu

      1 2 Melden
    • Kubod 31.12.2017 20:21
      Highlight Wir hoffen auf die Jugend in den islamischen Ländetn und vergessen. dass in der Schule von Kleinauf bis in die Berufsschulen der Islam nit aug dem Lehrplan steht. Die Schüler lernen, dass Atheisten und Menschen, die vom Islam abfallen, des Todes sind. Gleich danach kommen Christen und Juden als minderwertig aber immmerhin kann man die mit einer Steuer eigens für Christen und Juden schröpfen. In Extremis wird dieses Gedankengut in Saudi Arabien, Afghanistan, Pakistan gelehrt. Taliban heisst übersetzt Schüler. Solange sich das nicht ändert, sind wir gleich weit, wie mit dieser Generation.
      3 0 Melden
    • Saraina 31.12.2017 23:38
      Highlight Bene86: Sisi glaubt an Geld und Macht. Da unterscheidet er sich nicht gross von Trump, Berlusconi und ähnlichen Typen. Seine Machtfülle und der willfährige Westen erlauben ihm, die Medien und die Justiz zu kontrollieren, die Religion nach belieben zu verwenden um die Bevölkerung zu kontrollieren, und viel Geld ausser Landes zu schaffen. Die christliche Familie Sawiri gehört zu den reichsten Ägyptern, und fährt mit dem neuen Regime genauso gut wie unter Mubarak. Und sollte doch was schiefgehen, gibt es Konten offshore und ein Apartement in Andermatt.
      1 2 Melden

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