Irak

Vom Grabmahl Saddam Husseins stehen nur noch die Säulen, die einst das Dach trugen. Bild: Khalid Mohammed/AP/KEYSTONE

Schlacht um Tikrit: Saddam Husseins Grab liegt in Trümmern

Beim Kampf um die irakische Stadt Tikrit ist die Grabstätte des ehemaligen Diktators Saddam Hussein zerstört worden. Die Regierungstruppen wollen die Stadt bis Dienstag zurückerobern. 

16.03.15, 04:01 16.03.15, 08:42

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Das Grabmal des ehemaligen irakischen Diktators Saddam Hussein ist dem Erdboden gleichgemacht worden. Bei heftigen Gefechten zwischen Kämpfern der Terrorgruppe «Islamischer Staat» (IS) und der irakischen Armee wurde die Grabstätte komplett zerstört. Hunderte Regierungssoldaten kämpfen um die Kontrolle über die Stadt Tikrit.

Schon im August hatte der IS gemeldet, dass die Grabstätte zerstört sei, doch die örtlichen Behörden sagten, dass es sich damals lediglich um kleinere Schäden gehandelt habe. Nun stünden nur noch die Säulen, die einst das Dach des Gebäudes stützten, meldet die Nachrichtenagentur AP. Schiitische Flaggen wehten auf den Trümmern.

Die Gefechte um Saddams Heimatstadt Tikrit hatten sich seit Anfang März intensiviert. Am Sonntag hatte die irakische Armee versucht, das Zentrum der Stadt zu erreichen. Bis Dienstag wollen die Soldaten nun die strategisch wichtige Stadt zurückerobern.

Ein Soldat steht auf dem Dach des Grabmahls und schiesst ein Foto. Bild: Khalid Mohammed/AP/KEYSTONE

Rückeroberung binnen 72 Stunden

Die IS-Miliz kontrolliert die 100'000-Einwohner-Stadt seit Juni. Ein Kommandant der schiitischen Badr-Miliz sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass in Tikrit nur noch 60 bis 70 IS-Kämpfer übrig geblieben seien. Die Stadt könne binnen «höchstens 72 Stunden» vollständig zurück erobert werden. Ein Oberstleutnant der Anti-Terrorismus-Eliteeinheit der irakischen Armee äusserte sich zurückhaltender und betonte, Kämpfe in Städten seien stets schwierig.

Ein Armeekommandant sprach von einem «langsamen, aber stetigen Vorrücken» der Regierungstruppen und mit ihr verbündeter Kämpfer. IS habe Scharfschützen und Sprengfallen positioniert, deswegen sei die Situation äusserst schwierig. Er habe daher das Verteidigungsministerium in Bagdad aufgefordert, Unterstützung bei der US-geführten Koalition anzufordern.

Am Sonntag habe es keine Luftangriffe gegeben, sagte der Kommandant weiter. Er hoffe nun, dass sich das in den kommenden Stunden ändere, weil die internationale Koalition «die Ziele ganz exakt identifizieren und angreifen» könne.

Die Offensive zur Rückeroberung Tikrits ist bislang der grösste Militäreinsatz gegen die IS-Miliz. Sie soll eine wichtige Etappe auf dem Weg zur Rückeroberung der Millionen-Metropole Mossul im Norden des Landes sein.

kry/AP/AFP

Die Schlacht um Tikrit

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