Irak
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A US Marine tries to take cover, perched on a container, trying to shelter from the dust as a Chinook helicopter arrives to pick up supplies at Forward Operating Base Edi in the Helmand Province of southern Afghanistan, Thursday, June 9, 2011.   (AP Photo/Anja Niedringhaus)

Ein Chinook im Landeanflug in Afghanistan. Bild: AP

Fall James Foley

«Night Stalkers» über dem «Kalifat» 

Sie verfügen über spezielles Fluggerät und bringen US-Spezialkräfte ins Kriegsgebiet. Auch bei der gescheiterten Rettungsaktion für James Foley in Syrien war die Hubschraubereinheit «Night Stalkers» im Einsatz. 

21.08.14, 19:30 24.08.14, 16:58

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Über die missglückte US-Rettungsaktion für den entführten Journalisten James Foley werden neue Details bekannt. Die Aktion fand nach verschiedenen Berichten bereits im Juli statt. Der Einsatz sei «kompliziert» verlaufen, sagten Regierungsvertreter vor Journalisten.

Ein Dutzend Spezialkräfte ist per Hubschrauber über syrischem Gebiet abgesetzt worden. Mehrere US-Blätter berichten, dass der Einsatz nahe Rakka stattgefunden habe, der Hauptstadt des ausgerufenen «Kalifats» des «Islamischen Staats» (IS). Eine heikle Mission, für deren Durchführung eine Einheit zentral war: die «Night Stalkers», die Spezialkräfte der Luftwaffe. 

In this Sept. 11, 2010 photo, a U.S. Army Chinook helicopter crew chief from the 101st Airborne Division transports U.S. infantrymen from one position to another in Zhari District, southern Afghanistan. Going increasingly on the offensive in this district near Kandahar City, American commanders are hoping to clear Taliban-held areas and fighting positions in the weeks and months ahead, before President Barack Obama makes a critical assessment in December of the effectiveness of the 30,000-man surge. (AP Photo/Brennan Linsley)

Die «Night Stalkers» kommen von oben. Bild: AP

Zwei schwer bewaffnete «Black Hawk»-Hubschrauber hätten die Kräfte abgesetzt. Am Steuer sassen Soldaten des 160. Special Operations Aviation Regiment, dem Lufttransportregiment der US-Spezialkräfte. Ihr Spitzname lautet «Night Stalkers», auf Deutsch Nachtschleicher oder Nachtpirscher. Ihre Aufgabe: das Absetzen von US-Spezialkräften hinter feindlichen Linien. 

Im aktuellen Fall flogen sie die Einheiten ein, und als diese weder Foley noch andere vermutete Geiseln des IS ausfindig machen konnten, wenige Minuten später unter Beschuss wieder aus. Dabei wurde ein US-Soldat leicht verletzt, mehrere Dschihadisten seien ums Leben gekommen. So berichteten es US-Regierungsvertreter gegenüber Journalisten am Tag nachdem ein Video veröffentlicht wurde, das offenbar die Enthauptung Foleys durch die Dschihadisten zeigt. 

Wichtige Rolle bei der Tötung Bin Ladens 

Die «Night Stalkers» arbeiten mit speziellen Fluggeräten, die genau für solche Missionen in feindlichem Territorium ausgerüstet sind. Dazu gehören vor allem nachtkampftaugliche Hubschrauber, kleine Maschinen vom Typ «Little Bird» und grössere «Black Hawk»-Hubschrauber, wie sie nun in Syrien eingesetzt wurden. Das Motto der Einheit lautet: «Night Stalkers don't quit» – Nachtschleier geben nicht auf. Das Hauptquartier liegt in Fort Campbell im US-Bundesstaat Kentucky. 

US soldiers from the 2nd Brigade, 87th Infantry Regiment, 10th Mountain Division, secure the area after exiting a Chinook helicopter, Helmand Province, southern  Afghanistan, in this  Sunday, June 18, 2006 file photo. Insurgents shot down a U.S. military helicopter Saturday Aug. 6, 2011 similar to this one shown during fighting in eastern Afghanistan, killing 30 Americans, most of them belonging to the same elite Navy SEALs unit that killed Osama bin Laden, as well as seven Afghan commandos, U.S. officials said. It was the deadliest single loss for American forces in the decade-old war. (AP Photo/Rodrigo Abd)

Bild: AP

Die «Night Stalkers» flogen auch Navy Seals, Spezialeinheiten der Marine, im Mai 2011 auf das Anwesen Osama Bin Ladens in der pakistanischen Stadt Abbottabad und ermöglichten so die Tötung des lange gesuchten Terrorchefs. Dabei wurde ein Hubschrauber beschädigt – und deshalb gesprengt, damit er nicht in fremde Hände fällt. 

Der Aufbau der Einheit ist verknüpft mit einer früheren gescheiterten Geiselbefreiung. Nachdem die Armee 1980 ohne Erfolg versucht hatte, Bürger aus der US-Botschaft in Teheran zu befreien, baute sie fliegende Verbände für Spezialeinheiten auf. Der erste Einsatz erfolgte 1983 bei der Intervention in Grenada, auch im ersten Golfkrieg flogen die «Night Stalkers» Einsätze. 

Es ist nicht die erste Aktion von US-Spezialkräften im Kampf gegen den «Islamischen Staat». Neben bislang mehr als 80 Luftschlägen sind auch mehrere Hundert Soldaten in den Irak entsendet worden. 

Rund 20 Spezialkräfte der Amerikaner waren vergangene Woche im Sindschar-Gebirge aktiv, wohin sich zwischenzeitlich Zehntausende Jesiden auf der Flucht vor dem IS geflüchtet hatten. Dort bereiteten sie eine Evakuierung von Flüchtlingen vor. Auch bei der Rückeroberung des strategisch wichtigen Staudamms bei Mossul waren amerikanische Spezialeinheiten im Einsatz. (fab)



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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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