Irak

Peschmerga-Soldat in Kirkuk: IS-Angriff am Freitagmorgen Bild: STRINGER/REUTERS

Krieg im Irak

IS-Terroristen greifen Öl-Stadt Kirkuk an 

Kaum wurde die Terrormiliz «Islamischer Staat» aus Kobane vertrieben, sucht sie sich ein neues Ziel: Bei einer Offensive auf die irakische Stadt Kirkuk haben die Dschihadisten mehrere kurdische Kämpfer getötet. Auch in Bagdad schlugen sie zu. 

30.01.15, 15:05

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Die Terrororganisation «Islamischer Staat» (IS) hat eine Offensive gegen die nordirakische Stadt Kirkuk gestartet. Die Miliz zündete mehrere Autobomben, ausserdem sprengten sich Selbstmordattentäter in der Nähe kurdischer Sicherheitskräfte in die Luft.

Mehrere Soldaten der Peschmerga wurden dabei getötet, unter ihnen auch ein Brigadegeneral. Zudem ist in kurdischen Medienberichten von mindestens 40 Verletzten die Rede. Unter anderem explodierte eine Autobombe nahe einer Polizeistation im Zentrum von Kirkuk. Anschliessend sollen IS-Kämpfer ein leerstehendes Hotel gestürmt und von dort auf umliegende Strassen gefeuert haben. Die kurdischen Sicherheitskräfte stürmten später das Gebäude und brachten die Lage nach eigener Darstellung wieder unter Kontrolle. 

Die Offensive des IS wurde offenbar von dichtem Nebel begünstigt, der am Freitagmorgen in Kirkuk und Umgebung herrschte. Der Vormarsch kommt wenige Tage, nachdem die Dschihadisten in Kobane eine schwere Niederlage hinnehmen mussten. Nach mehr als vier Monaten Kampf um die syrisch-türkische Grenzstadt war es den kurdischen Kräften Anfang der Woche gelungen, die militanten Islamisten aus Kobane zu vertreiben

Kirkuk zählte vor Beginn der IS-Offensive im Sommer 2014 etwa eine Million Einwohner. Die kurdische Autonomiebehörde beansprucht die Stadt für sich, deren Status ist jedoch umstritten, weil in Kirkuk auch viele Araber und Turkmenen leben. Im vergangenen Jahr zog sich die irakische Regierungsarmee wegen der IS-Angriffe aus der Stadt zurück, seither verteidigen die kurdischen Peschmerga den Ort. In den vergangenen Monaten sind viele Iraker in die Stadt geflüchtet, die vor dem IS Schutz suchen. 

Auch in Bagdad schlugen mutmassliche IS-Terroristen zu: Bei einem Doppelanschlag auf einen Markt wurden mindestens 44 Menschen getötet und mindestens 70 weitere verletzt. Zunächst hatte ein Selbstmordattentäter seinen Sprengsatz gezündet, wenige Minuten später folgte sein Komplize, der zuschlug, nachdem die ersten Rettungskräfte am Tatort eingetroffen waren. (syd/dpa/AP)

Der Islamische Staat (IS)

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