Irak
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Ermordeter Journalist Steven Sotloff

Steven Sotloff war auch israelischer Staatsbürger

Nach der Enthauptung eines weiteren Journalisten durch die Terrormiliz IS dringen jetzt neue Erkenntnisse über die Identität des Opfers durch. 

04.09.14, 10:25 04.09.14, 12:34

Steven Sotloff 2010 in Manama, der Hauptstadt Bahrains. Bild: MAZEN MAHDI/EPA/KEYSTONE

Wie die New York Times schreibt, war Steven Sotloff Jude und besass die israelische Staatsbürgerschaft. Dies bestätigt ein Sprecher des israelischen Aussenministeriums, Paul Hirschson, am Mittwochnachmittag auf seinem Twitter-Account:

Laut NYT wurden diese Informationen von Behörden, Verwandten und Bekannten unter Verschluss gehalten, um das Leben der Geisel nicht unnötig zu gefährden. Auch Sotloff selbst hätte seinen jüdischen Hintergrund gegenüber den IS-Geiselnehmern geheim gehalten, so die israelische Tageszeitung «Yediot Aharonot» unter Berufung auf einen ungenannten ehemaligen Mitgefangenen Sotloffs.

Laut Informationen aus dem Umfeld von Sotloff lebte der Journalist über längere Zeit in Israel, arbeitete für die englischsprachige Zeitung «Jerusalem Report» und studierte in Tel Aviv.

Grosseltern waren Holocaust-Überlebende

Unklar ist, wann Sotloff die israelische Staatsbürgerschaft beantragt hatte. Als sicher gilt, dass der in Miami geborene Sotloff vom israelischen Birthright-Programm Gebrauch gemacht hatte, das fremden Staatsbürgern mit jüdischen Wurzeln einen zehntägigen Trip finanziert, und dort seine Faszination für die israelische Kultur entdeckte. 

Gemäss dem israelischen Rückkehrrecht kommen Juden auf der ganzen Welt in den Genuss einer vereinfachten Prozedur zur Erlangung der israelischen Staatsbürgerschaft. Sotloffs Grosseltern waren Holocaust-Überlebende, seine Mutter Lehrerin an einer Synagoge in Florida.   

«Bis an die Tore der Hölle.»

US-Vizepräsident Joe Biden

Barack Obama verurteilte die Ermordung Sotloffs anlässlich einer Pressekonferenz in Estland aufs Schärfste und kündigte an, Gerechtigkeit walten zu lassen. Vizepräsident Biden versprach, die Verantwortlichen bis an «die Tore der Hölle» zu verfolgen.

Moshe Yaalon, der israelische Aussenminister, verlautbarte gestern, die Terrormiliz IS auf die Liste illegaler Organisationen zu setzen. Ein Schritt, der «der nationalen Sicherheit diene», so Yaalon. Ob diese Erklärung mit der Enthüllung der Identität Sotloffs zusammenhängt, ist unklar. (wst)



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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 05.09.2014 11:11
    Highlight Als Amerikaner/Israeli war es ihm wohl bewusst, dass er keine staatliche Unterstützung zu erwarten hat, da USA/Israel grundsätzlich auf Forderungen von Entführern nicht eingehen. Das reduziert im Normalfall die Gefahr entführt zu werden. Europäische Geiseln rentieren sich für Entführer da viel mehr.
    Das Problem ist, dass die IS nicht normal tickt und genug Finanzen haben sie zudem auch.
    Da geht es ausschliesslich um Menschenverachtung.
    2 0 Melden

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