Irak
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Korruptionsfall aufgedeckt

Irakische Armee: 50'000 Soldaten existieren nur auf dem Papier

01.12.14, 08:10 01.12.14, 08:26
Iraqi Army soldiers march during a parade marking the founding anniversary of the army's artillery section in Baghdad October 1, 2014. REUTERS/Mahmoud Raouf Mahmoud (IRAQ - Tags: MILITARY ANNIVERSARY)

In Reih und Glied: Soldaten der Irakischen Armee beim Exerzieren. Bild: STRINGER/IRAQ/REUTERS

Eine Untersuchung bei den irakischen Streitkräften hat ein Heer von «Geistersoldaten» ans Tageslicht gebracht. Rund 50'000 Soldaten existierten nur auf Personalbögen und Soldlisten, ihre Namen seien frei «erfunden», teilte das Büro von Regierungschef Haidar al-Abadi am Sonntag mit.

Im Kampf gegen Korruption habe Al-Abadi sämtliche Namen der «Geistersoldaten» – immerhin in der Stärke von etwa vier Divisionen – streichen lassen, hiess es dazu in einer Erklärung des Parlaments in Bagdad.

Die Untersuchungen hätten im Zuge der jüngsten Soldzuteilungen begonnen, sagte Al-Abadis Sprecher Rafid Dschaburi. Dabei sei das tatsächliche Personal der Streitkräfte gezählt worden. Der Sold wird irakischen Soldaten nur unregelmässig gezahlt; so beklagten Soldaten, dass sie erst nach zweimonatiger Pause wieder bezahlt worden seien. Ein Grund sei nicht genannt worden.

Nach Angaben eines langgedienten Offiziers gibt es in den irakischen Streitkräften zwei gängige Wege, um das Salär aufzubessern: Jedem Offizier stehen demnach fünf Wächter zu – manche begnügten sich aber mit zwei und strichen die Gehälter für die drei vakanten Stellen selbst ein. 

Der weitaus grössere Betrug findet laut dem Offizier aber auf Brigade-Ebene statt: Immer wieder hätten Kommandanten 30 bis 40 Soldaten auf der Soldliste stehen, die gar keinen Dienst leisteten oder nicht einmal existierten.

Die USA haben Milliarden von Dollar in den Aufbau und die Ausbildung des irakischen Militärs investiert. Mit Beginn der Offensive der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Juni wurden erhebliche Defizite der irakischen Armee deutlich, manche Einheiten brachen damals völlig zusammen. (sda/afp)



Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Huch! Hier wird Flavia Kleiner von Big Barack Obama umarmt und bleibt dabei saucool

Anlässlich eines Referats reiste der ehemalige Präsident der USA Barack Obama dieses Wochenende nach Amsterdam. Eingeladen wurde er von dem niederländischen Thinktank DenkProductions, um über das Thema «Führung und Wandel» zu sprechen.

Nach seinem Auftritt traf er sich mit einer Delegation von jungen Europäern, die sich für die Demokratie, den Rechtsstaat und die freiheitliche Ordnung einsetzen. Auf seiner Webseite heisst es, Obama sei wichtig gewesen, sich Zeit für die jungen, aufstrebenden …

Artikel lesen