Irak
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Iraqi security forces display vehicles, weapons and ammunition confiscated from the Sunni militant group 'Islamic State of Iraq and the Levant' (ISIL) in Samarra, June 6, 2014. Iraqi helicopters bombed the city of Samarra after insurgents overran parts of it early on Thursday, bringing them within striking distance of a Shi'ite shrine the destruction of which in a 2006 attack unleashed a bitter sectarian war. The offensive is part of an escalating conflict between Iraq's Shi'ite Muslim-led government and Sunni Islamist militants who have been regaining momentum in the past year, particularly in the west of the country bordering Syria. REUTERS/Stringer (IRAQ - Tags: CIVIL UNREST CONFLICT MILITARY CRIME LAW POLITICS) - RTR3SL9H

Von der Isis beschlagnahmte Waffen. Bild: © STRINGER Iraq / Reuters/REUTERS

ISIS-Terror im Irak

Erbeutete Waffen erhöhen Schlagkraft der Dschihadisten 

Die Terrorgruppe Isis wächst zu einer gefährlichen Armee heran. Die Dschihadisten haben vom irakischen Militär modernes Kriegsgerät erbeutet, und sie haben genug Geld, um sich auf dem globalen Schwarzmarkt mit den besten Waffen einzudecken.

17.06.14, 15:31

Ein Artikel von

Etwa 25 Milliarden US-Dollar haben die USA in den vergangenen zehn Jahren in die Aufrüstung der irakischen Armee gesteckt. Das Militär in Bagdad erhielt Hubschrauber, Panzer, Artilleriegeschütze und gepanzerte Geländewagen. So sollte die Regierung in die Lager versetzt werden, islamistische Extremisten in Schach zu halten.

Doch in den vergangenen Tagen ist ein Teil genau dieses Arsenals in den Händen derer gelandet, die eigentlich bekämpft werden sollten. Bei ihrem Eroberungszug im Nordirak hat die Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) mehrere Stützpunkte der Armee eingenommen und modernes Kriegsgerät erobert.

Auf Twitter haben die Dschihadisten einen Teil ihrer Beute zur Schau gestellt. Die Bilder zeigen, dass Isis Dutzende Humvee-Geländewagen und andere gepanzerte Truppentransporter aus US-Produktion in die Hände gefallen sind. Auch mehrere Haubitzen vom Typ M198 sind dabei. Mit diesem Geschütz können Granaten mehr als 20 Kilometer weit geschossen werden.

Isis gilt als finanzstärkste Terrorgruppe der Welt

Unklarheit herrscht darüber, ob Isis auch amerikanische «Black Haw»k-Hubschrauber erbeutet hat. In der vergangenen Woche verbreiteten die Dschihadisten via Twitter das Foto eines Helikopters. Die US-Regierung bestreitet jedoch die Echtheit der Aufnahme. «Wir haben den Irakern niemals ‹Black Hawk›-Helikopter verkauft. Das ist eine Falschinformation», sagte Pentagonsprecher Bill Speaks.

Speaks räumte ein, dass die Vereinigten Staaten den Irak mit Hubschraubern vom Typ OH58 Kiowas und Scout Bell IA-407 beliefert habe. Ob die Dschihadisten diese Helikopter erbeutet haben, ist derzeit unklar - allerdings berichteten Augenzeugen, dass Isis nach der Eroberung Mossuls mindestens zwei Hubschrauber vorgeführt habe. Am Steuerknüppel könnten Piloten sitzen, die aus der syrischen Armee desertiert sind und sich den islamistischen Extremisten angeschlossen haben.

Mit ihrer Kriegsbeute ist Isis auf dem Weg von der Guerillatruppe zur Armee. Die Zeiten, in denen ihre Bewaffnung aus Schnellfeuerwaffen und Pick-up-Fahrzeugen bestand, die mit Maschinengewehren bestückt wurden, sind vorbei. Die Truppe hat zudem von der syrischen und irakischen Armee Panzer aus sowjetischer Produktion erbeutet und ist aus Saudi-Arabien mit Panzerabwehrraketen versorgt worden. Auch tragbare Luftabwehrraketen befinden sich in ihrem Besitz.

Die Terrorgruppe hat in den vergangenen Wochen mehrere Hundert Millionen Dollar Bargeld erbeutet - Isis selbst redet gar von zwei Milliarden Dollar. Damit können sich die Dschihadisten auf dem globalen Schwarzmarkt praktisch nach Belieben mit modernster Waffentechnik eindecken. Isis ist damit derzeit wohl die finanzstärkste Terrorgruppe der Welt. (syd)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 17.06.2014 16:13
    Highlight Die Situation ist längst ausser Kontrolle. Die Regierung in Bagdad versagt am laufenden Band. Brisant ist die Lage deshalb, weil der friedliche Islam derart fraktioniert ist, dass es nur noch um die Macht geht. Was da noch alles auf die Menschheit zukommen wird, kann nur erahnt werden. Immer dann, wenn die heilige Religion als Vehikel eingesetzt wird, sind unheilige Verhaltensweisen an der Tagesordnung. Es nützt dann nichts, eine unheimliche politische Entwicklung euphemistisch als "Arabischer Frühling" zu etikettieren. Was zählt, ist die harte Realität.
    2 0 Melden
  • Nic9000 17.06.2014 15:51
    Highlight Die Waffen auf dem Bild sind doch nur Schrott, verglichen mit der Ausrüstung, die sie vom Westen erhalten haben um Syriens Regierung zu stürzen.
    1 0 Melden

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