Irak
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«Erste IS-Verteidigungslinie zerstört»: Irakische Armee rückt auf Tikrit vor

04.03.15, 14:24

Die irakischen Streitkräfte wollen die Dschihadisten vom Islamischen Staat (IS) in Tikrit einkesseln, bevor sie die Stadt nördlich von Bagdad angreifen. Auch in den Ortschaften Al-Alam und Al-Dur sollen die IS-Kämpfer eingekesselt werden.

Ziel sei es, IS-Angriffe zu verhindern, die Nachschublinien für Waffen und Einheiten abzuschneiden und die Extremisten «vollständig einzuschliessen», sagte der General Abdel Amir Al-Saidi am Mittwoch. 

Die irakische Armee hatte am Montag mit rund 30'000 Mann und mit der Unterstützung der Luftwaffe seine bislang grösste Offensive gestartet, um Tikrit nach neun Monaten vom IS zurückzuerobern. Die Extremisten versuchen, Bagdads Truppen mit Strassenbomben, Selbstmordanschlägen und Heckenschützen aufzuhalten.

Nachdem es am Dienstag Anzeichen für ein Stocken der Offensive gab, laufe nun «alles nach Plan», sagte ein irakischer Offizier in Samarra. Es sei bislang zu keinem direkten Gefecht zwischen irakischen Soldaten und IS-Kämpfern gekommen.

ISIS Offensive im Irak in Bildern

«Erste Verteidigungslinie» gefallen

Unterstützt von schiitischen Milizen und sunnitischen Stämmen marschieren die Truppen aus drei Richtungen vor: Von Samarra im Süden, vom Militärstützpunkt Speicher im Norden und aus der Provinz Dijala im Osten. Am Mittwoch waren sie auf fast 20 Kilometer an Tikrit herangekommen, die «erste Verteidigungslinie» des IS sei zerstört worden, sagte General Al-Saidi, der die Truppen aus Dijala kommandiert.

Der IS hatte Tikrit, Mossul und weitere Ortschaften und Gebiete im sunnitischen Kernland des Irak im vergangenen Sommer überrannt. Die irakischen Streitkräfte sind schon mehrfach mit dem Versuch gescheitert, Tikrit zurückzuerobern.

Gelingt ihnen die Operation im neuen Anlauf, soll als nächstes Mossul knapp 200 Kilometer weiter im Norden folgen. Mossul ist die zweitgrösste Stadt des Irak und die grösste, die den IS-Extremisten in die Hände gefallen ist. (sda/afp)



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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 04.03.2015 15:36
    Highlight Im Nahe Osten steht man nicht mehr nur vor dem Abgrund, man ist bereits darüber hinaus. In Europa bleibt einem dazu scheinbar nur noch die Empörung. Doch solange strategische Interessen und Machtsucht der Menschlichkeit und Vernunft entgegen stehen, ist nicht viel zu machen. Natürlich könnten sich europäische Staaten für ein Embargo gegen IS-Unterstützer wie KSA und Katar einsetzen, so wie bei Russland, Syrien oder Iran. Aber bevor das passiert friert eher die Hölle zu.
    1 1 Melden

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