Irak
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Vorwurf von HRW

Kurden hindern Araber an der Rückkehr in den Irak

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat den Kurden im Nordirak vorgeworfen, geflohene Araber an der Rückkehr in ihre Heimat zu hindern. Auch viele Araber waren im vergangenen Sommer wegen der Offensive der IS-Dschihadisten geflüchtet.

Araber würden teils seit Monaten daran gehindert, in ihre Häuser zurückzukehren, erklärte HRW am Donnerstag. Kurdische Flüchtlinge dagegen seien in die Gebiete zurückgelassen worden und hätten teilweise sogar Häuser von Arabern beziehen können. HRW warnte vor einer «kollektiven Bestrafung» von Arabern.

Die kurdischen Peschmerga-Milizen hatten das Machtvakuum, das im Sommer durch den überstürzten Abzug der irakischen Streitkräfte angesichts des Vormarschs der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) entstanden war, genutzt, um weite Gebiete unter ihre Kontrolle zu bringen.

Sie erweiterten ihr Territorium um rund 40 Prozent. Dabei besetzten sie auch gemischte arabisch-kurdische Gebiete, die sie seit langem für sich beanspruchten. Die Dschihadisten griffen im August mehrere dieser Gebiete an, doch trieben die Peschmerga mit ausländischer Luftunterstützung die IS-Miliz seitdem an mehreren Fronten zurück.

Regierung bestreitet Vorwürfe

HRW erklärte, es gebe Hinweise auf eine gezielte Diskriminierung von Arabern. Einige kurdische Behördenvertreter hätten dies damit gerechtfertigt, dass Araber die Dschihadisten unterstützt hätten.

Der kurdische Regierungsvertreter Dindar Sebari wies am Donnerstag mehrere der Vorwürfe zurück. Kein einziges Haus eines Arabers sei von Kurden besetzt worden, sagte Sebari. Anwohner würden nur an der Rückkehr gehindert, um sie vor versteckten Sprengsätzen zu schützen. Wenn Araber festgenommen wurden, dann weil der Verdacht bestehe, dass sie mit der IS-Miliz kollaborierten, sagte Sebari. (kad/sda/afp)



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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 27.02.2015 10:56
    Highlight Highlight In dieser Region git es keine funktionierenden lokalen Behörden. Vielleicht lässt sich die Entwicklung vom Stamm zum Nationalstaat nicht im Zeitraffer bewerkstelligen. Was aber sicher helfen würde, wäre, die Grenzen so neu zu ziehen, dass ethnisch-religiöse Animositäten die Sache nicht zusätzlich komplizieren. Aber wer soll das machen? Die Stammeshäuptlinge wollen nicht, die USA und GB wollen nicht mehr, und die anderen einflussreichen Länder sehen nur das gegenwärtige Scheitern des arabischen Frühlings. Da wird das primitive IS-Modell des Kalifats doch äusserst attraktiv.

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