Islam
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Der radikale Islamprediger hatte während des Afghanistan-Krieges gegen die Sowjetunion in den 1980er Jahren beide Hände und ein Auge verloren. Bild: Reuters

Terrorprozess

Vom Stripclub-Manager zum Hassprediger

Der islamische Hassprediger Abu Hamza hat als junger Mann einmal ein Striplokal in London geleitet. Sein Interesse am Islam wurde nach seinen Angaben von seiner damaligen Frau, einer Engländerin, geweckt.

08.05.14, 14:16 08.05.14, 14:53

Vor seiner Wandlung zum Islamisten und Imam habe er alle möglichen Jobs angenommen, um an Geld zu kommen und «Spass zu haben». Dies sagte der 56-Jährige am Mittwoch bei seiner ersten eigenen Aussage im New Yorker Terrorprozess. Unter anderem habe er als Hotelrezeptionist gearbeitet, als Türsteher im Ausgehviertel Soho sowie als «Co-Manager eines Stripclubs». Erst später sei ihm aufgegangen, dass sein Verhalten moralisch verwerflich sei.

Dem gebürtigen Ägypter mit britischem Pass wird vorgeworfen, 1998 an einer tödlichen Geiselnahme westlicher Touristen im Jemen beteiligt gewesen zu sein. Unter den Entführten waren auch zwei US-Bürger. Ausserdem soll der Angeklagte die Einrichtung eines Terrorcamps innerhalb der USA geplant sowie den Terrorismus in Afghanistan finanziell unterstützt haben. Er weist die Vorwürfe zurück.

Abu Hamza sagte weiter aus, er sei 1979 als 21-Jähriger aus Ägypten nach London gekommen, weil er sich nach dem «westlichen Lebensstil, dem amerikanischen Lebensstil» gesehnt habe. Mit seinem Ersparten habe er ein Studium als Bauingenieur finanziert. Im Studium sei es auch um das später bei den Terroranschlägen vom 11. September 2001 zerstörte World Trade Center gegangen sowie um die Auswirkungen von «Explosionen» bei der Zerstörung von Gebäuden – ein Thema, das in seinem späteren Leben sehr «nützlich» gewesen sei. Als Imam in London hatte der Angeklagte die September-Anschläge begrüsst. 

Auch wenn es der Islam in einigen Fällen erlaube, die Unwahrheit zu sagen, werde er vor Gericht nicht lügen, sagt Hamza. Bild: EPA/EPA

Ehefrau weckte sein Interesse am Islam

Sein Interesse am Islam wurde nach seinen Angaben 1982 von seiner damaligen Frau, einer Engländerin, geweckt. Diese habe unbedingt konvertieren wollen in der Hoffnung, mehr Zeit mit ihm zu verbringen. Für Lacher sorgte der 56-Jährige, als er in gelehrtem Ton Ehetipps von sich gab: Demnach sollte ein Mann niemals auf die «dumme» Idee kommen, seiner Frau die Wahrheit zu sagen, wenn er sie nicht mehr liebt. Er könne ja seine Meinung wieder ändern.

Auch wenn es der Islam in einigen Fällen erlaube, die Unwahrheit zu sagen, werde er vor Gericht nicht lügen, sagte der Angeklagte weiter. Er wolle keine «Freiheit auf Kosten meiner Würde». Der radikale Islamprediger, der während des Afghanistan-Krieges gegen die Sowjetunion in den 1980er Jahren beide Hände und ein Auge verlor, war vor 19 Monaten nach jahrelangem juristischem Tauziehen von Grossbritannien an die USA ausgeliefert worden.

Bei einem Schuldspruch droht dem Angeklagten lebenslange Haft. In Grossbritannien sass er bereits wegen des Aufrufs zum Rassenhass und zu Mordanschlägen eine siebenjährige Haftstrafe ab. Als Imam der Moschee von Finsbury Park im Norden Londons hatte er radikalislamische und antiamerikanische Brandreden gehalten. (whr/sda/afp)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 09.05.2014 14:44
    Highlight "One child, one teacher, one pen and one book can change the world"
    So der Abschlusssatz von Malala Yousafzai bei der Rede vor der UN, in der sie sich für Bildung einsetzt. Neun Monate zuvor haben ihr die Taliban eine Kugel in den Kopf gejagt mit dem Versuch, sie zum Schweigen zu bringen. Terroristen haben Angst vor Büchern und Stiften. Die Macht der Bildung ängstigt sie!
    1 0 Melden

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