Islam
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bild: Reuters

Entführung in Nigeria

«Ich werde eure Mädchen auf dem Markt verkaufen, so Gott will»

Die Islamistengruppe Boko Haram hat sich dazu bekannt, in Nigeria rund 300 Schülerinnen entführt zu haben. Ihr Anführer will die Mädchen als Sklavinnen verkaufen oder zwangsverheiraten.

05.05.14, 16:21 05.05.14, 19:52

Ein Artikel von

Die Islamistengruppe Boko Haram hat sich zu der Entführung von 276 Schülerinnen in Nigeria bekannt und deren «Verkauf», «Versklavung» und Zwangsverheiratung angekündigt. «Ich habe eure Mädchen entführt», sagte Boko-Haram-Chef Abubakar Shekau in einem Video. «Ich werde sie auf dem Markt verkaufen, so Gott will.»

In der 57 Minuten langen Aufnahme sprach Shekau von den Schülerinnen, die vor drei Wochen aus ihrer Schule in Chibok im Nordosten des Landes verschleppt worden waren. Zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach einige der Entführten über die Grenze zum Tschad und nach Kamerun für jeweils zwölf Dollar (knapp neun Euro) zwangsverheiratet worden waren. Von den Geiseln konnten bislang 53 Mädchen fliehen, 223 sind nach Angaben der Polizei noch in der Gewalt ihrer Entführer.

«Westliche Bildung ist Sünde»

Boko Haram kämpft seit Jahren für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias und verübt regelmäßig Anschläge auf Polizei, Armee und Behörden, aber auch auf Schulen und Kirchen. Der Name Boko Haram bedeutet übersetzt etwa «Westliche Bildung ist Sünde». 

Den nigerianischen Behörden ist es trotz wochenlanger Suche bisher nicht gelungen, die Mädchen zu finden. Inzwischen regt sich Protest von Eltern und anderen Bürgern gegen die Polizei und Präsident Goodluck Jonathan. Auf Twitter drücken betroffene Familien unter dem Hashtag #bringbackourgirls ihre Trauer und Wut aus, Menschen aus der ganzen Welt zeigen um Anteil an dem Schicksal der Mädchen und ihrer Angehörigen.

Die Ehefrau von Präsident Jonathan fürchtet angesichts der Entführung offenbar vor allem um die Beliebtheit ihres Ehemannes: Sie liess deshalb zwei Protestführerinnen verhaften und warf ihnen vor, den Ruf ihres Mannes zu ruinieren. (ade/AFP/Reuters)

Mehr zur Entführung



Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

Abonniere unseren Daily Newsletter

1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nicoscore 05.05.2014 19:27
    Highlight Westliche Bildung ist Sünde... was für ein Name für eine Gruppierung, die eine Religion vertreten will. Das einzige, nachdem diese Leute streben, ist Macht. Schon ihr Name verrät also, dass sie Bildung unterbinden, um Unschuldigen ihre Ideen aufzuzwingen ohne dass diese sich wehren. Das ist für diese Menschen der Weg, um an ihre Macht zu gelangen. Da kann man nur froh sein, dass es noch Menschen wie Malala gibt.
    2 0 Melden

Das passiert, wenn du die Bibel als Koran verkaufst: «Wie kann man nur daran glauben?!»

Es ist schon ein Kreuz mit diesen alten religiösen Schriften: Jeder pickt sich die Passagen heraus, die gerade die eigene Haltung bestärken. Nehmen wir nur mal die Bibel: Da sollst du einerseits deinen nächsten lieben wie dich selbst. Dann wird wieder aufgerechnet: Auge um Auge, Zahn um Zahn. 

Beim Koran ist das nicht anders. Auch wenn eine Sure besagt «Es gibt keinen Zwang in der Religion», zitieren sowohl Mohammed-Hardliner wie auch Anti-Muslime ausschliesslich Passagen aus dem Buch, die …

Artikel lesen