Islam
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French President Francois Hollande, center, delivers his speech during the joint press conference ending the  Paris  Summit for security in Nigeria at the Elysee Palace, in Paris, Saturday, May 17, 2014. Leaders from Africa as well as officials from the United States, Britain and France meet to coordinate a response to Boko Haram, the fundamentalist group that abducted more than 300 girls and is accused of hundreds of deaths in the past year alone. (AP Photo/Francois Mori)

Der französische Präsident Francois Hollande mit afrikanischen Vertretern am Sicherheitsgipfel in Paris. (AP Photo/Francois Mori) Bild: AP/AP

Krisengipfel in Paris

Afrikanische Staaten sagen Boko Haram den Kampf an

18.05.14, 14:49 18.05.14, 20:31

Im Kampf gegen die Dschihadistengruppe Boko Haram bündeln mehrere afrikanische Nachbarländer ihre Kräfte. Bei einem Krisengipfel in Paris beschlossen Nigerias Präsident Goodluck Jonathan und seine Amtskollegen am Samstag einen gemeinsamen Aktionsplan gegen den islamistischen Terrorismus.

Vertreter der Länder kündigten koordinierte Einsätze ihrer Militärs und Geheimdienste sowie Grenzkontrollen gegen Waffenschmuggel an. Zudem wollen sie sich für Sanktionen des UNO-Sicherheitsrates gegen Boko Haram stark machen.

Kidnapped schoolgirls are seen at an unknown location in this still image taken from an undated video released by Nigerian Islamist rebel group Boko Haram. The leader of the Nigerian Islamist rebel group Boko Haram has offered to release more than 200 schoolgirls abducted by his fighters last month in exchange for prisoners, according to a video seen on YouTube. About 100 girls wearing full veils and praying are shown in an undisclosed location in the 17-minute video in which Boko Haram leader Abubakar Shekau speaks. MANDATORY CREDIT. REUTERS/Boko Haram handout via Reuters TV (CONFLICT POLITICS CRIME LAW TPX IMAGES OF THE DAY) ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS IMAGE. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. NO SALES. NO ARCHIVES. THIS PICTURE IS DISTRIBUTED EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. MANDATORY CREDIT

Die gekidnappten Mädchen in den Fängen der Boko Haram. Bild: Reuters



Tausende Tote seit 2009

Die Bluttaten der Terrorgruppe haben seit 2009 Tausende Menschen das Leben gekostet, vor allem im muslimisch geprägten Norden Nigerias. Vor einem Monat haben die Dschihadisten über 200 Schülerinnen in Nordnigeria verschleppt und haben die Mädchen noch heute in ihrer Gewalt.

Als Reaktion darauf lud der französische Präsident François Hollande die Staatschefs aus Nigeria und den Nachbarländern Kamerun, dem Tschad, Niger und Benin zum Anti-Terror-Treffen nach Frankreich ein. Auch die USA, Grossbritannien und die EU beteiligten sich.

«Wir sind hier, um Boko Haram den Krieg zu erklären»

Kameruns Präsident Paul Biya

«Wir sind hier, um Boko Haram den Krieg zu erklären», sagte der Präsident Kameruns, Paul Biya auf der abschliessenden Medienkonferenz. Der französische Präsident Hollande schloss allerdings eine Militäraktion des Westens gegen Boko Haram aus. Man werde für eine Luftüberwachung - auch unter Beteiligung der französischen Luftwaffe - sorgen, afrikanische Militärs in der Region des Tschad-Sees einsetzen und eine afrikanische Interventionstruppe für konkrete Gefahrenfälle zusammenstellen, kündigte Hollande an.

Actress Salma Hayek holds up a sign reading

Sturm der Entrüstung nach Mädchenverschleppung: Salma Hayek protestiert am Filmfestival in Cannes für die Freilassung der Mädchen. Bild: AP/AP

«Boko Haram ist zu einer schweren Bedrohung für Nigeria und Afrika geworden», sagte Hollande. Die Terrorgruppe habe erwiesene Verbindungen zu Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQIM) und anderen afrikanischen Terrororganisationen. Sie verfüge über schwere Waffen, «für die (die Mitglieder) sie auch ausgebildet sind», sagte Hollande. Viele der Waffen stammten aus Libyen. Dem UNO-Sicherheitsrat könnte bereits in den kommenden Tagen ein Vorschlag über internationale Sanktionen gegen Boko Haram vorgelegt werden, sagte die US-Staatssekretärin Wendy Sherman.

Chinesische Fabrik angegriffen

Wenige Stunden vor dem Gipfel hatte Boko Haram eine chinesische Fabrik in Nigerias Nachbarland Kamerun angegriffen. Beim Angriff im Norden des Landes wurden in der Nacht zum Samstag zwei Menschen getötet. Weitere zehn Menschen seien verschleppt worden, teilte ein Vertreter der lokalen Behörden mit. Etwa 200 Bewaffnete hätten die Stadt Waza früh morgens angegriffen. Bei den Toten handle es sich um einen chinesischen Strassenbauarbeiter und einen Soldaten aus Kamerun.

Bei der Suche nach den in Nigeria verschleppten Schülerinnen helfen inzwischen auch die USA, Grossbritannien und Frankreich. Washington hatte vor wenigen Tagen ein Team von Experten nach Nigeria geschickt. Aus Frankreich reiste eine Gruppe von Geheimdienstexperten an. Die nigerianische Regierung lehnte Verhandlungen mit Boko Haram über die Freilassung der Schülerinnen kategorisch ab. (sda/dpa)

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