Islamischer Staat (IS)
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Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve an einer Pressekonferenz am Montag: Es sei sehr wahrscheinlich, dass ein Franzose bei dem jüngsten Terrorvideo des IS involviert sei, so Cazeneuve. Bild: AFP

Terrorvideo

«Er sieht aus wie mein Sohn» – europäische IS-Schergen identifiziert

Ein neues Video der Terrorgruppe Islamischer Staat zeigt, wie mindestens 16 IS-Schergen syrischen Soldaten die Köpfe abschneiden. Unter den Henkern sind mehrere Europäer – zwei von ihnen wurden offenbar identifiziert. 

17.11.14, 14:24 17.11.14, 14:58

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Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) hat ein Video im Internet veröffentlicht, das den Mord an zahlreichen syrischen Soldaten zeigt. Mindestens 16 IS-Schergen sind an der Enthauptung der Gefangenen beteiligt. Unter den Mördern sind zahlreiche Ausländer – mindestens zwei von ihnen kommen aus Europa

Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve sagte am Montag, es sei sehr wahrscheinlich, dass ein 22-jähriger Franzose dem Mordkommando angehört habe. Die Überprüfung des IS-Videos durch den französischen Geheimdienst habe ergeben, dass sehr wahrscheinlich ein Franzose direkt an der Hinrichtung der syrischen Soldaten beteiligt gewesen sei, sagte Cazeneuve vor Journalisten. 

Der Verdächtige habe Frankreich im August 2013 verlassen, um nach Syrien zu reisen. Der aus dem Département Eure stammende Maxime Hauchard nennt sich nun Abu Abdallah al-Faransi. Die Geheimdienste in Paris schätzen, dass sich mindestens Tausend Franzosen dem IS und anderen islamistischen Terrorgruppen in Syrien und im Irak angeschlossen haben. 

«Er sieht wie mein Sohn aus»

Zudem gehörte möglicherweise ein britischer Medizinstudent dem Exekutionskommando an. Ahmed Muthana sagte der Zeitung «Daily Mail», er glaube, er habe seinen 20-jährigen Sohn Nasser unter den IS-Kämpfern in dem 15-minütigen Film erkannt. Die meisten der 16 IS-Milizionäre waren unmaskiert. 

«Ich kann nicht sicher sein», sagte Muthana. «Aber er sieht wie mein Sohn aus. Er muss jetzt Gott fürchten, weil er Menschen getötet hat. Wie kann er glauben, er könne Gott gegenübertreten, wenn er Menschen umbringt?» Das britische Aussenministerium wollte sich dazu nicht äussern. Nasser Muthana war bereits auf einem in Juni verbreiteten Film zu sehen, in dem er Muslime aufrief, sich dem Islamischen Staat anzuschliessen. Sein Bruder soll sich ebenfalls seit Juni in Syrien aufhalten. 

Das knapp 16 Minuten lange IS-Video belegt auch, dass die Terroristen den Entwicklungshelfer Peter Kassig enthauptet haben. Der US-Bürger, der sich nach seinem Übertritt zum Islam Abdul-Rahman Kassig nannte, ist die fünfte westliche Geisel, die der IS umgebracht hat. (syd/Reuters/AP) 



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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 17.11.2014 16:20
    Highlight Bemerkenswert, dass eine Terrormiliz, dessen Mitglieder den Märtyrertod nebst Übertritt ins Paradies propagieren, anlässlich eines Luftschlags auf ihre Führung ein Krankenhaus für die Prominenz räumen und die geschundenen Bewohner ihres Kalifats zu Blutspenden aufrufen lässt (wie in eingen Berichten zu lesen war).
    Soll denn der IS-Führung wirklich vorenthalten werden, was dem Fussvolk zugedacht ist?
    1 0 Melden

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