Islamischer Staat (IS)
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Israels Regierungschef Netanjahu vor der Uno: "Äste desselben giftigen Baumes". Bild: BRENDAN MCDERMID/REUTERS

Netanjahu vor der Uno

Israels Premier setzt Hamas mit IS gleich 

Israels Premier Netanjahu hat vor der Uno-Vollversammlung gesprochen. Die Kurzfassung seiner Rede: Die Hamas ist wie der «Islamische Staat», beide sind wie die Nazis. Ein Ende der Besatzung der palästinensischen Gebiete ist daher nicht in Sicht. 

29.09.14, 20:55 30.09.14, 07:13

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Eine Zeichnung hatte Benjamin Netanjahu diesmal nicht dabei, als er vor der Uno-Generalversammlung redete. Vor zwei Jahren zeigte der israelische Premier das Schaubild einer Bombe, als er vor den Vereinten Nationen redete. Er wollte damals vor der Gefahr einer iranischen Atombombe warnen.

Diesmal nahm Netanjahu ein Foto aus dem Gaza-Streifen mit aufs Podium. Es zeigte Kinder in der Nähe eines Hamas-Raketenwerfers. Mit dem Bild in der Hand rechtfertigte der Regierungschef Israels Vorgehen im Gaza-Krieg: «Der Islamische Staat und die Hamas sind Äste desselben giftigen Baumes. Wenn es um ihre Endziele geht ist der IS Hamas und Hamas ist der IS», sagte Netanjahu.

Die Hamas, der IS und die libanesische Hisbollah teilten dieselbe fanatische Ideologie, in der es keinen Platz für Freiheit oder Toleranz gebe. «Die Nazis glaubten an eine Herrenrasse. Die militanten Islamisten glauben an einen Herrenglauben», dozierte Netanjahu.

Netanjahu wirft Abbas Holocaust-Leugnung vor 

Iran sei jedoch mindestens ebenso gefährlich, warnte der Regierungschef. «Den Islamischen Staat zu besiegen und Iran an der Schwelle zur Atommacht zu halten würde bedeuten, eine Schlacht zu gewinnen und den Krieg zu verlieren», sagte Netanjahu.

Der Premier machte den Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas für Kriegsverbrechen der Hamas verantwortlich. Abbas hatte Israel bei seiner Rede am Freitag einen Genozid an den Palästinensern in Gaza vorgeworfen. Netanjahu bezichtigte ihn in seiner Rede indirekt, den Holocaust zu leugnen und antisemitische Vorurteile zu verbreiten.

Netanjahu forderte die arabischen Staaten auf, ihre Haltung gegenüber Israel zu überdenken. Die Arabische Friedensinitiative von 2002, in der die arabischen Staaten anbieten, Israel anzuerkennen, wenn es sich auf die Grenzen von 1967 zurückzieht, müsse an die neuen Realitäten in der Region angepasst werden. Wie das konkret aussehen soll, liess Netanjahu offen. (syd/Reuters/AP/gag)

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 30.09.2014 12:39
    Highlight Dass im Westjordanland (Judäa-Samaria) keine jüdische Bevölkerung leben darf, ist eine Sichtweise, die weder den historischen, den zeitgeschichtlichen noch den politischen Wirklichkeiten entspricht. Wer Juden abspricht, in Judäa leben zu dürfen, sollte seine Friedensbereitschaft überprüfen.
    Dass Israel in der UN von einer grossen Zahl der dort vertretenen Staaten ausgesprochen überdurchschnittlich oft mit Resolutionen belegt wird, kann angesichts der Staatsformen dieser Länder nicht überraschen.
    Israel umfasst 1,5% der Fläche der arabischen Staaten und 22% des ehemaligen Mandatsgebiets. Weshalb die übrigen 78% des eigens für die palästinensische Bevölkerung reservierten Gebiets in der öffentlichen Diskussion keine Rolle spielen, ist ein interessantes Phänomen.
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  • thompson 29.09.2014 23:42
    Highlight Ja musste kommen und er hat recht. Hamas ist das gleiche Übel! Israel die einzige Demokratie. Nur Israel handelt gegen Geschwüre wie Hamas IS etc . Nicht nur mit Bomben aus Jets,sondern auch mit den besten Soldaten. Lebt ein mal in Israel 3 Wochen und dann im Gaza Streifen. Ihr würdet Israel total bevorzugen. Im Gaza gäbe es kein Watson, nur Hass und islamischer Terror Propaganda. D
    1 8 Melden
  • Michel@sith 29.09.2014 22:23
    Highlight So eine Aussage musste ja kommen
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