Islamischer Staat (IS)
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Vormarsch der Terrormiliz

Erneute Offensive: IS greift Kobane «an allen Fronten» an

21.10.14, 03:22 21.10.14, 08:24

Zwei Tage lang war es um Kobane relativ ruhig. Es sah beinahe so aus, als hätten kurdische Kämpfer die IS-Terrormiliz aus der umkämpften Stadt vertrieben. Doch am Montagabend kam es zu neuen Attacken. Nach zwei Selbstmordanschlägen im Norden Kobanes hätten die Extremisten die Stadt «an allen Fronten» angegriffen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Die kurdischen Volksverteidigungseinheiten lieferten sich demnach am Abend heftige Gefechte mit den IS-Kämpfern. Wie BBC berichtet, begann es mit gigantischen Explosionen, dann folgten intensive Feuergefechte mit Handfeuerwaffen, schliesslich folgten Luftangriffe der von den USA angeführten Koalition. Die Anschläge im Norden der Stadt sollten offenbar dazu dienen, Kobane von der Türkei abzukoppeln. 

Zuvor hatte die US-Armee die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Kobane erstmals aus der Luft mit Waffen und Medizin versorgt.

Kurdische Kämpfer konnten in Kobane Gewinne erzielen. Jetzt startet der IS einen neuen Angriff. Bild: AFP

Zudem profitieren sie von einem überraschenden Kurswechsel der Türkei, die nun doch ihre Grenze für Peschmerga-Kämpfer aus dem Irak öffnen will, damit diese die Kurden bei der Verteidigung Kobanes unterstützen können. Am Sonntag und am Montag flog das US-Militär ausserdem sechs weitere Luftschläge, wie das Verteidigungsministerium mitteilt.

Der Kampf um die Stadt hat für die Extremisten hohen symbolischen Charakter: Gelingt es ihnen, sie einzunehmen, würden sie so auch einen Teil der Grenze zur Türkei kontrollieren. Die Dschihadisten hatten zuletzt auch wieder Verstärkung nach Kobane geholt, um den Kampf um die Kurden-Stadt für sich zu entscheiden. 

Unübersichtliche Lage

Die Lage vor Ort ist höchst unübersichtlich. Die Angaben der Beobachtungsstelle, die der syrischen Opposition nahesteht, sind daher von unabhängiger Seite nur schwer überprüfbar. 

Die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) versuchen seit Wochen verzweifelt, Kobane zu verteidigen, Zivilisten halten sich kaum noch dort auf. Unterstützt werden die Kurden von einer US-geführten Militärallianz, die mutmassliche IS-Stellungen aus der Luft angreift. 

US-Armee versorgt Kurden erstmals aus der Luft 

Am Sonntag hatte die US-Armee die Kurden zudem erstmals aus der Luft mit Waffen und Medizin versorgt. Die Kurden profitieren auch von einem Kurswechsel der Türkei, die nun doch ihre Grenze für Peschmerga-Kämpfer aus dem Irak öffnen will, damit diese die Kurden bei der Verteidigung Kobanes unterstützen können. 

Die USA begrüssten am Montag die Entscheidung der türkischen Regierung, den Grenzübergang für irakische Kurdenkämpfer zu öffnen. Die Gespräche mit Ankara über eine weitergehende Unterstützung der internationalen Militärkoalition würden fortgeführt, sagte US-Aussenamtssprecherin Marie Harf in Washington. 

Angriff auf Kurden-Stadt Kara Tapah 

Im Irak griffen die Dschihadisten die von Kurden kontrollierte Stadt Kara Tapah an. Zehn Menschen wurden nach Angaben der Behörden getötet. Tausende Menschen flohen aus der Stadt.

Die IS-Miliz hatte in den vergangenen Monaten weite Teile im Norden Syriens sowie im Irak erobert und dort ein «Kalifat» ausgerufen. (sda/afp)



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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 21.10.2014 09:06
    Highlight Auch Assad wird die Nachrichten verfolgt haben und daher wissen, wie mit Despoten verfahren wird. An Hussein und Gaddhafi wurden eindrucksvolle Exempel statuiert. Dass er da nicht gewillt ist, sich brav an das Drehbuch zu halten und einfach aufzugeben, sollte eigentlich nicht überraschen. Der Elefant im Raum ist Putin. Solange der Assad die Stange hält, wird es schwierig, hier etwas auszurichten. Ansonsten wäre Assads Armee leichter abzuräumen als die IS. Putin möchte nur den Flottenstützpunkt Tartus behalten, hat aber ansonsten keinerlei Sympathien für Terrorismus saudischer Provenienz.
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