Islamischer Staat (IS)
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Video soll es beweisen

Nächste Gräueltat: Britischer Entwicklungshelfer wird von IS-Schergen enthauptet

03.10.14, 23:28 04.10.14, 14:09
This undated family handout photo shows British man Alan Henning, who was held hostage by the Islamic State group. An Internet video released Friday purports to show an Islamic State group fighter beheading British hostage Alan Henning and threatening yet another American captive, the fourth such killing carried out by the extremist group now targeted in U.S.-led airstrikes. The video mirrored other beheading videos shot by the Islamic State group, which now holds territory along the border of Syria and Iraq. It ended with an Islamic State fighter threatening a man they identified as an American. (AP Photo/PA Wire)      UNITED KINGDOM OUT   NO SALES    NO ARCHIVES

War mit einem Hilfskonvoi in Syrien unterwegs: Der nun offenbar ermordete Alan Henning. Bild: AP/family handout

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat nach einem im Internet verbreiteten Video mit dem Briten Alan Henning eine weitere westliche Geisel auf barbarische Weise enthauptet. Das US-Terrorforschungszentrum SITE berichtete am Freitag über das Video. Sollte es sich als echt erweisen, wäre der Engländer nach den beiden Amerikanern Jim Foley und Steven Sotloff sowie dem britischen Entwicklungshelfer David Haines die vierte westliche Geisel innerhalb kurzer Zeit, die auf bestialische Weise getötet wurde.

Henning, ein ehemaliger Taxifahrer aus Salford bei Manchester im Alter von 47 Jahren ist Vater zweier jugendlicher Kinder. Er war im Dezember entführt worden, als er sich mit dem inoffiziellen Hilfskonvoi der Wohltätigkeitsinitiative namens Aid4Syria auf dem Weg zu einem Flüchtlingslager in Syrien befand. Das Video trägt den Titel «Eine neue Botschaft an Amerika und seine Verbündeten».

Britisches Parlament beschuldigt

Das Video, nur eine Minute und elf Sekunden lang, folgt in der Aufmachung seinen Vorgängern: Das Opfer kniet in orangefarbener Häftlingskleidung auf dem Erdboden. Neben ihm ist ein in schwarz gekleideter, völlig vermummter IS-Kämpfer zu sehen.

Alan Henning muss ein vorbereitetes Statement vortragen. «Wegen der Entscheidung unseres Parlaments, den Islamischen Staat anzugreifen, werde nun ich, ein Mitglied der britischen Öffentlichkeit, den Preis für diese Entscheidung zahlen.»

Der mutmassliche Mörder spricht in britischem Akzent und wendet sich direkt an Premierminister David Cameron. «Das Blut von David Haines war an Deinen Händen, Cameron. Alan Henning wird ebenfalls geschlachtet, aber sein Blut klebt an den Händen des britischen Parlaments.»

«Unschuldig, auch nach Scharia»

Noch drei Tage vor der Veröffentlichung des Videos hatte Hennings Ehefrau Barbara in einer Videobotschaft an die Entführer um die Freilassung ihres Mannes angefleht. Er sei auch nach den Massstäben der islamischen Scharia-Gesetzgebung unschuldig. Seine Familie brauche ihn.

Wie in vorausgegangenen Videos wird auch in dem neuen Machwerk eine weitere Geisel als mögliches neues Opfer vorgeführt. Es handelt sich dabei um Peter Kassig, einen Entwicklungshelfer aus den USA in IS-Gefangenschaft.

Cameron verurteilt Hinrichtung

Inzwischen hat Premierminister David Cameron den «brutalen Mord» an Alan Henning bestätigt und einen anhaltend harten Kampf gegen den IS angekündigt. «Alan ist nach Syrien gegangen, um Menschen aller Glaubensrichtungen in der Stunde der Not zu helfen», sagte Cameron am Freitagabend in einer ersten Stellungnahme. Seine Hinrichtung zeige das ganze Ausmass der Barbarei der Gruppe Islamischer Staat. «Wir werden alles tun, um diese Mörder zu erwischen und sie zur Rechenschaft zu ziehen», erklärte Cameron.

«Meine Gedanken sind in dieser Nacht bei Alans Frau Barbara, ihren Kindern und allen, die ihn geliebt haben.» Das britische Aussenministerium teilte mit, Hennings Familie solle jede notwendige Unterstützung erhalten. Die Angehörigen hätten «darum gebeten, in Ruhe gelassen zu werden».

Grossbritannien wird nach den Worten von Premierminister David Cameron nun alles unternehmen, um von der Extremistenmiliz IS festgehaltene Geiseln aufzuspüren und ihnen zu helfen. Dazu würden «alle zur Verfügung stehenden Mittel» eingesetzt, kündigte Cameron am Samstag nach der Enthauptung einer weiteren britischen Geisel durch den Islamischen Staat (IS) an. 

Der französische Präsident François Hollande sagte, er sei «empört» über das «abscheuliche Verbrechen»: «Dieses und auch die vorangegangenen Verbrechen werden nicht ungestraft bleiben», erklärte Hollande.

Zur Rechenschaft ziehen

Die für humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissarin Kristalina Georgieva teilte mit, die Tat sei nicht bloss ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und ein Schlag für Hennings Familie. «Es ist ein Angriff gegen alle, die jenen unschuldigen Menschen helfen wollen, die gefangen sind im Wahnsinn dieses schrecklichen Krieges.»

Auch US-Präsident Barack Obama verurteilte die Ermordung des britischen Staatsbürgers scharf. Er kündigte die Fortsetzung des Kampfes gegen die Islamisten an. Gemeinsam mit der britischen Regierung werde man die Mörder des 47-jährigen Alan Henning ebenso zur Rechenschaft ziehen, wie die Hintermänner der drei vorangegangenen Geisel-Enthauptungen, erklärte Obama in Washington.

Die Terror-Miliz IS beherrscht mittlerweile Teile Syriens und des Irak und hat in ihrem Einflussgebiet ein Kalifat ausgerufen. Die US-Luftwaffe fliegt seit Anfang August Angriffe auf Stellungen der IS-Miliz im Irak und seit der vergangenen Woche ausserdem in Syrien. Unterstützt wird sie dabei von zahlreichen weiteren Ländern. (pma/viw/sda/afp/dpa/reu)



Abonniere unseren Daily Newsletter

6
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • tom99 04.10.2014 15:29
    Highlight ich hoffe nur, das irgendwann unsere linken politiker verstehen, dass man die machenschaften solcher barbaren im keime ersticken muss. bis heute koennen sich diese monster in aller ruhe und unter dem schutz der "religiösen freiheiten" und unter dem deckmantel unseres einseitig ausgesprochenen Rassismusgesetztes formieren. schande ueber uns....
    2 1 Melden
  • Zeit_Genosse 04.10.2014 11:45
    Highlight Wenn wir (alle Religionen) das nicht als "Dschihad" oder "Gotteskrieg" im Sinne eines vom Glauben und der Religion legitimierten Handelns endlich verstehen, dann sind das nur noch ungläubig verirrte, perverse Mörder und Terroristen, die es zu jagen gilt und vor der internationalen Staatengemeinschaft rechtlich zu verurteilen. Diese "verirrten Mörder" verstecken sich hinter einer Religion, die es so nicht gibt. Kein Muslime muss sich dafür erklären und distanzieren müssen, weil es keine Nähe und religiöse Verbindung zu diesen Treibern der Gewalt gibt, geben darf und eine klare Haltung sein muss
    7 1 Melden
    • tom99 04.10.2014 16:25
      Highlight ....und warum distanzieren sich die islamischen glaubensfuehrer nicht in aller klarheit und schaerfe von diesen monstern?
      0 1 Melden
  • zombie1969 04.10.2014 09:06
    Highlight Interessant ist, dass dieser Menschenschlag nur dann stark ist, wenn er unbewaffnete Zivilisten niedermetzeln kann. Die tatsächliche Kampfkraft dieser Barbaren aber, sobald es gegen einen gleichwertigen Gegner geht, sogleich gegen null tendiert.
    10 0 Melden
  • SandroSommer 04.10.2014 01:45
    Highlight Als muslim darf ich keinen hass empfinden. Aber was verdienen diese is-typen denn sonst!? Ich zittere vor wut und unverständnis. Wahre muslime denken so über die is-tyrannen: webapp.sonntagszeitung.ch/read/sz_21_09_2014/fokus/Wer-in-den-Jihad-will-hat-psychische-Probleme-15488
    9 1 Melden
    • 足利 義明 Oyumi Kubo 04.10.2014 10:26
      Highlight Als Buddhist kann ich Dir in diesem Fall nur beipflichten.
      5 0 Melden

Karte des Schreckens: Es gibt immer weniger Länder, aus denen KEINE IS-Terroristen stammen

Aus über hundert Ländern sollen inzwischen junge Menschen nach Syrien gereist sein, um sich dem Islamischen Staat (IS) anzuschliessen. Dies geht aus einem aktuellen Bericht des UN-Sicherheitsrats hervor. Einige sind weltweit berüchtigt wie Mohammed Emwazi alias Jihadi John. Andere wie der Schweizer Abu Suleiman al-Suisseri erlangen lediglich in ihrer Heimat Bekanntheit. Die übergrosse Mehrheit der total 25'000 bis 30'000 IS-Söldner ist namenlos. Doch zusammen genommen umspannen …

Artikel lesen