Islamischer Staat (IS)

Unterwegs zum IS in Syrien

Flughafen Frankfurt: Drei US-Mädchen auf dem Weg in den Dschihad gestoppt

Drei junge Frauen aus den USA sind am Frankfurter Flughafen vom Bundesgrenzschutz festgehalten und zurück nach Denver geschickt worden. Die Teenager waren anscheinend von zu Hause ausgerissen, um sich islamistischen Milizen in Syrien anzuschliessen. 

22.10.14, 04:27 22.10.14, 09:06

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Drei Teenager aus dem US-Bundesstaat Colorado sind am Frankfurter Flughafen vom Bundesgrenzschutz gestoppt und zurück in die USA geschickt worden. Die drei Mädchen sollen auf dem Weg in den Dschihad gewesen sein, berichten die US-Fernsehsender CNN und ABC.

Die deutsche Grenzpolizei bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass drei minderjährige amerikanische Staatsbürger auf Wunsch ihrer Eltern und des US-Konsulats am Frankfurter Flughafen festgehalten worden sind. Laut CNN landeten die Mädchen am vergangenen Freitag in Frankfurt. Anscheinend wollten sie in die Türkei und dann nach Syrien weiterreisen. Die drei seien am Sonntag bereitwillig in den Flieger zurück in die USA gestiegen, hiess es. 

Eine Sprecherin der US-Bundespolizei sagte, das FBI ermittle in dem Fall. Mitarbeiter des FBI hätten geholfen, die Mädchen zurück in die USA zu bringen, die drei seien nun wieder sicher zu Hause angekommen. 

Bei den Mädchen handelt es sich nach Angaben der örtlichen Polizei in Colorado um zwei Schwestern mit somalischen Wurzeln im Alter von 15 und 17 Jahren und ihre 16 Jahre alten Freundin, deren Familie aus dem Sudan stammen soll. 

Am Flughafen Frankfurt wurden die drei Teenager abgefangen und in die USA zurückgebracht. Bild: EPA

Kontaktperson in Deutschland 

Die drei seien von einer «raffinierten Medienkampagne» radikaler Gruppen in Syrien geködert worden, sagte ein US-Bundespolizeibeamter, der seinen Namen nicht nennen wollte, dem US-Fernsehsender ABC. Sie sollen eine Kontaktperson in Deutschland gehabt haben. 

Die wurden von einer «raffinierten Medienkampagne» radikaler Gruppen in Syrien geködert.

Anonymer FBI-Beamter

Die drei Teenager waren von ihren Familien am 17. Oktober als vermisst gemeldet worden. Die Schwestern hatten in der Schule gesagt, sie seien krank, die 16-Jährige war wortlos verschwunden. Sie hatten 2000 US-Dollar von ihren Eltern mitgenommen. «Niemand hatte eine Ahnung, wo sie hingegangen sein könnten», sagte eine Polizeisprecherin. Erst ein Tipp eines Informanten habe die Behörden auf die Spur der Mädchen gebracht, berichtet ABC. Ob gegen die Teenager Anklage erhoben wird, ist noch unklar. 

Die 19-jährige Shannon Conley wollte in Syrien einen IS-Kämpfer heiraten. Bild: screenshot ABC news

Erst vor kurzem hatte in Colorado ein ähnlicher Fall für Schlagzeilen gesorgt: Die 19 Jahre alte Shannon Conley hatte in Syrien einen Kämpfer der Terrormiliz «Islamischer Staat» heiraten wollen. Sie wurde vor ihrer Abreise aus den USA festgenommen und muss sich nun vor Gericht verantworten. Polizisten hatte sie gesagt, sie wolle im «Heiligen Krieg» an der Seite der Islamisten kämpfen oder zumindest als Krankenschwester arbeiten. Ihr drohen nun bis zu fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe in Höhe von 250'000 US-Dollar. 

Jede Woche schliessen sich fünf Briten an

Wie viele Mädchen und Frauen schon nach Syrien gereist sind, um sich dort den Radikalislamisten anzuschliessen, lässt sich nur schätzen. Wahrscheinlich sind es bereits mehrere Hundert. Im Internet werde eine Dschihad-Romantik verbreitet, sagte jüngst Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maassen. Weltweit werden Mädchen per Facebook oder auf Dating-Seiten von radikalen Islamisten kontaktiert. 

Der britischen Polizei zufolge machen sich jede Woche durchschnittlich fünf Briten auf den Weg nach Syrien oder in den Irak, um sich dort dem IS anzuschliessen. Fünf Rekruten pro Woche mögen gering erscheinen, auf das Jahr gerechnet sei das aber durchaus eine erhebliche Zahl, erklärte Polizeichef Bernard Hogan-Howe am Dienstag. Ausserdem könne die tatsächliche Zahl noch deutlich höher sein, da viele womöglich über ein anderes Land Syrien und den Irak bereisten. 

Versuchter Völkermord 

Die Islamisten wollten die religiöse Gruppe vernichten: Die Jesiden müssten entweder zum Islam übertreten oder würden getötet, sagte Simonovic. Der IS betrachtet die Jesiden als Teufelsanbeter. Tausende Angehörige der Minderheit sind erschossen, lebendig begraben oder als Sklavinnen verkauft worden. 

US-Präsident Barack Obama hatte im August Luftangriffe auf IS-Stellungen im Irak angeordnet, um nach seinen Aussagen einen bevorstehenden Völkermord zu verhindern. Seit dieser Woche sind erneut Tausende Jesiden in Bedrängnis, weil der IS in der Nähe des Höhenzuges Sindschar im Nordirak gegen sie vorrückt. Die Minderheit bat deswegen die USA erneut um Hilfe. (vet/Reuters/AP/sda/dpa) 

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 22.10.2014 09:05
    Highlight Die Damen sind so von dem Schwachsinn der Islamisten vereinnahmt, dass sie brav nachplappern, was ihnen buchstäblich vorgebetet wird. Man schaue sich nur mal auf den Onlineplattformen (beispielsweise der Salafisten) um und man staunt, wie verschoben die Selbstwahrnehmung dieser Frauen ist. Sie werden in ihren Persönlichkeitsrechten beschnitten,fühlen sich dabei aber respektiert und frei, weil ihnen ständig gesagt wird,wie toll sie sind.
    Das Frauenbild dieser Gesellschaftsschichten hat einen dezenten Hang zur Schizophrenie.
    Man erlebt gerade eine erstklassige Gehirnwäsche in der Mitte Europas.
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