Islamischer Staat (IS)
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Propaganda-Video

IS-Miliz erbeutet offenbar alte deutsche Raketen

Das Propagandavideo zeigt angeblich deutsche Waffen aus den Achtzigerjahren. video: youtube/bellingcat

Ein Artikel von

In einem Propagandavideo führen Kämpfer des «Islamischen Staats» Raketen mit deutscher Beschriftung vor. Offenbar sind den Dschihadisten alte Flugkörper aus den Achtzigerjahren in die Hände gefallen. 

02.09.14, 03:00 02.09.14, 12:44

Die Miliz «Islamischer Staat» (IS) hat in Syrien offenbar Raketen aus deutscher Produktion erbeutet. Das zeigt ein Propagandavideo, das am Montag im Internet kursierte. Darin zeigten die IS-Kämpfer Waffen und Material, das sie vergangene Woche bei der Einnahme des strategisch wichtigen Militärflughafens al-Tabka erbeutet haben wollen. 

Dschihadisten posieren neben Raketen, auf denen «Lenkflugkörper DM 72 - 136 mm Panzerabwehr» steht. Laut der Tageszeitung Die Welt handelt es sich dabei um Raketen vom Typ «HOT» des ehemaligen deutsch-französischen Herstellers Euromissile. Die «HOT»-Raketen wurden demnach 1981 an die Regierung Syriens geliefert, das damit seine Kampfhubschrauber vom Typ «Gazelle» ausgestattet hat. 

Sind die Waffen funktionstüchtig?

Allerdings sind in dem kurzen Video nur die Hüllen der Raketen zu sehen, ob sich darin tatsächlich noch die Flugkörper befinden, ist nicht zu erkennen. Ebenso ist unklar, ob die Raketen noch einsatzfähig wären und die Miliz überhaupt über die nötige Technik und Expertise verfügt, um diese dann einzusetzen. Die Raketen sind nur mit einer speziellen Startvorrichtung abzufeuern. 

Bereits im vergangenen Jahr gab es Berichte, nach denen Extremisten in Syrien Panzerabwehrraketen erbeutet hatten. 

Am Montag hat der Bundestag Regierungsplänen zugestimmt, die kurdische Armee im Nordirak unter anderem mit 500 Panzerabwehrraketen, 16'000 Sturmgewehren und mehreren Millionen Schuss Munition für ihren Kampf gegen die Terrormiliz auszurüsten. SPD und Union stimmten dafür, Linke und grosse Teile der Grünen-Fraktion dagegen. 

In der Debatte über die Pläne der Koalition war auch immer wieder die Sorge laut geworden, die Waffen könnten später feindlichen Gruppen in die Hände fallen. (fab/mgb/dpa)

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • sewi 02.09.2014 07:51
    Highlight Die können nichts damit anfangen. Die IS wird total überschätzt. Eine normal funktionierende Armee würde diese Komikertruppe sehr schnell zerschlagen
    2 0 Melden

«Niemand hat die Türkei vor diesem Irrsinn in Afrin gestoppt»

Ashti Amir, gebürtiger Syrer aus Afrin, lebt seit bald 20 Jahren in der Schweiz. Im Interview erzählt er, wie seine Eltern vor dem türkischen Militär flüchten mussten und warum er nachts nicht schlafen kann. 

Herr Amir, wie haben Sie die letzten Tage und Wochen erlebt? ASHTI AMIR: Ich bin in Afrin geboren und aufgewachsen. Ich habe so viele Erinnerungen an den Ort, an meine Freunde, an meine Familie. Afrin war eine wunderschöne Provinz, die jetzt durch die Bombardierungen und Bodenkämpfe zerstört wurde. Zu sehen, mit welch roher Brutalität die Stadt angegriffen wird, hat mich tief getroffen. Die Bilder von plündernden Islamisten sind demütigend und lassen mich zum Teil nicht mehr los. Ich habe …

Artikel lesen