Islamischer Staat (IS)
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Propaganda-Video

IS-Miliz erbeutet offenbar alte deutsche Raketen

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Das Propagandavideo zeigt angeblich deutsche Waffen aus den Achtzigerjahren. video: youtube/bellingcat

Ein Artikel von

Spiegel Online

In einem Propagandavideo führen Kämpfer des «Islamischen Staats» Raketen mit deutscher Beschriftung vor. Offenbar sind den Dschihadisten alte Flugkörper aus den Achtzigerjahren in die Hände gefallen. 

Die Miliz «Islamischer Staat» (IS) hat in Syrien offenbar Raketen aus deutscher Produktion erbeutet. Das zeigt ein Propagandavideo, das am Montag im Internet kursierte. Darin zeigten die IS-Kämpfer Waffen und Material, das sie vergangene Woche bei der Einnahme des strategisch wichtigen Militärflughafens al-Tabka erbeutet haben wollen. 

Dschihadisten posieren neben Raketen, auf denen «Lenkflugkörper DM 72 - 136 mm Panzerabwehr» steht. Laut der Tageszeitung Die Welt handelt es sich dabei um Raketen vom Typ «HOT» des ehemaligen deutsch-französischen Herstellers Euromissile. Die «HOT»-Raketen wurden demnach 1981 an die Regierung Syriens geliefert, das damit seine Kampfhubschrauber vom Typ «Gazelle» ausgestattet hat. 

Sind die Waffen funktionstüchtig?

Allerdings sind in dem kurzen Video nur die Hüllen der Raketen zu sehen, ob sich darin tatsächlich noch die Flugkörper befinden, ist nicht zu erkennen. Ebenso ist unklar, ob die Raketen noch einsatzfähig wären und die Miliz überhaupt über die nötige Technik und Expertise verfügt, um diese dann einzusetzen. Die Raketen sind nur mit einer speziellen Startvorrichtung abzufeuern. 

Bereits im vergangenen Jahr gab es Berichte, nach denen Extremisten in Syrien Panzerabwehrraketen erbeutet hatten. 

Am Montag hat der Bundestag Regierungsplänen zugestimmt, die kurdische Armee im Nordirak unter anderem mit 500 Panzerabwehrraketen, 16'000 Sturmgewehren und mehreren Millionen Schuss Munition für ihren Kampf gegen die Terrormiliz auszurüsten. SPD und Union stimmten dafür, Linke und grosse Teile der Grünen-Fraktion dagegen. 

In der Debatte über die Pläne der Koalition war auch immer wieder die Sorge laut geworden, die Waffen könnten später feindlichen Gruppen in die Hände fallen. (fab/mgb/dpa)



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