Islamischer Staat (IS)

US-Kampfjets nach einem Bombardement in Syrien. Bild: US AIR FORCE/REUTERS

Krieg in Syrien

Luftangriffe können Vormarsch des IS nicht stoppen

Die US-geführte Allianz verstärkt ihre Luftangriffe auf den «Islamischen Staat». Doch die Terrormiliz zeigt sich davon kaum beeindruckt: Erstmals hat sie eine Kurdenstadt an der syrisch-türkischen Grenze beschossen. 

28.09.14, 00:54 29.09.14, 13:20

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Die Luftangriffe auf den «Islamischen Staat» werden immer heftiger: Am Samstag griffen Flugzeuge des von den USA geführten Anti-IS-Bündnisses erstmals Stellungen der Dschihadisten in Dörfern nahe Ain al-Arab an, bestätigte das US-Zentralkommando in Tampa (Florida). Aber die Bombardements, an denen auch Kampfflugzeuge aus Saudi-Arabien, Jordanien und den Vereinigten Arabischen Emirate beteiligt waren, konnten den IS bisher offenbar nicht aufhalten.

Stattdessen sollen Raketen der IS-Terrormiliz am Samstag die Kurdenstadt Ain al-Arab getroffen haben. Es seien die ersten Raketentreffer seit dem Beginn der IS-Angriffe am 16. September gewesen, sagte der Chef der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. Dabei seien ein Mensch getötet und mehrere verletzt worden. 

40 kurdische Kämpfer getötet

Die kurdische Enklave an der syrisch-türkischen Grenze war vor über einer Woche von IS-Kämpfern umzingelt worden. Bei ihrem Vormarsch hatten die Dschihadisten mehr als 60 Dörfer im Umland eingenommen. Zehntausende Menschen waren nach Norden in die Türkei geflohen. Die IS-Kämpfer stehen nach Angaben von Augenzeugen bis zu zehn Kilometer vor Ain al-Arab. 

Bei den Kämpfen um die syrische Grenzstadt, die von den Kurden Kobane genannt wird, haben IS-Milizen nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle in den vergangenen fünf Tagen 40 kurdische Kämpfer getötet. Darunter seien auch zahlreiche Opfer eines Selbstmordanschlags, der sich in einem westlichen Vorort von Kobani ereignet habe. Der Attentäter habe dabei ein Fahrzeug gefahren, das als Teil eines Hilfskonvois getarnt gewesen sei. Es blieb unklar, wann genau sich der Anschlag ereignet hatte. 

Die in Grossbritannien ansässige Beobachterstelle steht den gemäßigten Rebellen in Syrien nahe. Bei ihren Angaben stützt sich die Organisation auf ein Netzwerk von Informanten in dem Bürgerkriegsland. 

Britische Kampfjets sammeln Aufklärungsmaterial 

Bei Angriffen der von der USA geführten Allianz im Irak waren am Samstag unterdessen erstmals britische Jets im Kampf gegen den IS im Einsatz. Einen Tag nach dem Beschluss des Unterhauses waren zwei Tornado-Kampfjets von Zypern aus gestartet und etwa sieben Stunden in der Luft, teilte das Verteidigungsministerium in London am Samstag mit. Die Piloten hätten Aufklärungsmaterial mitgebracht, das nun an die irakischen Bodentruppen weitergereicht werden soll. 

Die britischen Flugzeuge waren nach offiziellen Angaben ausgerüstet gewesen, um Angriffe zu fliegen, «sobald ein geeignetes Ziel identifiziert» sei. Dies sei am ersten Tag aber noch nicht der Fall gewesen.

An den Bombenangriffen auf den IS beteiligen sich auch Frankreich und mehrere arabische Staaten. Die Europäer fliegen ausschließlich Angriffe im Irak, die Araber konzentrieren sich auf Syrien. Nach Angaben der unabhängigen irakischen Nachrichtenseite al-Sumaria bombardierte die französische Luftwaffe am Samstag IS-Stellungen im westlich von Bagdad gelegenen Falludscha. (cst/AFP/dpa)

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Brikne, 20.7.2017
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