Islamischer Staat (IS)
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Foad, the brother of 15 year-old Nora who left her home in Avignon for Syria nine months ago, shows a portrait he took last September on his cell phone as he attends an interview with Reuters in Paris, October 6, 2014. Foad, a French truck driver of Moroccan origin, travelled alone through war-torn Syria to rescue his 15-year-old sister from an Islamist group she said was holding her captive. But when they finally stood face to face, in tears, she would not leave. Foad is convinced that his sister Nora, whom he described as an impressionable teen who loved Disney movies before leaving for Syria one afternoon in January, stayed on because she was threatened with execution by the French-speaking commander, or emir, of the group she joined. The former high school student is among dozens of European girls, many of them her age, living with such groups in Syria - an aspect of the conflict that is beginning to worry European governments previously more focused on the flow of young men to join the ranks of Islamic state and other armed militias. Picture taken October 6, 2014.  REUTERS/Christian Hartmann (FRANCE - Tags: POLITICS CONFLICT) - RTR49HWI

Ein Franzose marokkanischer Abstammung zeigt ein Bild seiner 15-Jährigen Schwester, die sich in Syrien dem IS angeschlossen hat. Bild: © Christian Hartmann / Reuters/REUTERS

Europäerinnen und der IS

Was Frauen in den Dschihad zieht 

Unter den Europäern, die sich den Radikalislamisten in Syrien anschliessen, sind Hunderte Frauen. Ihre Beweggründe unterscheiden sich kaum von denen der Männer. Allerdings ist eine Rückkehr in die alte Heimat für die Frauen nahezu unmöglich. 

16.10.14, 21:50 17.10.14, 09:08

Raniah Salloum / spiegel online

Ein Artikel von

Berlin - Wahrscheinlich sind bereits mehrere Hundert Mädchen und Frauen nach Syrien gereist, um sich dort den Radikalislamisten anzuschliessen. Eine genaue Statistik gibt es nicht. Schätzungen gehen davon aus, dass unter den nach Syrien gereisten kampfbereiten Deutschen zehn Prozent Frauen sind. Bei den Franzosen sollen es sogar 25 Prozent sein.

Was bringt Mädchen und Frauen dazu, sich einer Gruppe anzuschliessen, die Mädchen und Frauen verkaufen und versklaven? Nicht alle der Auswanderinnen sind Ehefrauen von Radikalisierten, die ihrem Mann folgen. Viele verlassen Europa allein. Was treibt diese jungen Frauen an?

Sozialwissenschaftler, Psychologen und andere Forscher beschäftigen sich mit dieser Frage. Auf Basis ihrer Untersuchungen lassen sich verschiedene Motivationen erkennen. Eine Person kann natürlich mehrere Beweggründe gleichzeitig haben. Ihre Motive unterscheiden sich kaum von denjenigen der westlichen Jungen und Männer, die nach Syrien reisen.

Casutt glaubt, dass es für desillusionierte Frauen noch schwieriger ist als für die Männer, sich von den Dschihadisten abzuwenden. Denn sie müssen bei Reisen durch IS-kontrollierte Gebiete einen männlichen Vormund dabeihaben. Eine Flucht allein zurück in die Heimat wird so nahezu unmöglich.

Für den IS ist es ein großer Propagandaerfolg, dass sich ihm auch junge Frauen anschliessen. «Der ‹Islamische Staat› will sich als Gesellschaftsmodell verankern», sagt Casutt. «Dafür ist es wichtig, dass sich ihm Männer und Frauen anschliessen, die Familien gründen und so das dschihadistische Unternehmen fortwirken lassen.»



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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 16.10.2014 23:22
    Highlight Durch das Hypen dieser Berichte wird das zu einem medialen Phänomen. Je mehr man darüber berichtet, wie sich junge Menschen ahnungslos, verblendet oder sogar berechnend auf solche Abenteuer einlassen, desto mehr Prestige ist damit verbunden und die Anziehungskraft wird grösser. Gefahr zieht an und Rebellion ist ein zusätzliches Motiv für junge Suchenden. Schade um diese Menschen, die kaum ihr Glück dort finden werden, sondern mit Unterdrückung, Folter und Tod rechnen müssen.
    1 1 Melden
  • zombie1969 16.10.2014 22:05
    Highlight An der ganzen Diskussion kann man gut erkennen, wie zerrissen die Menschen in der Türkei und den angrenzenden Gebieten sind.
    Zurzeit reissen diese hassenden Menschen die Welt in einen Strudel des Krieges und der Vernichtung. Und das alles im Namen des Islam.
    Man kann nur hoffen, dass dieser Fanatismus bald aufhört. Allerdings ist zu befürchten, dass sich diese kriegerischen Auseinandersetzungen zukünftig auch auf den Strassen europäischer Städte abspielen werden. Schrecklich!
    11 3 Melden
    • Oberon 16.10.2014 22:45
      Highlight Vor allem müssen wir wirklich aufpassen das die Ängste gegen den ganzen Islam nicht die Oberhand gewinnt.

      Wir müssen klar differenzieren was ISIS oder alle anderen Gruppierungen die ähnlich agieren sind.
      Schlussendlich sind das Mörder, Vergewaltiger und nicht mehr oder weniger.

      Dieser Abschaum kann nur so stark werden wie es die internationale Gemeinschaft zulässt.
      1 0 Melden

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